Sandro Wagner erinnert sich an seine Zeit beim SV Werder Bremen und einen Streit mit Ex-Manager Klaus Allofs.
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Sandro Wagner erinnert sich an seine Zeit beim SV Werder Bremen und einen Streit mit Ex-Manager Klaus Allofs.

Streit mit Ex-Werder-Manager Klaus Allofs

Sandro Wagner und die grimmige Erinnerungen an den SV Werder Bremen: „Mit die schlimmste Situation“

Bremen – Tianjin Teda war seine letzte Station, danach war Schluss für Sandro Wagner. Karriereende im fernen China, mit erst 32 Jahren. Seit vier Monaten ist der Ex-Nationalspieler nun schon Fußball-Rentner – und wie meistens üblich wird auch er desöfteren um Rückblicke auf seine Laufbahn gebeten. Einer dieser Rückblicke führte den ehemaligen Torjäger ins Jahr 2012, zurück zu Werder Bremen, wo er „mit die schlimmste Situation“ seiner Karriere erlebt habe, so Wagner.

Im „kicker meets DAZN“-Podcast zeichnet er das Bild eines völlig missglückten, aber auch sehr prägenden Engagements. Er sei insgesamt „sehr dankbar“ für seine Karriere, sagt Sandro Wagner - aber: „Ich hatte auch Situationen, die echt nicht einfach waren. Wo die ganze Welt weiß, dass der Verein dich loswerden will – und du bist erst Anfang 20. Das prägt einen. Da war schon Druck auf den Kessel.“ Gemeint ist die Lage nach seiner ersten Saison bei Werder Bremen, wohin er 2010 als frischgebackener U21-Europameister gewechselt war.

Werder Bremen: Sandro Wagner erinnert sich an Ultimatum von Ex-Manager Klaus Allofs

Die erste Spielzeit sei noch „durchwachsen“ gewesen, so Wagner: „In den letzten sieben Spielen habe ich noch fünf Hütten gemacht, und wir sind in der Liga geblieben.“ Doch es folgten Diskussionen um die Behandlung einer Sprunggelenksverletzung (Wagner: „eigentlich Kindergarten“), das Verhältnis zu Werder Bremen sei in der Folge immer schlechter geworden. Der damalige Vorstandschef Klaus Allofs habe ihm schließlich „nahegelegt, den Verein zu wechseln“. „Er sagte zu mir: ‚Wenn du nicht von alleine gehst, dann gehst du in die zweite Mannschaft oder trainierst gar nicht mehr‘“, so Wagner. Es eine „krasse Situation“ und ein „unangenehmer Tag, ein prägender Tag" gewesen, , auch weil er damals „keine Optionen“ hatte.

Sandro Wagner hatte bei Werder Bremen „mit die schlimmste Situation“ der Karriere

Wagners weitere Erinnerung: „Ich blieb standhaft. Ich habe gesagt: 'Sportlich seid ihr nicht zufrieden, ich auch nicht. Ich habe aber einen Vertrag unterschrieben, den habt ihr auch unterschrieben. Wir müssen versuchen, gemeinsam eine Lösung zu finden. Es ist kein guter Stil, dass ihr mich nicht zum Training mit der ersten Mannschaft lasst. Aber wenn ihr meint, das machen zu müssen, dann macht es.' Das war schon krass, das hat mich sehr geprägt – danach konnte nichts mehr kommen.“ Dadurch sei er „gereift“, meint Sandro Wagner, der weitere Stationen bei Hertha BSC und Darmstadt 98 benötigte, ehe er bei 1899 Hoffenheim zum Nationalspieler (acht Einsätze) wurde. Bei Bayern München endete Anfang 2019 schließlich die Bundesliga-Karriere, die 18 Monate bei Tianjin Teda waren dann nur noch eine gut bezahlte Zugabe. (csa)

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