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Santiago Garcia schaute am Montagmittag am Weserstadion vorbei.

Hämatom am Nacken und Bänderverletzung

Santiago Garcia: „Ich weiß nicht, wie lange ich ausfalle“

Bremen - Die Unglücksszene selbst hat sich Santiago Garcia noch nicht angeguckt, aber Freunde haben ihn mit ein paar Bildern versorgt – und der Argentinier seufzt: „Das sieht schon schlimm aus.“

Die Folgen seiner Nackenverletzung im Nordderby am Ostersonntag gegen den Hamburger SV sind auch noch nicht ganz absehbar. Zwar konnte der Werder-Profi das Krankenhaus nach der Untersuchung verlassen, er muss auch keine Halskrause mehr tragen, aber Garcia erklärt auf Nachfrage der DeichStube: „Ich weiß nicht, wie lange ich ausfalle. Es komm darauf an, wie mein Körper das wegsteckt.“

Entschuldigung von Hamburgs Diekmeier verpasst

Garcia hat es beim Zweikampf mit Dennis Diekmeier ganz schön erwischt. Der Hamburger war ihm nach einem Foul unglücklich auf den Kopf gefallen, der knickte dann zur Seite weg. „Ich habe ein großes Hämatom und die Bänder sind auch etwas beschädigt“, berichtet Garcia. Werder schreibt zudem von einer Prellung der Halswirbelsäule. Garcia muss Schmerztabletten nehmen, die aber nur bedingt helfen. „Mir geht es zwar schon besser, aber ich habe noch Schmerzen“, sagt der 28-Jährige, der am Montagmittag kurz am Weserstadion vorbeischaute.

Einzelkritik: Kruses Konter eine Augenweide

Felix Wiedwald
Felix Wiedwald: Irgendwie wirkte der Keeper etwas nervös, bis er ausgerechnet den Ex-Bremer Hunt im eigenen Fünfmeterraum (!) ganz cool austrickste und die brenzlige Situation klärte. Davor und danach mit starken Paraden, erst gegen Kostic (16.), dann gegen Ostrzolek (56.). Note 2  © nordphoto
Milos Veljkovic
Milos Veljkovic: Schwierige Partie für den Verteidiger. Beim 0:1 ließ er Torschütze Gregoritsch laufen. Ohnehin fehlte dem Bremer manchmal etwas die Geschwindigkeit. Doch das machte er im Laufe der Partie mit viel Cleverness wett, am Ende stark. Note 3  © nordphoto
Lamine Sane
Lamine Sane: Hatte nach seiner Verletzungspause etwas Anlaufprobleme, war dann aber ein guter Abwehrchef, der den Hamburger nach der Pause fast nichts mehr gestattete. Note 2,5  © nordphoto
Niklas Moisander
Niklas Moisander: Machte in der Mitte Platz für Rückkehrer Sane, sortierte aber auch von etwas weiter links aus das gute Bremer Defensivverhalten. Der coole Finne wusste wieder einmal ganz genau, wann er im Zweikampf ernst machen musste. Note 2  © nordphoto
Theodor Gebre Selassie
Theodor Gebre Selassie: Was für ein Kämpfer! Der Tscheche führte gleich 23 Duelle mit einem HSV-Profi – fast doppelt so viele wie jeder andere Spieler auf dem Platz. Mit 71,9 Prozent war die Erfolgsquote ordentlich für einen Außenverteidiger, der ungewohnt viel für die Offensive tat. Note 2  © nordphoto
Maximilian Eggestein
Maximilian Eggestein: Ihm fehlte zwar wie Veljkovic etwas das Tempo, trotzdem als Sechser wertvoll. Löste viele Probleme mit Geschick und Köpfchen. So oft war er wohl noch nie im Luftkampf und auch selten zuvor so erfolgreich. Das war bei den vielen langen HSV-Bällen wichtig. Note 3  © nordphoto
Santiago Garcia
Santiago Garcia (bis 73.): Spielte auf der linken Seite mit angezogener Handbremse, weil ihn Hunt so sehr beschäftigte. Doch ausgerechnet sein kluger, langer Ball auf Bartels leitete den Ausgleich ein. Das gab ihm Selbstvertrauen. Er wurde immer mutiger, bis ihn Diekmeier aus dem Spiel foulte. Erste Diagnose: Nacken gestaucht. Note 2,5  © nordphoto
Florian Grillitsch
Florian Grillitsch (bis 63.): Es hätte auch sein Derby werden können, doch der Österreicher vergab beste Chancen. Trotzdem ein ordentlicher Auftritt mit viel Herz und Übersicht. Note 3  © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Zlatko Junuzovic: 12,6 Kilometer – der Kapitän war mal wieder der lauffreudigste Spieler. Vor dem Gegentor blieb er allerdings stehen, was Hunt zur Flanke nutzte. Viele richtig gute Pässe. Ärgerlich, dass sein feiner Freistoß vom Innenpfosten zurück ins Feld sprang (22.). Wegen seiner fünften Gelben Karte im nächsten Spiel gesperrt. Note 2,5  © nordphoto
Fin Bartels
Fin Bartels: Perfekte Vorlage zum Ausgleich. Der Stürmer wuselte sich mal wieder mit ganz viel Einsatz durch die gegnerische Abwehr. Nur beim Abschluss fehlte ihm dann etwas die Kraft. Note 2,5  © nordphoto
Max Kruse
Max Kruse (bis 90.): Tor gemacht, Tor vorbereitet – wer denkt da noch an seine vergebene Riesenchance in der ersten Minute? Zumal es eine Augenweide war, ihm gerade bei den Kontern zuzuschauen. Traf mit dem Ball fast immer die richtige Entscheidung. Dadurch ließ er seine Kollegen ziemlich gut und den Gegner ziemlich schlecht aussehen. Note 1,5  © nordphoto
Florian Kainz
Florian Kainz (ab 63.): Dieser Joker sticht einfach. War sofort voll im Spiel und dann vor dem Tor eiskalt. Diesen Siegtreffer wird er nie vergessen – und damit macht er sich immer mehr zum Startelf-Kandidaten. Note -  © nordphoto
Robert Bauer
Robert Bauer (ab 73.): Wurde nur zwei Wochen nach seinem Außenbandriss wieder gebraucht – und funktionierte sofort. Note -  © nordphoto
Philipp Bargfrede
Philipp Bargfrede (ab 90.): Er ist wieder da – wenn auch nur mit einem Ballkontakt. Erster Einsatz in diesem Jahr nach diversen Verletzungsproblemen. Note -  © nordphoto

