Der Moment der Erlösung: Im 42. Anlauf gelang Romano Schmid gegen Erzgebirge Aue sein erster Treffer für Werder Bremen.
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Der Moment der Erlösung: Im 42. Anlauf gelang Romano Schmid gegen Erzgebirge Aue sein erster Treffer für Werder Bremen.

Traumtor gegen Erzgebirge Aue

Tor-Premiere für Werder Bremen: Endlich hat „Zauberer“ Romano Schmid einen reingezaubert

Bremen – Lange hat es gedauert, um herauszufinden, wie bei Romano Schmid ein Torjubel aussieht. Hat er eine spezielle Geste? Rührt er im Topf wie Serge Gnabry? Macht er den Harlekin wie Marvin Ducksch? Oder schlägt er einen Salto wie einst Miroslav Klose? Man konnte es ja nicht wissen, weil der junge Österreicher noch nie einen Pflichtspieltreffer für den SV Werder Bremen erzielt hatte. Bis Freitagabend.

Dann war der Bann endlich gebrochen. Mit seinem bereits 40. Torschuss der Saison und im insgesamt 42. Spiel für Werder Bremen hatte Romano Schmid getroffen – und es blieb festzuhalten: Das Tor selbst war weitaus spektakulärer als der Jubel danach. Mit ausgestrecktem Zeigefinger lief der 21-Jährige Richtung Fans, setzte dann zur Rutschpartie auf den Knien an und fiel schließlich als erstem Mitspieler Leonardo Bittencourt um den Hals. Nicht etwa, weil dieser der Vorlagengeber gewesen wäre, sondern weil der erfahrene Kollege Schmid bei dessen mitunter schon verzweifelter Jagd nach dem ersten Tor im deutschen Profi-Fußball immer Mut zugesprochen hatte. Letztlich mit Erfolg. „Nach eineinhalb Jahren kann man sagen, dass einem Offensivspieler das erste Tor guttut. Dass es ein schönes war, ist natürlich umso besser“, sagte Schmid erleichtert.

Werder Bremen: Ole Werner lobt Romano Schmids Trainingseifer und freut sich über „sehr schönes Tor“

Aus etwa 20 Metern hatte er im Spiel gegen den FC Erzgebirge Aue abgezogen. Mal wieder ein Distanzschuss, wie Schmid sie schon oft abgefeuert hatte. Oft waren die Versuche übermütig, selten gefährlich. Diesmal passte jedoch alles. Unhaltbar zirkelte der nur 1,68 Meter große Mittelfeldakteur den Ball zur Bremer 1:0-Führung ins Tor. Und Ole Werner, der neue Trainer des SV Werder Bremen, war einer der wenigen im Wohninvest Weserstadion, der sich in diesem Moment nicht wunderte.

Erstens weil er über Schmids Torlosigkeit gar nicht so richtig im Bilde war, sich erst von Co-Trainer Patrick Kohlmann informieren lassen musste: „Ich hatte das weniger auf dem Zettel, aber Patrick wusste das.“ Zweitens weil der österreichische U21-Nationalspieler genau diese Schüsse noch im Training vor dem Spiel gezielt geübt hatte. „Romano stand nach den Einheiten ein paar Mal am Sechzehner und hat sich solche Dinger auflegen lassen. Vielleicht lag es ja an dieser Trainingsarbeit. Es war auf jeden Fall ein sehr schönes Tor“, sagte Werner.

Werder Bremen: Romano Schmid freut sich über „wahnsinnig wichtiges Tor“ gegen Erzgebirge Aue

Es gab niemanden im Team, der sich nach dem 1:0 nicht mit Romano Schmid, der in Österreich „Zauberer“ gerufen wird und diesen Spitznamen sogar auf seinen Schuhen trägt, freute. Bittencourt hatte ihm stets geraten, sich „nicht zu sehr einen Kopf zu machen“, als die Bälle noch alle am Tor vorbeiflogen. „Bald wird Romano treffen“, hatte er noch vor kurzem versprochen. Niclas Füllkrug sagte nun, er freue sich „riesig“ für Schmid: „Er ist ein enger Kumpel, ich bin viel mit ihm zusammen. Wir alle sehen im Training, dass er ein Wahnsinnskicker ist. Jetzt ist der Knoten bei ihm geplatzt.“

Ist er das? Die kommenden Partien werden es zeigen. Noch mal 42 Spiele oder 40 Torschüsse will Romano Schmid sicherlich nicht warten bis zu seinem nächsten Treffer für Werder Bremen – dafür hat sich die Premiere viel zu gut angefühlt. „Das Tor war wahnsinnig wichtig für mich, ein Riesenerfolg“, sagte er, „ich hoffe, es geht so weiter.“ (csa) Lest auch: Torfestival unter den Augen von Ole Werner - Werders U23 schlägt auch Jeddeloh klar!

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