Romano Schmid, Neuzugang des SV Werder Bremen, schießt beim Training gegen den Ball.
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Romano Schmid, Neuzugang des SV Werder Bremen, wartet auf seinen ersten Pflichtspiel-Einsatz.

Romano Schmid kommt (noch) nicht zum Zug

Trainer Kohfeldt über Werder-Neuzugang Romano Schmid: „Hat zwei Wochen gebraucht, um die erste Enttäuschung zu überwinden“ 

Bremen – Gleich bei seinem Debüt, etwa zwei Monate ist das nun her, da hatte Romano Schmid durchaus eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er das Spielchen beherrscht. Anfang August hatte der 20-Jährige erstmals auf dem Podium im Medienraum des Weserstadions Platz genommen, weil Werder Bremen ihn dort offiziell der Öffentlichkeit als Neuzugang präsentieren wollte – und Schmid schlug dabei genau jenen Ton an, der innerhalb der Fußballbranche als guter Ton gilt.

Selbstbewusst zwar („Ich will immer angreifen und natürlich spielen“), aber eben auch mit der ausreichenden Portion Demut („Wir haben viele gute Spieler in der Mannschaft.“) Die Schlussfolgerung von Romano Schmid lautete damals: „Ich muss meine Leistung bringen, und wenn ich meine Chance bekomme, dann muss ich sie nutzen.“ Was der Österreicher vor zwei Monaten freilich noch nicht wissen konnte: dass er beim SV Werder Bremen auch Mitte Oktober noch auf diese Chance würde warten müssen.

Vier Pflichtspiele hat Werder Bremen in der laufenden Saison nun absolviert – einmal DFB-Pokal, dreimal Bundesliga – und Romano Schmid hat es viermal nicht in den Kader geschafft. Sein Trainer, Florian Kohfeldt, redete bei entsprechenden Nachfragen auch gar nicht lange drumherum. „Er muss sich gegen Leo Bittencourt und Nick Woltemade durchsetzen, um in den Kader zu kommen. Das hat er diese Woche nicht geschafft“, sagte er etwa nach dem 1:4 gegen Hertha BSC. Seinen Start in Bremen dürfte sich Schmid gänzlich anders vorgestellt haben. Nun mehren sich aber die Anzeichen dafür, dass er schon bald erstmals zum Spieltagskader gehören könnte.

Romano Schmid: Wann kommt der Neuzugang beim SV Werder Bremen zum Zug?

Zum einen ist da natürlich Schmids guter Auftritt im Testspiel gegen den FC St. Pauli (4:1), als er am vergangenen Mittwoch auf der linken Seite gemeinsam mit Felix Agu für viel Wirbel sorgte. Und zum anderen der inzwischen überwundene Frust nach den Anlaufschwierigkeiten bei Werder Bremen. „Er hat zwei Wochen gebraucht, um die erste Enttäuschung zu überwinden“, erklärte Kohfeldt nach dem St. Pauli-Spiel. Bereits während der Vorbereitung, genauer: während des Testspieldoppelpacks in Lohne, hatte Romano Schmid bemerkt, dass er wohl nicht erste Wahl sein würde. Anders als viele seiner Teamkollegen spielte er in den zwei Partien gegen Groningen und ebenfalls St. Pauli nicht fest in einer Bremer Mannschaft, sondern kam in beiden Spielen zum Einsatz. „Er hatte etwas zu kämpfen, um das zu verarbeiten“, berichtete Kohfeldt nun – und hielt fest: „Inzwischen hat er es super getan.“

