Romano Schmid strahlt bei Werder Bremen immer noch zu wenig Torgefahr aus.
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Romano Schmid strahlt bei Werder Bremen immer noch zu wenig Torgefahr aus.

Werder-Trainer Anfang beschreibt den Mangel

Romano Schmid verpasst beim SV Werder Bremen immer wieder „die Momente, auf die es ankommt“

Bremen - Ein paar Meter jagte er dem Ball noch hinterher, dann gab er auf, trat missmutig ein Loch in die Luft und drehte ab. Ende einer Aktion, die sich Romano Schmid im Nachgang des 3:0-Sieges des SV Werder Bremen gegen den 1. FC Heidenheim sicherlich noch das eine oder andere Mal wird angucken müssen.

Bevor er vor Frust ins Leere kickte, hatte der Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen eine sehr aussichtsreiche Konterchance vermasselt. Es war die 69. Minute, als er den Ball nach vorne trieb, aber nicht den frei mitgelaufenen Marvin Ducksch bediente, sondern den komplizierteren Passweg auf Eren Dinkci wählte. Das Ganze ging schief und stand am Ende als mahnendes Beispiel in Schmids Arbeitszeugnis, in das Trainer Markus Anfang schrieb: „Um den nächsten Schritt zu machen, muss Romano eine gewisse Torgefahr entwickeln. Oder er muss den Assist spielen. Das sind die Momente, auf die es ankommt.“

Werder Bremen: Romano Schmid bisher noch ohne Tor und mit wenigen Torvorlagen

Es ist ein Mangel, den Romano Schmid schon während seiner gesamten Werder-Zeit mit sich trägt. Er macht selbst keine Tore, in 2105 Spielminuten im Bremer Trikot hat der 21-Jährige noch nicht einmal getroffen. Und er bereitet auch viel zu wenige vor. Nur sieben Assists gelangen ihm bisher – heißt: Im Schnitt ist der Österreicher etwa alle 300 Minuten direkt an einem Bremer Tor beteiligt. Angesichts dieser Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass Anfang das Thema längst mit Schmid diskutiert hat: „Wir haben darüber gesprochen, und er weiß selber, dass er mehr Torgefahr ausstrahlen muss.“

Gegen Heidenheim hatte der Coach des SV Werder Bremen den nur 1,68 Meter großen Mittelfeldspieler von der Außenlinie, wo er ihn bis dato fast ausschließlich eingesetzt hatte, in die Zentrale gezogen. Schmid erhielt also den Vorzug vor Niklas Schmidt, der eine Kunstpause verordnet bekommen hatte und zunächst erstmals in dieser Saison nur auf der Bank saß. Nach der vorangegangenen Leistung beim 0:3 gegen Dynamo Dresden hätte es auch gut und gerne beide treffen können. Doch für einen Schmid-Einsatz habe gesprochen, dass er „aggressiver gegen den Ball“ sei und „die eine oder andere Zweikampfsituation besser“ löse, so Anfang.

Werder Bremen: Romano Schmid verpasst „Momente, auf die es ankommt“

Ähnlich hatte sich auch schon sein Vorgänger Florian Kohfeldt über den quirligen Österreicher geäußert. Bei Abpfiff der Heidenheim-Partie hatte Romano Schmid auf seiner Lieblingsposition hinter den Spitzen zwar einen agilen Eindruck hinterlassen, doch weder entsprach die Zweikampfquote von 42,31 Prozent gewonnener Duelle den Erwartungen, noch war Schmid in den beschriebenen „Momenten, auf die es ankommt“, voll da. So ließ er auch eine eigene Abschlusschance ungenutzt (58.).

Ein Schauspiel dieser oder ähnlicher Qualität lässt sich bei Schmid immer wieder beobachten, und auch Anfang äußert sich fast schon verallgemeinernd, wenn er sagt: „Romano kommt in Situationen, in denen man das Gefühl hat, er kann ein Tor schießen. Doch dann ist immer ein Fuß dazwischen.“ Das zu ändern, ist die gemeinsame Aufgabe von Spieler und Trainer. (csa) Auch interessant: Anfangs „Eins-gegen-eins-Auftrag“ für Werder-Talent Eren Dinkci!

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