Nuri Sahin (li.) und Philipp Bargfrede.
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Nuri Sahin (li.) und Philipp Bargfrede.

Werder-Aufstellung gegen den VfB

Sahin oder Bargfrede? „Viel Spaß beim Knobeln!“

Bremen - Die Frage ist mittlerweile Standard bei einer Spieltags-Pressekonferenz: Bargfrede oder Sahin?

Die Antwort von Florian Kohfeldt ist auch stets die gleiche: „Vielleicht auch beide.“ Der Werder-Trainer muss mittlerweile selbst lachen bei dem Thema, weil er ständig zum verbalen Spaziergang um den heißen Brei herum eingeladen wird. 

Aber seit Dienstag steckt in dem Thema mehr Feuer denn je. Schließlich hatte beim 3:1 gegen Hertha BSC erstmals Neuzugang Sahin den Vorzug vor Bargfrede bekommen und dabei eine Stunde lang überzeugt. Dann wurde er – müde, durch einen Pferdekuss gehandicapt und taktisch bedingt – ausgewechselt. 

Aber die 60 Minuten hatten gereicht, um alles zu bestätigen, was die Werder-Verantwortlichen in Sahin sehen: einen spielstarken und spielintelligenten Sechser mit auch defensiven Qualitäten. Weshalb vor dem Spiel beim VfB Stuttgart zwingend wieder die Frage gestellt werden muss: Bargfrede oder Sahin?

Personelle Änderungen wieder mehr als wahrscheinlich

Mit der Wiedergabe der Antwort soll gewiss niemand gelangweilt werden, aber sie lautete halt erneut: „Nuri hat eine gute Chance zu spielen. Bargi hat eine gute Chance zu spielen. Vielleicht spielen also beide.“ Wie das aussehen könnte? Kohfeldt zählte auf: „Als Doppelsechs. Mit Bargfrede auf der Sechs und Sahin auf der Acht. Mit Bargfrede in einer Dreierabwehrkette und Sahin davor. In einer Raute mit Sahin auf der Zehn und gegen den Ball dann mit Doppelsechs.“ Und es gäbe sogar noch mehr Varianten, grinste Kohfeldt, der den Medienvertretern abschließend „viel Spaß beim Knobeln“ der Aufstellung wünschte.

