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Wissenswertes vor dem Spiel von Werder Bremen gegen den SC Freiburg: Hans-Günter notiert es auf seinem Klemm-Brett.

Klemm-Brett zum 27. Spieltag

Notizen vor Freiburg: Trainer-Vorbild Streich, Werder-Schreck Petersen und Quarantäne-Trainingslager

Von wegen Rente: Hans-Günter Klemm, langjähriger Kicker-Redakteur mit Werder-Expertise, hält für die DeichStube Augen und Ohren offen – fällt ihm 'was zum kommenden Gegner der Grün-Weißen auf, notiert er es auf seinem Klemm-Brett. Vor dem 27. Spieltag geht es um den SC Freiburg.

Spruch von Freiburg-Trainer Christian Streich

„Ich bin fix und fertig.“

Christian Streich nach dem 2:2 gegen Dortmund am 7. Spieltag auf die Frage, wie schmerzhaft es für ihn sei, dass Freiburg die mögliche Tabellenführung verpasst habe.

SC Freiburg: Verfrühte Glückwünsche zum Trainer-Jubiläum

Einige gratulierten schon nach dem 1:0-Erfolg gegen Wolfsburg. Doch die Glückwünsche an Christian Streich zu seinem 300. Pflichtspiel in Freiburg kamen verfrüht. Erst einige Tage später, bei der unglücklichen 1:3-Niederlage gegen Bayern war der große Tag für den Coach. Sein „echter 300er“, alle Partien in der Liga, im Pokal und in der Europa League zusammengezählt. Des Rätsels Lösung: Streich hatte an den ersten beiden Spieltagen 2018/19 wegen Rückenbeschwerden nicht auf der Bank gesessen.

Werder-Bremen-Fan Lucas Höler Freiburgs Gewinner

Er galt als Außenseiter, nicht gerade gesetzt als Stammspieler. Doch Lucas Höler verblüffte alle. Der ehemalige Sandhäuser erkämpfte sich rasch seine Position im Team, avancierte zum Fixpunkt in der Offensive und verteidigte seine Position. Der 25-Jährige war nicht mehr wegzudenken aus der Streich-Truppe, was auch die Zahlen verdeutlichen: vier Tore und vier Assists zur Halbzeit. Der Lohn: Sein Kontrakt wurde verlängert. 

Verfolgt das Spiel von Werder Bremen gegen den SC Freiburg im Live-Ticker der DeichStube!

SC Freiburg: Saison-Bestwerte

Er läuft und läuft und läuft: Chang-hoon Kwon absolvierte durchschnittlich 13,88 Kilometer, der Bestwert in Freiburg. Gleich zweimal setzte sich Philipp Lienhart an die Spitze des vereinsinternen Rankings: 62,9 Prozent Zweikampfquote sowie 68 Ballkontakte. Robin Koch, der Jung-Nationalspieler, weist mit 84,6 Prozent die beste Passquote auf.

Nationalspieler Robin Koch

Robin Koch gilt als ein gefragter Spieler auf dem Transfermarkt. Es ist kein Geheimnis, dass der Jung-Nationalspieler schon länger im Visier selbst europäischer Spitzenclubs ist. Allen voran soll Benfica Lissabon sich für den 23-Jährigen Innenverteidiger interessieren. Im Winter scheiterte in letzter Sekunde der fast schon perfekte Wechsel nach Leipzig. Noch bis 2021 ist der Sohn des früheren Lauterer Profis Harry an Freiburg gebunden. Ein Wechsel schon jetzt im Sommer? Robin Koch gibt sich gelassen, hält sich alle Optionen offen: „Ich lasse alles auf mich zukommen. Es gibt keinen Grund, sich verrückt zu machen.“

SC Freiburg die Überraschungsmannschaft der Hinrunde

Ein größeres Kompliment für die Freiburger kann es kaum geben. Die Bundesliga-Profis kürten den Verein aus dem Breisgau bei der traditionellen Umfrage des kicker zur positivsten Überraschung der Halbserie. Mit einem überwältigendem Resultat: 41,5 Prozent der 239 Teilnehmer stimmten für Freiburg ab.

Im Hinspiel hatte Nils Petersen gleich doppelten Grund zur Freude: Er traf zweimal für den SC gegen seinen Ex-Club Werder Bremen.

Hinspiel: Ex-Bremer Nils Petersen schockt Werder Bremen

Ausgerechnet ihm, ausgerechnet dem früheren Werder-Profi Nils Petersen gelangen zwei Tore an seiner alten Wirkungsstätte. Doppelschlag durch den Torjäger, der Jiri Pavlenka anlief und den Befreiungsschlag des Werder-Keepers so blockte, dass er einschieben konnte, und der in der Nachspielzeit eine Freistoßflanke per Kopf verwandelte. Werder war zweimal in Führung gegangen durch Milot Rashica und Theo Gebre-Selassie. Glück beim 2:2 für die Freiburger, die kurz vor Schluss Haberer durch eine Gelb-rote Karte verloren hatten. Eine intensive Partie mit zahlreichen Torchancen auf beiden Seiten.

