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Immer bereit für eine gute Tat: Jiri Pavlenka lieferte wieder eine ganz starke Saison im Tor von Werder Bremen ab.

Pavlenka führt Rangliste an / Langkamps überraschende Werte

Werder-Saisonzeugnis - Abwehr: Der Beste ist noch besser geworden

Bremen – Ein Werder Bremen-Keeper konstant in Top-Form. Ein Abwehrchef, ohne den es offenbar nicht geht. Ein Innenverteidiger-Zweikampf mit Spannungspotential. Ein Außenverteidiger mit Beulen. Und einer mit Tor-Butler-Qualitäten.

Soll mal einer sagen, in der Werder-Defensive sei nichts losgewesen in der vergangenen Saison. Allerdings ließ die Hintermannschaft auch 49 Gegentore zu – das sind zwar neun mehr als in der Vorsaison, doch nur fünf Teams in der Liga kassierten weniger Treffer. Wer in der Abteilung „Werksschutz“ einen guten Job gemacht und wer einen weniger guten, steht im ersten Teil des DeichStuben-Saisonzeugnisses für die Werder-Profis*. Den zweiten Teil mit dem Mittelfeld im Fokus gibt es hier: Ein Mann auf dem Weg zur Weltklasse.

Werder Bremen-Keeper Jiri Pavlenka

Die Saison hatte noch gar nicht begonnen, da hatte Jiri Pavlenka, dessen geringer Marktwert bei den Werder-Fans für Diskussionen gesorgt hat, das Wichtigste schon erledigt: Vertrag verlängert, Zukunft bei Werder gesichert! Jedenfalls für ein weiteres Jahr. Als der Club dies auf dem Tag der Fans verkündete, war die Begeisterung groß: Gott sei dank, er bleibt! Doch mittlerweile wird längst wieder gezittert. Juventus Turin soll an dem Torhüter interessiert sein, der FC Liverpool angeblich auch. Die Wertschätzung für Pavlenka hat einen guten Grund. Denn die zweite Bundesliga-Saison des Tschechen war unter dem Strich sogar noch eine Spur besser als die erste – jedenfalls sagt das die Durchschnittsnote der DeichStube aus, 2,66 in diesem Jahr statt 2,69 im vergangenen. Damit liegt Pavlenka erneut auf Platz eins im Werder-internen Ranking.

Und auch bundesligaweit gehört der 27-Jährige zur absoluten Spitze. Mit 47,5 Prozent vereitelter Großchancen liegt er hinter dem Ungarn Peter Gulacsi (59,0 Prozent/RB Leipzig) auf Rang zwei. Dieser Wert bestätigt, was die Werder-Fans bei Pavlenka ohnehin fühlen: Er ist der sichere Rückhalt, den die Mannschaft braucht. Ein wesentlicher Faktor für den Aufschwung des ganzen Clubs und ein Fundament, auf dem die Zukunft gebaut werden könnte. Sofern Pavlenka nicht doch noch weggekauft wird.

Spiele/eing./ausg.: 34/0/2

Tore/Vorlagen: 0/0

Minuten gespielt: 2977

Note: 2,66

Zuletzt machte der Rücken von Werder-Keeper Jiri Pavlenka Probleme, Sportchef Baumann sieht jedoch keine Gefahr für den Trainingsstart.

Werder Bremen-Abwehrmann Theodor Gebre Selassie

Theodor Gebre Selassie

„Überall Beulen an den Beinen“ – diese Zustandsbeschreibung von Trainer Florian Kohfeldt sagt viel über die Saison des Rechtsverteidigers. Gebre Selassie hat sich bis an die Grenzen belastet. Bis zum 32. Spieltag verpasste er keine Partie, ging (mit Ausnahme des Pokal-Viertelfinals gegen Dortmund, als er nach 114 Minuten ausgewechselt wurde) immer über die volle Distanz, ehe sein mittlerweile schon 32 Jahre alter Körper dem Ganzen Tribut zollen musste. Am Ende einer Saison, die ganz eindeutig seine stabilste in sieben Jahren Werder Bremen war, ging nichts mehr bei Gebre Selassie. Die Akkus waren leer.

Frisch aufgeladen wird Gebre Selassie in wenigen Wochen aber in seine dann schon achte Werder-Saison gehen. Dank einer Klausel hat sich sein Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert. Es wird mit einiger Sicherheit seine letzte Spielzeit bei Werder Bremen sein. Wenn er in der noch einmal derart beständige Leistungen abruft wie in der vergangenen, müsste man vor ihm erneut den Hut ziehen. Hinter den Offensiv-Stars Pizarro, Kruse und Rashica ist der Tscheche nämlich mit einer DeichStuben-Durchschnittsnote von 3,13 der viertbeste Bremer Feldspieler gewesen.

Spiele/eing./ausg.: 32/0/1

Tore/Vorlagen: 3/3

Minuten gespielt: 2814

Note: 3,13

Werder Bremen-Abwehrmann Milos Veljkovic

Milos Veljkovic

Für ihn ist es keine einfache Saison gewesen – und das nicht nur wegen seiner gleich drei Sperren. Zwei Spiele verpasste er wegen Gelb-Roten-Karten, eine Partie wegen des gefüllten Gelb-Kontos. Veljkovic brachte sich auch mit teils schwachen Leistungen in der Hinrunde in Schwierigkeiten. Ob auch die WM-Teilnahme mit Serbien ein Grund dafür war? Als er am Ende der ersten Saisonhälfte mit einem Muskelfaserriss ausfiel, nutzte Vertreter Sebastian Langkamp seine Chance. Folge: Veljkovic, zuvor unter zwei verschiedenen Trainern drei Halbserien lang Stammspieler, saß plötzlich häufiger auf der Bank als ihm lieb sein konnte. Nur achtmal stand er in der Rückrunde in der Startelf. In der Schlussphase der Saison war Veljkovic aber wieder erste Wahl – weshalb sich sagen lässt, dass der 23-Jährige im Duell mit Langkamp doch knapper Sieger war.

