Das ganze Team auf seinen Schultern? Nicht ganz, aber dass Ömer Toprak (trägt Marvin Ducksch) als einer der Routiniers wieder zurück ist, dürfte Werder Bremen mehr Stabilität verleihen.
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Das ganze Team auf seinen Schultern? Nicht ganz, aber dass Ömer Toprak (trägt Marvin Ducksch) als einer der Routiniers wieder zurück ist, dürfte Werder Bremen mehr Stabilität verleihen.

Werder wieder mit Toprak, Groß und Bittencourt

Die Routiniers des SV Werder Bremen sind zurück: Führungsspieler auch in der Freude

Nürnberg – Als in der Schlussminute auch noch Ömer Toprak sein Comeback feierte, war Markus Anfangs Sehnsucht erfüllt. Endlich und zum ersten Mal in der laufenden Saison hatte der Trainer des SV Werder Bremen alle Spieler gemeinsam auf dem Platz, die das Korsett der Mannschaft, die Achse auf dem Platz bilden sollen, von denen aber im ersten Saisondrittel immer mindestens einer oder meistens gleich mehrere gefehlt hatten.

Doch während des 2:1-Sieges des SV Werder Bremen beim 1. FC Nürnberg standen letztlich, wenn auch nur für Momente, Ömer Toprak (32), Christian Groß (32), Leonardo Bittencourt (27) und Niclas Füllkrug (28) zeitgleich auf dem Feld. Anfang setzt nun darauf, dass die Vollversammlung der Routiniers nicht nur eine Momentaufnahme, sondern ein Zustand von längerer Dauer sein wird.

„Ich hoffe, dass jetzt auch alle gesund bleiben“, sagte Anfang in Nürnberg, und es kam beinahe einem Stoßgebet gleich. Denn der Coach erhofft sich viel von der Fraktion Erfahrung, von der beim großen personellen Aderlass im Sommer nicht viel übriggeblieben war. Folglich ist Anfang heilfroh, dass er in Nürnberg nach dem späten Führungstreffer für Werder Bremen durch Bittencourt (88.) einen Mann wie Toprak bringen konnte, um den Vorsprung in der Nachspielzeit der Partie abzusichern. „Für genau diesen Fall haben wir Ömer auf die Bank gesetzt. Es war perfekt, dass wir ihn einwechseln konnten, als wir geführt haben“, erklärte Anfang.

Werder Bremen: Ömer Toprak-Comeback nach fast zwei Monaten Verletzungspause

Mit Topraks Rückkehr nach fast zwei Monaten Pause wegen einer Wadenverletzung konnte der Coach einen (vorläufigen?) Schlussstrich unter ein Problem ziehen, das für ihn maßgeblich dafür verantwortlich war, dass Werder Bremen nach dem Abstieg so schwer in die Saison gekommen ist. Nicht, dass die jungen Spieler es schlecht gemacht hätten, aber mit der zurückgekehrten Routine würde das Team definitiv an Qualität dazugewinnen, argumentiert Anfang: „Wir brauchen die erfahrenen Spieler, weil sie eine gewisse Ruhe reinbringen.“

Dass Werder Bremen mit den Führungen gegen den SV Sandhausen und den FC St. Pauli anders umgegangen wäre, die Vorsprünge länger gehalten hätte, wenn Toprak und Groß auf dem Platz gestanden hätte, ist erstmal nur eine These. Aber dass beispielsweise Groß, der in Nürnberg seinen zweiten Einsatz nach einer sechswöchigen Pause infolge einer Knie-OP absolviert hatte, der Mannschaft nach seiner Einwechslung geholfen hat, ist für Anfang ein Fakt: „Er hat für Stabilität gesorgt.“ Und Bittencourt, mit 27 Jahren der Jüngste der Routiniers, erzielte das Siegtor. So viel zu seinem Wert für das Team.

Werder Bremen verwandelte gegen den 1. FC Nürnberg einen 0:1-Rückstand spät in einen Sieg

Anfang sieht aber nicht nur im direkten Einfluss auf das Geschehen auf dem Platz ein Plus, sondern auch im Auftreten der Führungsspieler in der Kabine. Wenn Ömer Toprak spricht, wenn Christian Groß sich äußert oder Leonardo Bittencourt seine Lockerheit versprüht – all das mache Eindruck auf das Team. Die Nürnberg-Partie habe in dieser Hinsicht ein gutes Beispiel geliefert, so Anfang. Die Erfahrenen hätten „vor dem Spiel und in der Halbzeit Stimmung gemacht, so dass wir eine gewisse Leidenschaft bekommen haben. Die Mannschaft spürt dann den Zusammenhalt.“

Was Leo Bittencourt mit einer Schilderung der Halbzeitpause bestätigte: „In der Kabine war ganz klar die Marschroute: ,Jungs, den Rückstand schütteln wir ab, heute drehen wir das Spiel. Die Mannschaft hat auch ein Stück weit die Sicherheit gespürt, weil Grosso wieder dabei war, weil Ömer helfen konnte, weil ich wieder dabei war. Dann muss in der Kabine auch nicht immer nur der Trainer was sagen, sondern wir können uns auch innerhalb der Mannschaft Mut zusprechen. Das war auch ausschlaggebend.“ Das Ergebnis ist bekannt: Werder Bremen verwandelte in den Schlussminuten einen 0:1-Pausenrückstand in den 2:1-Sieg. Den Jubel danach choreografierten übrigens auch die „Alten“. Bittencourt und Toprak übernahmen die Regie, wie vor der Bremer Kurve im Max-Morlock-Stadion gefeiert wurde. Führungsspieler auch in der Freude eben.

Werder Bremen-Kapitän Ömer Toprak gegen Schalke 04 ein Startelf-Kandidat?

Nun kommt es darauf an, dass Groß und Bittencourt nach dem Teilzeit-Job in Nürnberg bis zum Spiel des SV Werder Bremen gegen Schalke 04 am 20. November körperlich auf hundert Prozent gebracht werden. Das sei in beiden Fällen möglich, denkt Anfang: „Leo und Grosso sollten es schaffen.“ Bei Toprak, dem Bremer Dauerpatienten, werde es aber schwierig, ihn in der zur Verfügung stehenden Zeit auf Top-Niveau zu bringen. Anfang: „Wenn er jetzt zwei Wochen mit der Mannschaft arbeitet, wird er sicher schon auf einem guten Level sein. Ob er dann 90 Minuten gegen Schalke schafft und starten kann, werden wir sehen.“ (csa)

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