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Jiri Pavlenka legte eine großartige erste Saison in der Bundesliga hin. 87 Prozent der Teilnehmer am großen Fan-Voting der DeichStube gaben dem Keeper die Saisonnote „1“.

Bilanz der Saison 2017/2018

Saison-Zeugnis - Teil 1: Der Volltreffer zwischen den Pfosten

Bremen - Der Beste? Natürlich Jiri Pavlenka! Der Torwart des SV Werder hat sich in nicht für möglich gehaltenem Tempo zum Liebling der Fans und auch zum objektiv betrachtet stabilen Leistungsträger entwickelt.

Aus den Benotungen, die die DeichStube bei allen 34 Bundesliga-Spielen vorgenommen hat, ergibt sich für den tschechischen Torhüter eine Saison-Durchschnittsnote von 2,69 – es ist der Werder-Top-Wert. Noch beeindruckender schneidet Pavlenka beim Fan-Voting, der großen Umfrage der DeichStube, ab. 87 Prozent aller Teilnehmer gaben dem Keeper die „Note 1“. Auch hier kann kein anderer Bremer Profi auch nur annähernd mithalten – wie es das Saisonzeugnis zeigt. Heute Teil eins mit Tor und Abwehr.

Jiri Pavlenka

Mit großer Skepsis empfangen, zum großen Helden aufgestiegen – das ist die kürzeste Zusammenfassung seiner Premierensaison in der Bundesliga. Zu Anfang fragte man sich schon, warum Werder ausgerechnet einen 25 Jahre alten Tschechen ohne Auslandserfahrung verpflichtet. Zumal so auch der in der Endphase der Vorsaison stabile Felix Wiedwald verprellt wurde. Eine Saison später kennen alle die Gründe: Weil Pavlenka ein richtig Guter ist. Seine Quote der gehaltenen Bälle liegt bei 72,8 Prozent – ein Spitzenwert in der Liga. „Seine Konstanz überrascht uns“, gab selbst Torwart-Trainer Christian Vander zu.

Spiele/eingewechselt/ausgewechselt: 34/0/0

Tore/Vorlagen: 0/0

Minuten gespielt: 3060

Fan-Note: 1,16

Note der DeichStube: 2,69

Theodor Gebre Selassie

Der Rechtsverteidiger ist nun wirklich kein Rockstar unter den Bremer Profis, seine Stärke ist nicht Glamour, sondern Zuverlässigkeit. 31 Spiele bestritt der Tscheche von Anfang bis Ende, kam so auf 2.828 Spielminuten – mehr als jeder andere Feldspieler. Seine Leistungen waren genauso selten herausragend wie superschlecht. Solide eben. Die beste Aktion hatte sich Gebre Selassie dabei bis zum Schluss aufbewahrt. Sein Siegtor am letzten Spieltag in Mainz bescherte Werder einen Sprung in der TV-Geld-Tabelle und Mehreinnahmen von vier Millionen Euro.

Spiele/eingewechselt/ausgewechselt: 32/1/0

Tore/Vorlagen: 3/0

Minuten gespielt: 2828

Fan-Note: 2,62

Note der DeichStube: 3,46

Robert Bauer

Zu Saisonbeginn noch Stammspieler in einer Dreierkette, doch mit dem Trainerwechsel von Alexander Nouri zu Florian Kohfeldt begannen für ihn die Probleme. Das System änderte sich, plötzlich wurde Viererkette gespielt. Bauer saß fortan meistens auf der Bank, weil der Rechtsverteidigerposten an Gebre Selassie fest vergeben war. Wenn er dann doch einmal spielen durfte, lieferte Bauer keine Argumente für weitere Einsätze. In den letzten acht Saisonspielen kam der 23-Jährige gar nicht mehr zum Einsatz, weshalb bei ihm und auch beim Verein die Einsicht reifte, dass eine Trennung im Sommer wohl das Beste für alle ist. Noch hat Bauer, vor zwei Jahren als vielversprechender 2,5-Millionen-Euro-Einkauf vom FC Ingolstadt gekommen, jedoch keinen neuen Verein gefunden.

