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Durchbruch geschafft: Maximilian Eggestein hat sich im Bremer Mittelfeld unverzichtbar gemacht.

Bilanz der Saison 2017/2018

Saison-Zeugnis - Teil 2: Der Durchbruch des Dauerläufers

Bremen - Von einer Entdeckung zu sprechen, wäre sicher übertrieben. Schließlich hatte Maximilian Eggestein auch in der Endphase der Saison 2016/17 schon fest zur Startelf des SV Werder gehört. 

Doch dass der Mittelfeldakteur in der Spielzeit darauf 33 von 34 Spielen absolvierte, ist schon ein starkes Stück. Fazit: Durchbruch geschafft! In Mittelfeld und Angriff war auch sonst einiges los bei Werder. Es gab den Pechvogel Fin Bartels, den zum Abschied winkenden Zlatko Junuzovic, den abtrünnigen Ishak Belfodil und in Thomas Delaney einen weiteren Promi-Profi, der Werder den Rücken kehrt. Das Werder-Saisonzeugnis, Teil zwei, zeigt, wie sie alle durch die Spielzeit gekommen sind. Heute: das Mittelfeld.

Philipp Bargfrede

Eine Saison ohne schwere Verletzung! Yippie ya yeah, möchte man rufen. Denn Bargfrede, dem in der Vergangenheit schwer Gebeutelten, war schon gar nicht mehr zugetraut worden, eine Saison ohne längere Pause durchzustehen. Doch es geht. Meniskus, Achillessehne, Oberschenkel – alle Schwachstellen hielten. 

Vielleicht auch eine Folge eines mittlerweile sehr dosierten und individuell gestalteten Trainingsprogramms. Bargfrede wird in der Woche geschont, um am Wochenende dabei sein zu können. So kam der „Sechser“ auf 1869 Bundesliga-Minuten – so viele wie seit der Saison 2010/11 nicht mehr. 

Philipp Bargfrede spielte so viel wie seit der Saison 2010/11 nicht mehr.

Und die Weichen für die Zukunft hat er auch noch gestellt. Den Vertrag mit Werder hat er verlängert, für die Zeit nach der Karriere ist zudem eine Ausbildung im Club vereinbart worden. Der ewige Bargfrede – diese Formulierung hat neue Kraft bekommen bei Werder.

Spiele/eingewechselt/ausgewechselt: 27/4/15

Tore/Vorlagen: 1/0

Minuten gespielt: 1869

Fan-Note: 2,41

Note der DeichStube: 3,17

Maximilian Eggestein

Als es fast schon zu gut lief für den Mittelfeldmann, wurde vorsichtshalber schon mal abgefragt, ob bei ihm Angebote anderer Clubs eingehen würden. Nein, lachte Eggestein, „da muss sich niemand Sorgen machen. Ich fühle mich extrem wohl in Bremen und weiß, was ich an Werder habe.“ Aufatmen. 

Denn Eggestein ist trotz seiner erst 21 Jahre bereits zu einem ganz wichtigen Baustein der Bremer Mannschaft geworden. Sein Markenzeichen ist seine Laufstärke. Regelmäßig knackt er die 13-Kilometer-Marke, einmal kam er sogar auf knapp mehr als 14 Kilometer – übrigens als erster Spieler in der Saison. 

Trainer Florian Kohfeldt hat zudem über das Bremer Eigengewächs gesagt, dass es eine „Wohltat“ sei, mit einem „Spieler mit einer so hohen taktischen Intelligenz zusammenzuarbeiten“. Mehr Lob geht kaum. Kohfeldt machte Eggestein auch zu einem Muster für die Bremer Nachwuchsarbeit. Karrieren wie die seine sollten bei Werder „nicht mehr die Ausnahme sein, sondern müssen zur Regel werden“, sagte er.

Spiele/eingewechselt/ausgewechselt: 33/2/10

Tore/Vorlagen: 2/4

Minuten gespielt: 2698

Fan-Note: 2,02

Note der DeichStube: 3,29

Zlatko Junuzovic

Mit Achillessehnenprobleme verpasste er die ersten sechs Saisonspiele – und dann wurde es eine seltsame letzte Werder-Saison für den Kapitän. In der Rückrunde wurde er – mit Ausnahme der Partie bei Bayern München – auswärts entweder gar nicht oder nur als Joker eingesetzt. Bei Heimspielen war er dagegen immer erste Wahl. Seine Leistungen bewegten sich dabei vor allem im Mittelmaß. Was auch daran lag, dass Junuzovic nur selten auf seiner Lieblingsposition im zentralen Mittelfeld spielte, sondern meistens auf die linke oder rechte Außenbahn verschoben wurde. 

Persönliches Saisonhighlight war das späte Siegtor beim 2:1 auf Schalke. Als der Österreicher Ende April verkündete, dass er das abgespeckte Werder-Angebot zur Vertragsverlängerung nicht annehmen und den Verein verlassen würde, löste das keinen Aufschrei des Entsetzens mehr aus. Aber in guter Erinnerung wird man den laufstarken Mittelfeldmann dennoch behalten. Künftig spielt er wieder in seiner Heimat für RB Salzburg.