Romano Schmid sei jetzt wieder auf dem Niveau, das er während der ersten Wochen der Vorbereitung gehabt habe – heißt: wieder deutlich näher dran am Team. „Er ist mit Sicherheit jemand, der jederzeit ein Kader-Kandidat ist“, sagte Florian Kohfeldt, bremste die Erwartungen dann aber doch wieder etwas aus: „Bei uns ist es aber nun mal so, dass der Konkurrenzkampf in der Breite sehr stark ist. Das sind Nuancen.“ Und deshalb gelte für Schmid das Gleiche, was Kohfeldt kürzlich zu Patrick Erras – noch so ein Neuzugang, der bisher kaum zum Zuge kam – gesagt hatte: „Du kannst in einer Woche nicht im Kader sein und in der nächsten Woche Startelf spielen.“ Eine dieser Varianten hat Schmid inzwischen zur Genüge kennengelernt. Das mit dem Kader würde er nun gerne am 17. Oktober erleben, wenn Werder Bremen beim SC Freiburg gastiert. (dco)

Letzte Meldung vom 23. September 2020:

Neuzugang Romano Schmid bei Werder Bremen im Wartestand - Fritz: „Für ihn ist es von der Belastung her eine Umstellung“

Während des Pokalspiels in Jena gehörte er nicht zum Kader, und eine Woche später, beim Bundesliga-Auftakt gegen Hertha BSC, war es genauso: Romano Schmid muss sich beim SV Werder Bremen bisher mit der Rolle des Zuschauers begnügen.

Nach den teilweise guten Auftritten des 20-Jährigen in den Testspielen des Sommers ist das durchaus überraschend, nach Einschätzung von Werder Bremen aber vollkommen normal. „Man sollte den jüngeren Spielern einfach etwas Zeit geben“, sagt der Leiter Profifußball Clemens Fritz – und betont: „Wir sehen in Romano Schmid großes Potenzial. Er hat diese besonderen Momente in seinem Spiel und ist eine Art Straßenfußballer, der ein anderes Element in die Mannschaft bringt.“

Diese Einschätzung von Schmids Qualitäten war es auch, die Werder im Sommer dazu bewogen hat, den offensiven Mittelfeldspieler fest in den eigenen Profikader zu integrieren. Verpflichtet hatten die Bremer das Talent von RB Salzburg bereits im Januar 2019, hatten Romano Schmid dann aber umgehend wieder in seine Heimat Österreich ausgeliehen – zum Wolfsberger AC. Dort machte der U21-Nationalspieler mit guten Leistungen in der Liga sowie in der Europa League auf sich aufmerksam. Der angedachte nächste Schritt soll nun beim SV Werder Bremen erfolgen – und dabei ist offenbar Geduld gefragt.

Werder Bremen: Romano Schmid spielt nicht - „Der Konkurrenzkampf ist hoch“

„Es ist ein Prozess, der einfach etwas dauert. Für ihn ist es von der Belastung her eine Umstellung im Vergleich zu Wolfsberg“, hält Fritz fest und verweist darauf, dass Romano Schmid kurz vor dem Pflichtspielstart in Jena zudem eine gute Woche in Bremen verpasste hatte, weil er für Österreichs Nachwuchsnationalteam nominiert worden war. Da kann man gegenüber den Kollegen schon mal das Nachsehen haben, denn „der Konkurrenzkampf ist hoch bei uns“, sagt Fritz.

In diese Richtung argumentierte auch Cheftrainer Florian Kohfeldt nach dem Hertha-Spiel. „Romano hatte eine gute Trainingswoche. Er muss sich gegen Leo Bittencourt und Nick Woltemade durchsetzen, um in den Kader zu kommen. Das hat er diese Woche nicht geschafft“, berichtete der Coach des SV Werder Bremen. Es sei aber keineswegs auszuschließen, dass Schmid am Samstag, wenn Werder Bremen bei Schalke 04 gastiert, das erste Mal zum Bremer Aufgebot gehört. (dco/csa)

Derweil suchen die Grün-Weißen weiter nach einem Sechser: Ist Arne Maier von Hertha BSC ein Transfer-Kandidat beim SV Werder Bremen? Und: Zoff zwischen Davie Selke und Martin Hinteregger? Der Frankfurt-Profi ätzt gegen den Stürmer des SV Werder Bremen!

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