Josh Sargent von Werder Bremen im Zweikampf mit Stefan Posch (r.) und Kevin Vogt von der TSG 1899 Hoffenheim
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Werder Bremen um Josh Sargent steht aktuell eher für Kampf als für Kombinationen. Aber Ertrag ist wichtiger als Schönheit, meint unser Autor.

Nach 1:1 gegen die TSG Hoffenheim

Kommentar zum Saisonstart des SV Werder Bremen: Um Schönheit geht es nicht

Ein Kommentar von Daniel Cottäus. Es gibt da diese beiden Zahlen: acht und fünf. Seit Sonntagabend sind sie unumstößlich, für jeden nachzulesen – und eigentlich, sollte man meinen, müssten sie als Argument vollkommen ausreichen, um Werder Bremen einen guten bis sehr guten Saisonstart zu attestieren.

Acht Punkte aus den ersten fünf Spielen, das ist nicht nur eine mehr als respektable Ausbeute, nein – das hatten darüber hinaus nur die wenigsten Beobachter der Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt zugetraut. Nicht nach diesem Vorjahr, und nicht nach dieser Transferperiode, aber trotzdem stehen sie seit dem 1:1 gegen Hoffenheim nun da, die acht und die fünf. Was allerdings nichts daran ändert, dass die öffentliche Meinung über Werder Bremen im Herbst 2020 weit auseinandergeht.

Werder Bremen-Kommentar: Ertrag ist wichtiger als schönes Spiel

Natürlich ist es absolut legitim, die bisherigen sportlichen Auftritte der Bremer zu kritisieren und ihren aktuell wenig spektakulären, bisweilen biederen Stil ins Feld zu führen. Denn sachlich falsch ist das nicht. Werder reißt fußballerisch in der Tat keine Bäume aus. Die grundsätzliche Frage ist allerdings, ob es nicht überzogen ist, genau das von der Mannschaft zu diesem Zeitpunkt zu erwarten. Von einer Mannschaft, die im Vorjahr nur haarscharf nicht abgestiegen ist, die während des Sommers – Stichwort: Klaassen-Abgang – nominell nicht eben stärker geworden ist. Die Antwort: Es ist überzogen.

Die Bremer Verantwortlichen, allen voran Trainer Florian Kohfeldt, haben vor der Saison angekündigt, dass Werder Bremen nach dem Fast-Absturz künftig einen anderen Weg gehen wird, ja gehen muss. Vor allem auch mit jüngeren Spielern. Das war in den ersten fünf Bundesliga-Spielen nun zu sehen: mehr Sicherheit als Spektakel, mehr Kontrolle als Kombinationen. Die Form folgt der Funktion, lautet ein berühmter Leitspruch in der Architektur. Auf Werder übertragen bedeutet das im Herbst 2020: Dass es auf dem Platz schön aussieht, hat keinen Vorrang, erstmal muss es Ertrag bringen. Und das tut es bisher. Es gibt da diese beiden Zahlen: acht und fünf. (dco)

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