Roger Assalé holte im Hinspiel von Werder Bremen gegen Schalke 04 einen mehr als fragwürdigen Elfmeter heraus.
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Roger Assalé holte im Hinspiel von Werder Bremen gegen Schalke 04 einen mehr als fragwürdigen Elfmeter heraus.

Werder-Angreifer ohne Einsatz-Chancen

Schalke 04 geärgert, aber bei Werder Bremen schaut Roger Assalé nur noch zu

Bremen – Sein letzter Ligaeinsatz im Trikot des SV Werder Bremen liegt schon fast fünf Monate zurück, er schafft es auch nur noch selten in den Spieltagskader – und trotzdem wird Roger Assalé vor dem Spitzenspiel beim FC Schalke 04 ein großes Thema sein. Besser gesagt: Der Elfmeter, den er im Hinspiel rausgeholt hat.

Schalke 04 kassierte dadurch in der Nachspielzeit das 1:1 und fühlte sich betrogen. Werder Bremen dagegen freute sich über einen Punkt nach dem Chaos im Impfpass-Skandal um Markus Anfang und hoffte, dass Roger Assalé nun durchstarten könnte. Doch daraus wurde nichts. Die Leihgabe des FC Dijon wird sehr wahrscheinlich im Sommer zum französischen Erstligisten zurückkehren.

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„Wir haben noch vier Spiele, da kann viel passieren“, sagt Clemens Fritz als Werders Leiter Profifußball. Deswegen sei es nun nicht der richtige Zeitpunkt, öffentlich über die Zukunft von Leihspielern zu sprechen. Natürlich hatte sich Fritz das mit Roger Assalé in Bremen ganz anders vorgestellt. Kurz vor Ende der Transferperiode war Werder immer noch auf der Suche nach einem Außenstürmer, den es dringend für das 4-3-3-System des damaligen Coaches Markus Anfang brauchte. Die späte Lösung hieß dann Assalé, der allerdings am liebsten in der Mitte stürmt. Und was er offenbar gar nicht mag, gab es dann nach seiner vierten Einwechslung beim Gastspiel in Dresden zu sehen. Dort verweigerte er auf der Außenbahn die Abwehrarbeit, Werder Bremen erlebte ein 0:3-Desaster – und Anfang setzte Assalé danach nie mehr ein.

Werder Bremen: Roger Assalé holt fragwürdigen Elfmeter gegen Schalke 04 heraus - und spielt seitdem fast gar nicht mehr

Erst Interimscoach Danijel Zenkovic vertraute dem Angreifer gegen Schalke 04, wenn auch ganz spät – und wurde zumindest mit einem Elfmeter belohnt. Der war allerdings höchst umstritten, was noch vorsichtig ausgedrückt ist. Roger Assalé hatte eine Hereingabe nicht nur schlecht angenommen, sondern auch mit dem Arm berührt. Plötzlich ging er zu Boden, Schiedsrichter Tobias Stieler ließ aber weiterlaufen, bekam dann allerdings einen Hinweis vom Video-Assistenten. Nach Ansicht der TV-Bilder entschied Stieler auf Strafstoß, obwohl nicht zu erkennen war, ob der Schalke-Verteidiger Henning Matriciani den Spieler des SV Werder Bremen überhaupt getroffen hatte. Der damalige Schalke-Coach Dimitrios Grammozis tobte: „Das war eine absolute Frechheit, wie ich sie noch nie erlebt habe.“ Einen Tag später gestand die Sportliche Leitung der Elite-Schiedsrichter des DFB: „Eine Intervention des Video-Assistenten war hier nicht angemessen.“ Schalke dachte kurz über einen Protest gegen die Spielwertung nach, verzichtete dann aber wegen zu geringer Erfolgsaussichten darauf.

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Und Roger Assalé? Der bekam ein Lob von Zenkovic: „Er hat das clever gemacht.“ Eine Woche später schickte Christian Brand, der den an Corona erkrankten Zenkovic vertrat, Angreifer Assalé sogar schon in der 70. Minute ins Rennen. Die 1:2-Niederlage konnte dieser aber auch nicht mehr verhindern. Werner übernahm am Tag danach den Trainerposten bei Werder Bremen und verzichtete in allen seinen 15 Partien auf einen Einsatz des Ivorers. Nur sieben Mal berief er ihn überhaupt in den Kader, einmal strich er ihn dabei ganz kurzfristig. Assalé war vor dem Heimspiel gegen Ingolstadt (19. Februar) zu spät zur Teambesprechung gekommen.

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Werder Bremen: Roger Assalé ohne Einsatz-Chance unter Ole Werner, aber es gibt keine Vorwürfe

Eine Ausnahme, betonten die Verantwortlichen des SV Werder Bremen. Deswegen beließ es der Club bei einer Geldstrafe, schon am nächsten Tag trainierte Assalé wieder mit. Und mit dessen Einstellung dort ist Fritz durchaus zufrieden: „Roger macht das im Training ordentlich, gibt Gas und lässt sich nicht hängen. Aber es ist im Moment schwer für ihn, an den anderen vorbeizukommen.“ Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch sind im Sturm gesetzt, dahinter vertraut Werner den Talenten Eren Dinkci, Oscar Schönfelder und Nick Woltemade. Das macht es für Roger Assalé noch härter, denn mit seinen 28 Jahren hat er nicht nur mehr Erfahrung als die Jungspunde, sondern auch einiges auf dem Zettel. Der nur 1,67 Meter große Stürmer wurde mit den Young Boys Bern drei Mal Schweizer Meister und war dabei Stammspieler. Er kam in der Champions und in der Europa League zum Einsatz. Bei Werder Bremen konnte sich Assalé dagegen überhaupt nicht durchsetzen. „Da tut er mir ein Stück weit auch leid, aber solche Situationen gibt es“, sagt Fritz und betont: „Wir machen ihm da keine Vorwürfe.“

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Allerdings: Roger Assalé wirkt zwar alles andere als lustlos, macht aber auch nicht positiv auf sich aufmerksam. Dem kleinen Kraftpaket fehlen oftmals die nötige Spritzigkeit und das Durchsetzungsvermögen. Gegen Schalke 04 hat das trotzdem gereicht, um einen Elfmeter zu bekommen. Doch eine Wiederholung scheint ausgeschlossen. Aktuell ist für Assalé kein Platz frei im 20 Spieler umfassenden Kader für ein Ligaspiel. Was er selbst darüber denkt, ist nicht bekannt. Laut Werder Bremen möchte der Stürmer nicht öffentlich sprechen. (kni) Auch interessant: Schalke-Boss spricht vor dem Duell mit Werder Bremen über das Topspiel und den Aufschwung seines Vereins!

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