Spiele/eingewechselt/ausgewechselt: 16/4/3

Tore/Vorlagen: 0/0

Minuten gespielt: 952

Fan-Note: 4,30

Note der DeichStube: 4,04

Milos Veljkovic schrieb in der abgelaufenen Saison seine eigene Erfolgsstory.

Milos Veljkovic

In vielen Saisonrückblicken hat sein Slapstick-Eigentor am vierten Spieltag gegen Schalke 04 einen festen Platz. Die Szene, wie Veljkovic und Lamine Sane mit Kopf und Fallrückzieher die Bremer 1:2-Niederlage einleiteten, war so kurios und unbeholfen, dass in dem Moment wohl niemand auf den Gedanken gekommen ist, dass einem dieser beiden Unglücksraben noch eine Traumsaison bevorstehen würde.

Nicht Sane natürlich, sondern Veljkovic. Der 22-Jährige etablierte sich neben Abwehrchef Moisander als zweiter Innenverteidiger, spielte mit wenigen Ausnahmen konstant gut und sprang sogar noch auf den WM-Zug auf. Mit der serbischen Auswahl wird er das Turnier in Russland bestreiten. Erstaunlich für einen Verteidiger: Veljkovic kam mit nur zwei Gelben Karten durch die Saison.

Spiele/eingewechselt/ausgewechselt: 30/0/1

Tore/Vorlagen: 1/0

Minuten gespielt: 2655

Fan-Note: 2,65

Note der DeichStube: 3,18

Niklas Moisander

Wer weiß, wie der Saisonstart gelaufen wäre, wenn er von Anfang an zur Verfügung gestanden hätte? Wegen einer Muskelverletzung verpasste der Finne aber die ersten fünf Partien. Zurück auf dem Platz verlieh er dem Team direkt Sicherheit, Werder spielte in den ersten vier Partien mit Moisander dreimal zu Null. Ganz ohne Frage war der 32-Jährige der Stabilisator in der Abwehr. Die Ruhe, die er auf dem Platz ausstrahlt, und die Erfahrung, die er mitbringt, sind enorm wertvoll für die Mannschaft.

Spiele/eingewechselt/ausgewechselt: 25/0/0

Tore/Vorlagen: 2/0

Minuten gespielt: 2250

Fan-Note: 2,16

Note der DeichStube: 3,06

Lamine Sane sorgte mit seinem Streik für einen Skandal.

Lamine Sane

Gekränkter Stolz trieb ihn ins Abseits. Sane konnte nicht damit umgehen, dass er im Herbst seinen Stammplatz verlor. Erst provozierte er den Club mit seiner verspäteten Anreise ins Wintertrainingslager in Algorfa/Spanien, anschließend legte er mit einem Trainingsstreik in Bremen nach. Logische Konsequenz: Suspendierung und Trennung – es war ein durch und durch unrühmliches Ende bei Werder für den Senegalesen, an dem aber niemand außer er selbst die Verantwortung trug. Sane fand bei Orlando SC in den USA eine Zuflucht. Eine glatte „6“ im Fach Betragen begleitete ihn dorthin – auch die Fans straften den 31-Jährigen bei der Vergabe ihrer Noten für sein Verhalten ab und stellten ihm mit einer 4,65 das schlechteste Zeugnis von allen Spielern aus.

Spiele/eingewechselt/ausgewechselt: 11/2/2

Tore/Vorlagen: 1/0

Minuten gespielt: 786

Fan-Note: 4,65

Note der DeichStube: 3,89

Sebastian Langkamp

Er kam in der Winterpause als Ersatz für Sane, und nach einer Halbserie lässt sich festhalten, dass sich Werder mit Langkamp nicht verschlechtert hat. Abseits des Platzes ein charmanter, intelligenter und eloquenter Typ. Auf dem Feld tritt er robust, konsequent, zweikampf- und kopfballstark auf. Er gewann 69 Prozent seiner Luftkämpfe und insgesamt 67 Prozent aller Mann-gegen-Mann-Duelle – in beiden Rubriken liegt er mit diesen Quoten an der Spitze des teaminternen Vergleichs. Und dennoch: Aus Langkamp wird mit seinen 30 Jahren kein Überflieger mehr. Eine sinnvolle Ergänzung des Kaders ist er aber allemal.