Philipp Bargfrede: Seine Karriere in Bildern

Philipp Bargfrede ist ein echter Ur-Bremer. Seit 2004 spielt der Defensivmann schon für Werder. Mit dem Fußballspielen angefangen hatte er beim TuS 1906 Heeslingen. Seine Karriere in Bildern.
Philipp Bargfrede ist ein echter Ur-Bremer. Seit 2004 spielt der Defensivmann schon für Werder. Mit dem Fußballspielen angefangen hatte er beim TuS 1906 Heeslingen. Seine Karriere in Bildern. © Gumz
Im Alter von von 15 Jahren wechselte der defensive Mittelfeldspieler in die Jugendabteilung des SV Werder Bremen. Dort unterlief er die Teams von der U17 bis zur U19.
Im Alter von von 15 Jahren wechselte der defensive Mittelfeldspieler in die Jugendabteilung des SV Werder Bremen. Dort unterlief er die Teams von der U17 bis zur U19. © imago
2008 unterschrieb er bei den Grün-Weißen einen Profivertrag, kickte zunächst noch für die U23, absolvierte die Vorbereitung aber bereits unter Trainer Thomas Schaaf mit der ersten Mannschaft.
2008 unterschrieb er bei den Grün-Weißen einen Profivertrag, kickte zunächst noch für die U23, absolvierte die Vorbereitung aber bereits unter Trainer Thomas Schaaf mit der ersten Mannschaft. © imago
Sein Bundesliga-Debüt feierte er bei der 2:3-Auftaktniederlage gegen Eintracht Frankfurt am 8. August 2009. Bargfrede kam in der 74. Minute für Tim Borowksi ins Spiel.
Sein Bundesliga-Debüt feierte er bei der 2:3-Auftaktniederlage gegen Eintracht Frankfurt am 8. August 2009. Bargfrede kam in der 74. Minute für Tim Borowksi ins Spiel. © imago
Bis zum ersten Treffer im deutschen Fußball-Oberhaus musste sich Bargfrede aber lange gedulden. Erst am 14. Spieltag der Saison 2013/14 traf er - gegen die TSG Hoffenheim in der Nachspielzeit zum 4:4.
Bis zum ersten Treffer im deutschen Fußball-Oberhaus musste sich Bargfrede aber lange gedulden. Erst am 14. Spieltag der Saison 2013/14 traf er - gegen die TSG Hoffenheim in der Nachspielzeit zum 4:4. © imago
Apropros Hoffenheim: Die TSG ist Bargfredes absoluter Lieblingsgegner - zumindest was das Toreschießen betrifft. Viermal traf er bisher gegen Hoffenheim - so oft wie gegen keinen anderen Club.
Apropros Hoffenheim: Die TSG ist Bargfredes absoluter Lieblingsgegner - zumindest was das Toreschießen betrifft. Viermal traf er bisher gegen Hoffenheim - so oft wie gegen keinen anderen Club. © gumzmedia
In seiner Laufbahn musste der Fußballprofi allerdings auch viele Rückschläge hinnehmen. Bargfrede war schon öfter schwer verletzt. Immer wieder bereitete ihm sein Meniskus im Knie Probleme und zwang ihn zu langen Pausen.
In seiner Laufbahn musste der Fußballprofi allerdings auch viele Rückschläge hinnehmen. Bargfrede war schon öfter schwer verletzt. Immer wieder bereitete ihm sein Meniskus im Knie Probleme und zwang ihn zu langen Pausen. © imago
Doch der Mittelfeldspieler ist immer wieder stark zurückgekommen, war nach seinen Verletzungen prompt wieder bei 100 Prozent.
Doch der Mittelfeldspieler ist immer wieder stark zurückgekommen, war nach seinen Verletzungen prompt wieder bei 100 Prozent. © gumzmedia
Im März 2018 bestätigte Bargfrede gegenüber der DeichStube: „Ich bleibe bei Werder“.
Im März 2018 bestätigte Bargfrede gegenüber der DeichStube: „Ich bleibe bei Werder“. © gumzmedia

Seinen eigenen Spaß hat er sowieso mit der freien Auswahl an Spielern – nicht nur wegen Sahin und Bargfrede, sondern auch auf den anderen Positionen in Mittelfeld und Angriff. Ausnahmslos jeder Anwärter hat dort schon auf sich aufmerksam gemacht, ausnahmslos jeder, der zuletzt zur Verfügung stand, steht auch am Samstag gegen den VfB Stuttgart zur Verfügung. Und Kohfeldt hat nicht vor, irgendwem am Ende der Englischen Woche aus Gründen der Schonung auf die Bank zu setzen. „Wir haben Samstag und Dienstag gespielt und spielen nun wieder am Samstag – da ist jeweils genug Zeit zwischen den Spielen, um sich zu erholen. Aus Fitness- oder Müdigkeitsgründen müssen wir personell nicht rotieren“, erklärt der 35-Jährige. 

Werder-Coach Florian Kohfeldt in der Pressekonferenz vor dem Stuttgart-Spiel.

Dennoch sind personelle Änderungen wieder mehr als wahrscheinlich. Kohfeldt: „Wir haben bisher in allen Spielen unterschiedliche Sachen gemacht. Von daher kann man das vielleicht als etwas Beständiges nehmen.“ Möglich, dass das ein versteckter Hinweis darauf war, dass Philipp Bargfrede wieder Nuri Sahin verdrängt. Aber wer weiß das schon. Außer Kohfeldt.