Spiele/eingewechselt/ausgewechselt: 24/7/9

Tore/Vorlagen: 2/5

Minuten gespielt: 1635

Fan-Note: 2,70

Note der DeichStube: 3,47

Thomas Delaney

20 Millionen Euro, plus Bonuszahlungen, plus Beteiligung am Weitérverkauf – Werder Bremen hat mit dem Verkauf des Dänen an Borussia Dortmund ein richtig fettes Geschäft gemacht. Was Delaneys Abgang auf dem Platz bedeutet, wird allerdings erst die kommende Saison zeigen. Dass er ein zentraler Spieler im System von Trainer Florian Kohfeldt war, weiß jeder. Man könnte ihn auf den Typus Mentalitätsspieler reduzieren, weil er so viele Zweikämpfe geführt hat wie kein anderer Bundesliga-Spieler (486) und weil er so oft Foul gespielt hat wie kein anderer Bundesliga-Profi (82), aber das greift zu kurz. 

Kohfeldt hat den 26-Jährigen auch häufig nach vorne geschickt, um beim Gegner für Unruhe zu sorgen. Und das Delaney einen angeborenen Führungsanspruch hat und den auf dem Feld auch auslebt, macht ihn speziell. Wenngleich er in der vergangenen Spielzeit gefühlt nicht mehr die stark herausragende Rolle eingenommen hat, die er noch in der Rückrunde der vergangenen Saison ausgefüllt hatte.

Spiele/eingewechselt/ausgewechselt: 33/1/1

Tore/Vorlagen: 3/5

Minuten gespielt: 2796

Fan-Note: 2,42

Note der DeichStube: 3,41

Zwei, die sich verabschiedeten: Thomas Delaney und Zlatko Junuzovic verlassen Werder. Der eine für viel Geld, der andere, weil Werder ihn nicht mehr so recht wollte.

Jerome Gondorf

„Er ist kein spektakulärer Spieler, kein spektakulärer Transfer, aber ich glaube, dass er ein Spieler sein wird, der mehr Einsatzzeiten bekommt als vielleicht der ein oder andere vermutet.“ Mit diesen Worten hatte Sportchef Frank Baumann die Neuverpflichtung von Darmstadt 98 vor der Saison angekündigt. Und tatsächlich war es auch nicht spektakulär, was Gondorf zeigte. Die 791 gespielten Minuten waren in der Summe okay und in etwa das, was ein Back-up-Spieler erwarten darf – zumal er ein Viertel aller Partien wegen einer Schulterverletzung und einer Blinddarm-OP sowieso verpasste. 

Was bei Gondorf herausstach, war seine forsche Art. Sowohl während der Spiele als auch bei Interviews danach trat er frech auf, direkt und schnörkellos. „Rotzig“ nannte Coach Kohfeldt die Art des 29-Jährigen. Es war anerkennend gemeint. Weil sein Einfluss auf ein Spiel trotz dieser Rotzigkeit letztlich meistens zu gering war, blieb Gondorf immer das, was Werder von Anfang an in ihm gesehen hatte: ein guter Einwechselspieler. 14 Mal kam er von der Bank ins Spiel, nur sieben Mal spielte er von Anfang an. Über 90 Minuten ging kein einziger seiner Einsätze. Das wird auch ein Grund für ihn gewesen sein, zum SC Freiburg zu wechseln. Für 1,3 Millionen Euro Ablöse geht Gondorf nun wieder – wohl mit der Hoffnung, dass er in Freiburg als spektakulärerer Spieler gesehen und bewertet wird als in Bremen.

Spiele/eingewechselt/ausgewechselt: 21/14/7

Tore/Vorlagen: 1/1

Minuten gespielt: 791

Fan-Note: 3,37

Note der DeichStube: 3,64

Stichwort Saisonzeugnis

Die DeichStube hatte die Fans gefragt: Welche Saison-Note gebt ihr den Werder-Profis? Von „1“ bis „6“ reichte die Auswahl. Die abgegebenen Noten wurden in ihrem Wert addiert und durch die Anzahl der abgegebenen Stimmen geteilt. So entstand die Fan-Note. Insgesamt wurden 72.131 Bewertungen abgegeben.

Die Durchschnittsnote der DeichStube errechnet sich aus der Summe der nach den Spielen verteilten Noten geteilt durch die Anzahl der Bewertungen. Eine Saisonnote wurde nur an Spieler verteilt, die zu mindestens acht Bundesliga-Einsätzen und vier benoteten Spielen gekommen sind. Im Bereich Tor/Abwehr erfüllen Jaroslav Drobny, Luca Caldirola und Ulisses Garcia diese Kriterien nicht.

Hier geht es zum ersten Teil unseres Werder-Saisonrückblicks

Mehr Rückblick

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