Mehr als nur ein Herausforderer beim SV Werder Bremen? Neuzugang Romano Schmid hat bislang einen guten Eindruck hinterlassen.
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Mehr als nur ein Herausforderer beim SV Werder Bremen? Neuzugang Romano Schmid hat bislang einen guten Eindruck hinterlassen.

Romano Schmid hat bei Werder viel vor

Kurze Beine, große Perspektive: Der Plan mit Werder-Neuzugang Romano Schmid

Zell am Ziller – Auf der Internetseite des SV Werder Bremen steht bei der Körpergröße von Romano Schmid 1,74 Meter. Das verwundert schon ein bisschen.

Der junge Österreicher Romano Schmid soll wirklich größer sein als Leonardo Bittencourt (1,71 Meter)? Eher nicht. Schmid dürfte der kleinste Profi im Kader des SV Werder Bremen sein, dafür hat er eine große Perspektive – und Clemens Fritz, der Leiter Scouting und Profi-Fußball, prophezeit, „dass er seine Einsätze bekommen wird“.

Werder Bremen: Auf welcher Position ist Neuzugang Romano Schmid am besten?

Romano Schmid gehört zu den auffälligsten Spielern in der bisherigen Vorbereitung, wenngleich er in den letzten Tagen etwas nachgelassen hat. Möglicherweise macht sich beim 20-Jährigen nun bemerkbar, dass es seine erste Vorbereitung bei Werder Bremen ist. Zuvor war er anderthalb Jahre an den österreichischen Erstligisten Wolfsberger AC ausgeliehen, nachdem ihn die Bremer von RB Salzburg losgeeist hatten. „Für mich ist das Training momentan noch einen Tick intensiver, weil ich zuvor verletzt war“, nennt Schmid bei werder.de einen weiteren Grund für eine gewisse Müdigkeit. Er hatte den Saisonendspurt wegen Adduktorenproblemen verpasst.

Davon war in seinen ersten Tagen bei Werder Bremen allerdings nicht viel zu sehen. Romano Schmid agierte im Mittelfeld sehr spielfreudig und mutig. „Ich habe ihn in der vergangenen Saison drei Mal live gesehen. Da hat es mich immer wieder überrascht, wie beharrlich er bei seiner Größe in den Zweikämpfe ist. Mit welcher Aggressivität er zu Werke geht“, erinnert sich Clemens Fritz an seine Besuche als Bremer Leihspiel-Beauftragter und urteilt: „Romano hat durch seine physischen Voraussetzungen vielleicht Nachteile, aber er lässt sich nichts gefallen. Das sieht man auch hier im Training. Er geht immer wieder nach.“

Werder Bremen: Große Pläne mit dem kleinen Romano Schmid

Mitunter sieht das schon seltsam aus, wenn der Gegenspieler gleich mehrere Köpfe größer ist, Romano Schmid den Ball dennoch behauptet und davonzieht. Er lässt sich selten niederringen. Deshalb ist er längst nicht mehr nur als Zehner, also als Spielmacher, ein Thema, sondern auch auf Positionen, die Robustheit erfordern. „Ich sehe ihn klar auf der Acht“, sagt Fritz. Dort ist die Konkurrenz bei Werder Bremen groß. Davy Klaassen und Maximilian Eggestein gelten eigentlich als gesetzt. Fritz traut Schmid dennoch zu, sich seine Einsatzzeiten beim SV Werder Bremen zu holen und mit seinen so klein wirkenden Beinen ganz groß aufzuspielen. Dabei scheint Schmid bestens zu Werder und vor allem zum Bremer Wetter zu passen. „Ich glaube, dass ich bei Regen am besten bin. Es spornt mich an, wenn das Flutlicht an ist und es schüttet“, sagte er in einem Club-Interview und behauptete: „Der Regen gibt zusätzliche Power.“ (kni)

Letzte Meldung vom 7. August 2020:

Instinkt-Fußballer Romano Schmid will seinen Platz in der Werder Bremen-Offensive finden - „Er agiert sehr schlau“

Zugegeben, der Wolfsberger AC zählt eher nicht zu den Clubs, die hiesige Fußballfans intensiv und regelmäßig verfolgen. In der vergangenen Saison war der Erstligist aus Österreich aber zumindest kurzzeitig großes Thema in Fußball-Deutschland. Im September setzte sich Wolfsberg in der Europa League sensationell mit 4:0 gegen Borussia Mönchengladbach durch, was auch in Bremen auf Interesse stieß. Schließlich hatte ein Spieler des SV Werder Bremen für die Szene der Partie gesorgt: Romano Schmid. Am Freitag wurde der 20-jährige Österreicher nach seiner einjährigen Leihe an den Wolfsberger AC offiziell als Bremer Neuzugang vorgestellt – und natürlich sofort auf die Szene aus dem Herbst 2019 angesprochen.