Spiele/eing./ausg.: 23/2/1

Tore/Vorlagen: 1/0

Minuten gespielt: 1877

Note: 3,46

Werder Bremen-Abwehrmann Sebastian Langkamp

Sebastian Lankgkamp

Sicherster Passspieler bei Werder? Sebastian Langkamp! Mit 91,37 Prozent angekommener Bälle. Bester Zweikämpfer bei Werder? Sebastian Langkamp! Mit 59,68 Prozent gewonnener Duelle. Keine Frage: Der 31-Jährige hat Werbung für sich gemacht. Und wer weiß, wie der Innenverteidiger-Zweikampf ausgegangen wäre, wenn eine Kopf- und eine Schulterverletzung bei Langkamp nicht zweimal Veljkovic zurück ins Spiel gebracht hätten? Langkamps Plus war dabei seine Reife, seine Ruhe, seine Zweikampfstärke – das Minus die (allerdings schon verbesserte) Spieleröffnung. Seine gute Passquote beruht gefühlt mehr auf den normalen von Rechts-nach-links-und-wieder-zurück-Pässen als auf Risiko-Bällen nach vorne.

Spiele/eing./ausg.: 21/6/2

Tore/Vorlagen: 0/0

Minuten gespielt: 1413

Note: 3,31

Werder Bremen-Abwehrmann Niklas Moisander

Niklas Moisander

Zahlenspielerei oder Wert mit Aussagekraft? Bei Niklas Moisander gilt, dass Werder mit ihm in der Abwehr weniger Gegentore kassiert als ohne ihn. Deutlich weniger sogar. Vier Partien verpasste der Finne in der vergangenen Saison, und Werder musste in diesen Partien zwölf Treffer hinnehmen. Macht einen Schnitt von 3,0. In den 30 Partien mit Moisander waren es dagegen im Schnitt nur 1,23 Gegentore. Zufall? Bestimmt nicht. Denn Moisander ist auch mit 33 Jahren weiterhin der große Organisator und Stabilisator der Bremer Defensive. Mit 74,97 Ballkontakten pro Spiel hatte zudem kein Bremer so oft das Spielgerät am Fuß wie der Finne.

Spiele/eing./ausg.: 30/0/1

Tore/Vorlagen: 0/1

Minuten gespielt: 2637

Note: 3,31

Werder Bremen-Abwehrmann Marco Friedl

Marco Friedl

Die erste Hälfte der Saison war einfach nur zum Vergessen für den jungen Österreicher. Er kam auf nur zwei Startelfeinsätze, einer davon beim 2:6 gegen Leverkusen. Das Spiel war ein persönliches Debakel für Friedl, der eine glatte „6“ kassierte. Im Rückspiel musste er dann wieder ran, bestand diese Nervenprobe aber mit Bravour – Note 2. Obwohl er über den Status des Abwehrnotnagels nicht hinauskam, hat Werder ihn für eine Ablöse von 3,5 Millionen Euro vom FC Bayern losgeeist und mit einem langfristigen Vertrag ausgestattet.

Spiele/eing./ausg.: 7/2/1

Tore/Vorlagen: 0/0

Minuten gespielt: 474

Note: 3,58

Werder Bremen-Abwehrmann Ludwig Augustinsson

Ludwig Augustinsson

Der Schwede hat sich – die Zahl der Torvorlagen betreffend – auf das Fünffache gesteigert. Nur ein Assist war ihm in der Saison 17/18 gelungen (worüber allgemeine Enttäuschung herrschte), fünf immerhin schon in der vergangenen Spielzeit. Damit gehört er unter den Linksverteidigern aus Europas Top-Ligen immerhin zu den Top 20. Augustinsson liefert also! In der Defensive sowieso, da ist er eine absolut verlässliche Größe. Außerdem knackte er mit 401,57 Kilometern als einziger Bremer neben Maximilian Eggestein (409,24) bei der Laufleistung die 400er-Marke. Die beiden waren mit 3 028 (Augustinsson) und 3 053 (Eggestein) absolvierten Spielminuten auch die Dauerbrenner der Saison.

Spiele/eing./ausg.: 34/0/2

Tore/Vorlagen: 1/5

Minuten gespielt: 3025

Note: 3,43

*Die Saisonnote der DeichStube errechnet sich durch die Summe der Noten geteilt durch die Anzahl der benoteten Spiele. Eine Durchschnittsnote erhalten nur Spieler, die in mindestens fünf Spielen benotet wurden. Die Daten der absolvierten Spiele, Tore und gespielten Minuten sind „kicker.de“ und „transfermarkt.de“ entnommen.

Am Mittwoch wurden die neuen Marktwerte für alle Werder Bremen-Spieler veröffentlicht, Milot Rashica hat seinen Marktwert fast verdreifacht.

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