Spiele/eingewechselt/ausgewechselt: 9/4/1

Tore/Vorlagen: 0/0

Minuten gespielt: 415

Fan-Note: 3,06

Note der DeichStube: 3,20

Ludwig Augustinsson

Die Erwartungen an den schwedischen Außenverteidiger waren sehr hoch. Zu hoch offenbar. Endlich einer, der die linke Seite dichtmacht. Endlich einer, der Druck nach vorne entfacht. Endlich einer, der Flanken wie Brandfackeln in des Gegners Strafraum schickt. Tja, nach einer Saison lässt sich urteilen, dass Augustinsson als Verteidiger einen ausgezeichneten Job macht. Es darf auch attestiert werden, dass er gefährliche Vorstöße inszenieren kann.

Aber die Flanken, die er schlägt, finden keine Abnehmer. 84 Mal jagte der Schwede, der in der Saison zuvor beim FC Kopenhagen noch 18 Tore vorbereitet hatte (in 50 Spielen), die Bälle Richtung Tor, nur einmal führte das auch zu einem Treffer. Dass dies nicht allein Augustinssons Problem ist, sondern auch das der Adressaten, erklärt sich von allein. Aber trotzdem bleibt der Wunsch nach mehr Effektivität. Angesichts seiner Defensivqualitäten ist das aber Jammern auf hohem Niveau.

Spiele/eingewechselt/ausgewechselt: 29/0/3

Tore/Vorlagen: 1/1

Minuten gespielt: 2535

Fan-Note: 2,50

Note der DeichStube: 3,43

Marco Friedl

Er ist gekommen, um zu reifen. In der Winterpause lieh Werder den jungen Österreicher für eineinhalb Jahre vom FC Bayern aus. Und der vereinbarte Zeitraum zeigt schon, dass die Bremer dem 20-Jährigen durchaus ein bisschen Zeit geben wollten, um sich zurechtzufinden. Doch dann ging alles ziemlich schnell für Friedl – und es ging auch ein bisschen drunter und drüber. Auf neun Einsätze kam er in der Rückrunde, fünfmal stand er sogar in der Startelf. Friedl bewies dabei vor allem Flexibilität. Ob als linker Innenverteidiger (gut), als linker Außenverteidiger (besser), als rechter Außenverteidiger (nicht so prall) oder linker Mittelfeldmann (ausbaufähig) – ihm wurde einiges abverlangt.

Spiele/eingewechselt/ausgewechselt: 9/4/1

Tore/Vorlagen: 0/0

Minuten gespielt: 596

Fan-Note: nicht ermittelt

Note der DeichStube: 3,50

Stichwort Saisonzeugnis

Die DeichStube hatte die Fans gefragt: Welche Saison-Note gebt ihr den Werder-Profis? Von „1“ bis „6“ reichte die Auswahl. Die abgegebenen Noten wurden in ihrem Wert addiert und durch die Anzahl der abgegebenen Stimmen geteilt. So entstand die Fan-Note. Insgesamt wurden 72.131 Bewertungen abgegeben.

Die Durchschnittsnote der DeichStube errechnet sich aus der Summe der nach den Spielen verteilten Noten geteilt durch die Anzahl der Bewertungen. Eine Saisonnote wurde nur an Spieler verteilt, die zu mindestens acht Bundesliga-Einsätzen und vier benoteten Spielen gekommen sind. Im Bereich Tor/Abwehr erfüllen Jaroslav Drobny, Luca Caldirola und Ulisses Garcia diese Kriterien nicht.

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