Werder Bremen: Romano Schmid gelingt Kabinettstückchen gegen Borussia Mönchengladbach

Kurz zur Erinnerung: Auf dem Gladbacher Bökelberg lief die 13. Spielminute, als Schmid nach einem Einwurf auf dem rechten Flügel an den Ball kam, sich blitzschnell drehte, die Kugel noch während der Bewegung durch die Beine von Florian Neuhaus schob – und per Flanke das 1:0 vorbereitete. Ein Kabinettstückchen, das auch noch Ertrag einbrachte. Im Sommer 2020 muss Schmid schmunzeln, wenn er an die Szene denkt.

„Ich handele einfach immer aus der Aktion heraus, bei mir gibt es keine feste Struktur“, sagt der Neu-Bremer und beschreibt sich damit im Grunde als Spielertyp, den man vor nicht allzu langer Zeit noch „Instinktfußballer“ genannt hätte. „Mein Ziel ist es, Aktionen zu liefern, die zu Assists oder zu Toren führen“, betont Romano Schmid, der in der vergangenen Saison in Wolfsberg meist auf der Achterposition zum Einsatz kam, sich laut eigener Aussage aber auch als Spielmacher oder auf dem linken Flügel wohlfühlt. Bei Werder Bremen – so viel ist klar – wird er so oder so in der Rolle des Herausforderers in die neue Saison starten.

Werder Bremen-Neuzugang Romano Schmid: Drei Tore in 33 Pflichtspielen für den Wolfsberger AC

Fest von RB Salzburg verpflichtet hatten die Bremer das Talent bereits in der Winterpause der Spielzeit 2018/2019, um Schmid dann allerdings umgehend zurück in seine Heimat zu verleihen. „Der Schritt in den Herrenbereich ist immer sehr schwer. Deswegen war es in unseren Augen sinnvoll, dass Romano zunächst in Österreich Spielpraxis sammelt“, erklärt Sportchef Frank Baumann, „nämlich in einer Liga, die im Vergleich mit der Bundesliga zwar gut, aber eben keine Top-Liga ist“. Nach dem Jahr mit Wolfsberg ist sich Romano Schmid sicher, ein besserer Fußballer geworden zu sein: „Der Schritt war genau richtig für mich. Vor allem in Sachen Defensivarbeit habe ich mich wirklich verbessert, und das möchte ich jetzt auch bei Werder Bremen unter Beweis stellen.“ Für Wolfsberg kam Schmid in insgesamt 33 Pflichtspielen zum Einsatz, in denen ihm drei Tore und elf Vorlagen gelangen.

Werder Bremen: Romano Schmid und Marco Friedl kennen sich aus der U21-Nationalmannschaft

Während seiner ersten Tage in der noch ungewohnten Umgebung bei Werder („Hier ist alles viel größer als in Österreich“) kann sich Schmid übrigens voll und ganz auf Landsmann und Mitspieler Marco Friedl verlassen. „Wir kennen uns schon länger aus der U21-Nationalmannschaft. Er hilft mir wirklich viel“, berichtet der Neuzugang, der schon der 13. österreichische Fußballprofi ist, den Werder Bremen in seiner Geschichte verpflichtet hat.

„Romano haben wir wirklich schon sehr, sehr lange im Blick“, sagt Baumann, „bei ihm war früh zu sehen, dass er ein richtig guter Zocker, ein richtig guter Fußball ist.“ Während seiner Leihstation habe der 20-Jährige enorm viel dazugelernt. Baumann: „Er agiert sehr schlau und hat sowohl in der Liga als auch international gezeigt, dass er den Sprung in den Herrenbereich definitiv geschafft hat.“ Fragen Sie doch mal bei Florian Neuhaus von Borussia Mönchengladbach nach. (dco)

Werder-Sportchef Frank Baumann und Neuzugang Romano Schmid am Freitag im Bremer Weserstadion.

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