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Fühlen sich in Bremen pudelwohl: Santiago Garcia und Ehefrau Carla, die im Juli ihr erstes gemeinsames Kind erwarten.

„Ein bisschen enttäuscht“

Garcia vor dem Aus – dabei würde er so gerne bleiben

Bremen - Die Zeichen stehen wohl auf Abschied. Santiago Garcias Vertrag bei Werder läuft im Sommer aus und das das erste Angebot des Clubs zur Kontraktsverlängerung hat der Verteidiger abgelehnt.

Für den Fotografen wird noch ein bisschen gekuschelt. Sie lehnt ihren Kopf an seine Schulter, er tätschelt ihren Babybauch. Dann lachen beide, weil sie merken: Jetzt wird’s ein bisschen arg kitschig. Und das wäre dann doch ein ziemlich starker Kontrast zu dem Thema, über das Santiago Garcia und seine Ehefrau Carla nur wenige Momente zuvor noch gesprochen hatten. Es ging um die Härten des Fußball-Geschäfts und darüber, dass der Argentinier sie in diesem Sommer offenbar zu spüren bekommt.

Nach vier Jahren bei Werder Bremen läuft sein Vertrag am Saisonende aus, und es sieht nach Einschätzung des Profis derzeit nicht so aus, als wolle der Club weiter mit ihm arbeiten. Zwar liegt ein Angebot zur Vertragsverlängerung vor, aber nur für ein Jahr und zu finanziellen Konditionen, die Santiago Garcia als wenig wertschätzend beschreibt.

Es ist seine Sicht der Dinge. Die Geschichte um ihn und seine Frau könnte nun auch schnell erzählt sein, weil es vermeintlich eine Geschichte ist, die jeder Fan schon tausendmal gehört hat. Hier der Verein, der zu wenig bietet, dort der Profi, der mehr fordert. Die übliche Leier eben. Aber die Garcias sind zum exklusiven Gespräch mit der DeichStube in den Bremer Bürgerpark gekommen, um zu beschreiben, dass hinter ihrem Wunsch nach einem neuen Vertrag für sie mehr steckt.

„Es wäre einfach sehr traurig, wenn wir gehen müssten“, sagt Carla, die im Juli ihr erstes Kind erwartet. Bautista soll der Junge heißen, und es ist der Wunsch der Eltern, dass er in Deutschland, am besten in Bremen, aufwächst. „Hier ist es so sicher, ganz anders als in Argentinien“, erklärt die werdende Mama, die zudem in vier Jahren ein stabiles soziales Netz gespannt hat. Viele Freunde, viel Heimatgefühl – sie spricht von einer „großen Familie“, von einem „echten Zuhause“. Ihr Mann nickt dazu: „Bremen ist perfekt für uns. Hier wirst du auch als Fußballer mit Respekt behandelt.“ Früher in Argentinien und danach bei US Palermo sei das anders gewesen.

Aber klar: Wenn seine Berater mit Werder-Sportchef Frank Baumann am Verhandlungstisch sitzen, dann geht es nicht darum, ob der Freundeskreis groß oder klein ist, ob die Fans anderswo lieb oder frech sind – dann geht es um die knallharten Fakten. Wie gut ist der Spieler, was ist er dem Verein wert? In dieser Hinsicht hatte Santiago Garcia schon mal bessere Karten bei Werder. Vom Bremer Angebot sei er „ein bisschen enttäuscht“, das hätte der Club „besser machen können“, sagt er. Schließlich sei er Stammspieler, seit er da ist. Aber unumstritten war er eigentlich nie.

Vereinswechsel? Die Chancen stehen 50:50

Deshalb hat Baumann auch Ludwig Augustinsson vom FC Kopenhagen für die Garcia-Position verpflichtet. Der Schwede kommt im Sommer und wird das Stammspielergehalt kassieren, das Garcia gerne hätte. Für ihn gibt es dagegen ein Angebot, das aus seiner Sicht einer Aufforderung zum Club-Wechsel nahekommt: „Dann kann man auch klar sagen: ,Danke für deine Leistungen.’“ Und tschüss! Annehmen wird er die erste Offerte jedenfalls nicht, er hat sie bereits zurückgewiesen.

Jetzt bleiben ihm noch sechs Spiele, um Argumente für sich zu liefern. Wenn’s nichts bringt – okay, dann wird er das akzeptieren. „Ich weiß doch, wie es ist als Profi. Du bist mal hier, mal da. Aber nach vier Jahren bei Werder wäre ich schon enttäuscht.“ Am liebsten würde er „acht, neun, zehn Jahre bleiben. So wie Clemens Fritz. Das wäre toll.“

Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia

Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia © gumzmedia / Andreas Gumz
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia © gumzmedia / Andreas Gumz
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia © gumzmedia / Andreas Gumz
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia © gumzmedia / Andreas Gumz
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia © gumzmedia / Andreas Gumz
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia © gumzmedia / Andreas Gumz
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia
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Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia © gumzmedia / Andreas Gumz
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garciaen © gumzmedia / Andreas Gumz
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia © gumzmedia / Andreas Gumz
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia © gumzmedia / Andreas Gumz
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia © gumzmedia / Andreas Gumz
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia © gumzmedia / Andreas Gumz
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia
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Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia © gumzmedia / Andreas Gumz
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia © gumzmedia / Andreas Gumz
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia © gumzmedia / Andreas Gumz
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia
Ein Spaziergang mit Carla und Santiago Garcia © gumzmedia / Andreas Gumz

Santiago Garcia mag es einfach, in Bremen zu wohnen und in Deutschland zu leben. Als Paar erkunden die Garcias Land und Leute, machen Trips, wann immer es möglich ist. „Wenn wir eineinhalb Tage Zeit haben, sind wir weg“, sagt Carla. Mehrere Städte haben sie so schon abgeklappert, „weil uns die Geschichte interessiert“. Das Highlight dabei: Berlin. „Eine unglaubliche Stadt“, meint Santiago. Möglicherweise findet er dort ja eine sportliche Heimat bei Hertha BSC oder bei Vielleicht-Aufsteiger Union Berlin. Am liebsten würde er freilich bleiben. Aber die Chancen stehen nicht gut, „höchstens 50:50“.

Fußball, Fans und Pyro

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