Werder-Spieler einer der großen Gewinner

Nur nicht nachlassen: Werder-Profi Romano Schmid liebt aggressives Pressing und lebt das voll aus

Bremen – Schlappe drei Stunden war er noch weg, der Anpfiff gegen den kroatischen Nachwuchs. Doch Werner Gregoritsch, Coach der österreichischen U21-Nationalmannschaft, hatte noch eine wichtige Neuigkeit zu überbringen. Eine, die vor allem Romano Schmid glücklich machte. Es war nämlich der Augenblick, in dem der Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen erfuhr, dass er der neue Kapitän der Talente aus der Alpenrepublik sein würde. Eine große Ehre zweifelsfrei – und der nächste Beweis dafür, dass in Schmids Karriere derzeit einiges in die richtige Richtung läuft.

„Auf jeden Fall bin ich richtig stolz“, platzte es auch noch Tage später aus ihm heraus. Werder Bremen hatte Romano Schmid am Donnerstag zur digitalen Medienrunde aufs Podium beordert, und der 22-Jährige plauderte gern über die Länderspiele. „Ich weiß, dass ich schon länger ein Kandidat war“, erklärte Schmid, für den die zusätzliche Aufgabe deshalb keineswegs überfordernd war. „Mein Standing in dieser Mannschaft war auch vorher schon groß, sodass ich nichts verändert habe. Ich durfte die Ansprache vor dem Spiel halten, das war der einzige Unterschied.“

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Werder Bremen: Romano Schmid einer der großen Gewinner nach dem Abstieg in die 2. Bundesliga

Und wie es sich für einen richtigen Kapitän gehört, ging der 22-Jährige anschließend auch auf dem Platz voran. Vielleicht noch nicht unbedingt gegen Kroatien, wo es nach 90 Minuten 0:0 hieß. Aber auf jeden Fall gegen Norwegen, als Romano Schmid bereits nach elf Minuten mit einem strammen Schuss ins kurze Eck der Führungstreffer gelang. Am Ende gewannen die Österreicher mit 2:1, die Hoffnung auf das Ticket zur U21-EM lebt weiter.

Schmids Entwicklung ist längst mehr als eine Hoffnung – was nicht nur in seiner Heimat, sondern insbesondere am Osterdeich wohlwollend betrachtet wird. Stets wurde das große Potenzial des Grazers betont, in dieser Saison schöpft er es bei Werder Bremen so richtig aus. Wo er in der Vergangenheit kleine Kostproben gab, ist er inzwischen konstanter Lieferant. Kurzum: Wenn es nach dem bitteren Abstieg des Vereins so etwas wie Gewinner gibt, dann gehört Romano Schmid zweifelsfrei dazu.

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Werder Bremen: Aggressiver Romano Schmid wichtig für die Umsetzung der Spielidee von Ole Werner

Doch der stapelt tief. „Es ist halt so, wie es in einer langen Saison immer ist: Man hat mal Schwierigkeiten da und dort“, sagte er. Doch auch Romano Schmid weiß natürlich, dass diese zuletzt bei Werder Bremen kaum mehr sichtbar waren. „Fakt ist, dass ich mich jetzt festgebissen habe. Der Trainer sieht mich am stärksten auf der Acht – ich mich ebenfalls. Ich glaube, dass das gesamte Trainerteam um meine Stärken weiß und ich in dieses System ganz gut hineinpasse.“

Tatsächlich ist es auf dem Rasen nicht zu übersehen, wie wichtig Schmid für die Umsetzung der Ideen von Ole Werner ist. Der quirlige Mittelfeldakteur grätscht, rennt, passt und schießt. Und zwar ziemlich effektiv. Nicht weil er es muss, sondern weil es in seinem Naturell liegt. Probiert hat er das in seiner Bremer Zeit schon immer, so richtig auffällig ist er aber erst jetzt. Romano Schmid selbst hat dafür eine ganz plausible Erklärung. „Wenn man mich früher in Wolfsberg hat spielen sehen, dann war ich da zehnmal aggressiver, denn dort haben wir ein Vollpressing gespielt“, erinnerte er sich. „Natürlich passt man sich dann etwas an, wenn man dann nicht mehr so aktiv verteidigt.“ Und da bei Werder Bremen einst ein anderer Ansatz gewählt wurde, musste sich auch Schmid erst einmal neu orientieren. „Im letzten Jahr haben wir viel im Raum verteidigt, somit ist es auch schwieriger, in solche Zweikämpfe zu kommen“, erklärte er. „Jetzt sieht man, dass wir ein anderes System und eine andere Spielidee haben.“

Romano Schmid heiß auf den Saison-Endspurt mit Werder Bremen: „Wir sind voller Selbstvertrauen!“

Apropos vergangenes Jahr: Vor genau zwölf Monaten gehörte Werder Bremen noch zum Inventar der 1. Liga, stand in der Tabelle über der Abstiegszone – und verspielte anschließend alles. Nun gibt es wieder viel zu verlieren, dieses Mal den Aufstieg samt angenehmer Ausgangslage. Für Romano Schmid sind Drucksituationen dennoch nicht vergleichbar. „Es ist ein komplett anderes Gefühl. Wir sind voller Selbstvertrauen, das waren wir damals nicht“, unterstrich er. „Wir gehen das jetzt genauso an wie die letzten 13, 14 Spiele. Wir geben hundert Prozent oder mehr und freuen uns auf jedes einzelne Spiel.“

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Nachlassen ist also nicht. Auch nicht nach einer intensiven Länderspielwoche. „In solch einer Phase zu sagen, dass man durchschnaufen will, ist völliger Blödsinn“, sagte Romano Schmid. „Jeder von uns ist ziemlich heiß auf diese Endphase.“ Und wem sollte man das momentan mehr glauben als ihm? (mbü) Neuer Vertrag für Romano Schmid - darum verlängerte der Mittelfeldspieler bei Werder Bremen!

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