Nuri Sahin: Seine Karriere in Bildern

Nuri Sahin hat im zarten Alter von 16 Jahren, elf Monaten und einem Tag sein Bundesliga-Debüt gefeiert - bis heute Rekord!
Nuri Sahin hat im zarten Alter von 16 Jahren, elf Monaten und einem Tag sein Bundesliga-Debüt gefeiert - bis heute Rekord als jüngster Fußballer in der deutschen Belle Etage! © imago
Die nächste Bestmarke gab es für das erste Bundesligator: Mit 17 Jahren, zwei Monaten und 21 Tagen ist Sahin der jüngste Torschütze.
Die nächste Bestmarke gab es für das erste Bundesligator: Mit 17 Jahren, zwei Monaten und 21 Tagen ist Sahin der jüngste Torschütze. © imago
Nach einer einjährigen Leihe zu Feyernoord Rotterdam (2007/2008) ging es zurück zum BVB, wo mittlerweile ein gewisser Jürgen Klopp das Zepter schwang.
Nach einer einjährigen Leihe zu Feyernoord Rotterdam (2007/2008) ging es zurück zum BVB, wo mittlerweile ein gewisser Jürgen Klopp das Zepter schwang. © imago
Unter „Kloppo“ war Sahin der Dirigent im Dortmunder Mittelfeld und trug mit seinen sechs Toren und acht Assists maßgeblich zur Meisterschaft 2010/2011 bei.
Unter „Kloppo“ war Sahin der Dirigent im Dortmunder Mittelfeld und trug mit seinen sechs Toren und acht Assists maßgeblich zur Meisterschaft 2010/2011 bei. © imago
Der Mittelfeldmotor wagte den größtmöglichen Schritt und wechselte am 1. Juli 2011 für 10 Millionen Euro zu Real Madrid. Unter Coach Jose Mourinho kam er nur viermal zum Zug...
Der Mittelfeldmotor wagte den größtmöglichen Schritt und wechselte am 1. Juli 2011 für 10 Millionen Euro zu Real Madrid. Unter Coach Jose Mourinho kam er nur viermal zum Zug... © imago
... und wurde nach nur einer Saison an den FC Liverpool ausgeliehen, wo der Türke jedoch nur siebenmal eingesetzt wurde. 
... und wurde nach nur einer Saison an den FC Liverpool ausgeliehen, wo der Türke jedoch nur siebenmal eingesetzt wurde.  © imago
Wieder aufwärts ging es nach seiner Rückkehr zu Borussia Dortmund. Am 11. Januar 2013 wurde Sahin als Winterneuzugang offiziell vorgestellt und erreichte unter anderem das Champions-League-Finale 2013.
Wieder aufwärts ging es nach seiner Rückkehr zu Borussia Dortmund. Am 11. Januar 2013 wurde Sahin als Winterneuzugang offiziell vorgestellt und erreichte unter anderem das Champions-League-Finale 2013. © imago
Nuri Sahin ist 52-mal für die türkische Nationalmannschaft aufgelaufen. Nach der verpassten Qualifikation für die WM in Russland hat Sahin seinen Rücktritt bekannt gegeben.
Nuri Sahin ist 52-mal für die türkische Nationalmannschaft aufgelaufen. Nach der verpassten Qualifikation für die WM in Russland hat er seinen Rücktritt bekannt gegeben. © imago
Am Deadline Day, 31. August 2018, hat Werder Bremen den Transfer von Nuri Sahin fix gemacht. In Zukunft läuft der Mittelfeldmotor in Grün-Weiß auf.
Am Deadline Day, 31. August 2018, hat Werder Bremen den Transfer von Nuri Sahin fix gemacht. In Zukunft läuft der Mittelfeldmotor in Grün-Weiß auf. © gumzmedia
Sein Pflichtspieldebüt für Werder gab Sahin am dritten Spieltag gegen den 1. FC Nürnberg (1:1).
Sein Pflichtspieldebüt für Werder gab Sahin am dritten Spieltag gegen den 1. FC Nürnberg (1:1). © gumzmedia
Nuri Sahin erzielt am 10. November 2018 beim Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach sein erstes Tor für Werder Bremen.
Nuri Sahin erzielt am 10. November 2018 beim Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach sein erstes Tor für Werder Bremen. © imago

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