Vom Derbysieg hat er nach seiner Auswechslung in der zweiten Halbzeit nicht mehr ganz so viel mitbekommen. „Als die Jungs in die Kabine kamen, habe ich ihnen noch kurz gratuliert, dann wurde ich schon in den Krankenwagen gebracht.“ Dadurch verpasste er auch die Entschuldigung von Hamburgs Diekmeier. „Er ist zu uns in die Kabine gekommen. Das finde ich gut“, sagt Garcia: „Er wollte mich in der Szene schon foulen, um den Konter zu verhindern. Aber er wollte nicht, dass ich vom Platz gehe. Deswegen ist das für mich okay.“

Santiago Garcia wurde von Sanitätern aus dem Stadion gebracht.

Wie es für Garcia weitergeht, ist offen. Er muss sich jetzt gedulden, am Mittwoch steht die nächste Kontrolle beim Arzt an. „Die Schmerzen können nach zwei Tagen weg sein“, hofft der Außenverteidiger: „Aber wir müssen auch aufpassen.“ Sein Einsatz am Samstag in Ingolstadt sei sehr fraglich. Und das ärgert ihn gewaltig: „Ich war richtig gut drauf.“ Wohl wahr: Den Ausgleich von Max Kruse hatte er mit einem langen Ball auf Fin Bartels eingeleitet.

Gute Aktionen kann Garcia gut gebrauchen. Es geht um seine Zukunft. Den im Sommer auslaufenden Vertrag will Werder nur um ein Jahr verlängern. Das ist Garcia zu wenig. Er hofft durch gute Leistungen, ein bessere Angebot zu bekommen oder sich für andere Clubs interessant zu machen. Aber noch wichtiger ist natürlich, dass er schnell wieder gesund wird.

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