Werder Bremen gegen SC Freiburg: Das sagt die Statistik

Werder Bremen fährt gerne zum SC Freiburg. Von 19 Begegnungen gewannen die Bremer in der Liga elf, punkteten auch bei drei Remis. Sie mussten nur fünf Niederlagen einstecken. Die Gesamtbilanz in der Bundesliga sieht so aus: 39 Spiele, 22 Werder-Siege, acht Remis, neun Niederlagen. Bei den beiden Pokalspielen, die bisher stattfanden, siegte jeweils die Heimmannschaft: 2017 Werder mit 3:2, 2000 Freiburg mit 1:0.

Letzter Auswärtssieg von Werder Bremen im Breisgau

Der letzte Werder-Sieg in Freiburg liegt rund drei Jahre zurück: 5:2 am 1. 4. 2017, kein Aprilscherz. Es war das Spiel des inzwischen für Dortmund kickenden Thomas Delaney, der dreimal traf. Zudem waren Max Kruse und Fin Bartels erfolgreich. Nils Petersen und Vincenzo Grifo trugen sich bei den Hausherren in die Torschützenliste ein.

Erfolgreichste Torschützen

Zwei, die noch aktiv sind, halten die Bestwerte: Claudio Pizarro gelangen in 13 Partien gegen Freiburg neun Tore. Nils Petersen traf in sieben Spielen fünfmal für Freiburg.

Jungbrunnen SC Freiburg

Freiburg ist für seine Jugendarbeit in der Akademie berühmt. Das zeigt sich auch beim Blick auf das Durchschnittsalter des Kaders, in dem viele Eigengewächse und Talente stehen. Das Aufgebot ist im Schnitt fast zwei Jahre jünger als die Werder-Truppe. Die Zahlen: Freiburg 24,9, Werder 26,7. Und Freiburg ist auch bekannt dafür, auf deutsche Profis zu setzen. Bei den Breisgauern stehen nur neun Legionäre im Kader, bei Werder doppelt so viele.

Neues Stadion des SC Freiburg

In den Unterlagen zur Lizenzierung für die kommende Spielzeit taucht noch das Schwarzwald-Stadion auf, die traditionelle Spielstätte. Dies gab Oliver Leki, der Finanzvorstand, bei einer Pressekonferenz auf der Baustelle für die neue Arena bekannt. Mit Beginn der nächsten Saison ist der Umzug eingeplant. Die Arbeiten am neuen Stadion neben dem Flugplatz kommen gut voran, hieß es. Es sei dennoch „extrem ambitioniert, den Zeitplan einzuhalten“, erklärte Freiburgs Oberbürgermeister Martin Haag. Leki betonte nochmals: „Um Bundesliga-Fußball langfristig zu sichern, brauchen wir das neue Stadion.“ Es wird mit 35.000 Plätzen rund 11.000 Besuchern Platz bieten, die Zahl der Plätze im Businessbereich verdoppelt sich nahezu von 1100 auf gut 2000.

Vertrauen in Stammkeeper Alexander Schwolow

Stammkeeper Alexander Schwolow fiel verletzungsbedingt lange aus. Stellvertreter Mark Flekken bewährte sich ab Mitte der Hinserie. Wechselspiel im Tor? Nein, zu Jahresbeginn bestätigte Trainer Christian Streich den alten Status: Schwolow ist und bleibt die Nummer eins. Dieses Vertrauen zahlte der 27-Jährige zurück, wurde in der Rückrunde in einigen Partien zum Rückhalt. „Ein Schlüsselspieler“, wie der Coach ausdrücklich nach dem 1:0 gegen Hoffenheim lobte, als der Schlussmann den Sieg festhielt. Allerdings wird Schwolow als Wechsel-Kandidat zum FC Schalke 04 gehandelt.

SC Freiburg: Ausnahme auf dem Transfermarkt

16 Bundesligisten waren auf dem winterlichen Transfermarkt aktiv, zwei Klubs beteiligten sich nicht: Neben Gladbach auch der SC Freiburg, der seinem Kader vertraut. Die Verantwortlichen um Sportdirektor Jochen Saier sahen keine Veranlassung, Korrekturen auf dem Personaltableau vorzunehmen. Kein Neuer, indes auch kein Abgang. So durfte Jung-Nationalspieler Robin Koch, von RB Leipzig heftig umworben, nicht nach Sachsen wechseln. Als Ablöse standen 20 Millionen Euro im Raum. Die Begründung: Die Freiburger vermochten es nicht, so schnell einen entsprechenden Ersatz für Koch zu finden. „Leider konnten wir uns final nicht einigen“, erklärte Leipzigs Manager Markus Krösche.

Neuer Vertrag für Nicolas Höfler

„Hier bin ich glücklich“, betont Nicolas Höfler. Sein Kommentar, nachdem er in diesem Winter seinen Vertrag vorzeitig verlängert hat. „Ein wichtiger Baustein in der Mannschaft“, sprach Klemens Hartenbach, der Sportdirektor, nach der Unterschrift. Der Stürmer ist der dienstälteste Profi im Breisgau. Der gebürtige Südbadener, geboren in Überlingen am Bodensee, kam 2005 aus Pfullendorf nach Freiburg, schaffte 2010 den Sprung ins Profiteam. Von 2011 bis 2013 wurde er für zwei Jahre an den Zweitligisten Aue ausgeliehen. Schon in der Jugend war Christian Streich sein Trainer, mit ihm wurde er 2008 Deutscher A-Jugend-Meister und ein Jahr später Pokalsieger.

SC Freiburg im Form-Check

Freiburg kam gut aus der Pause. Aus Leipzig entführten die Breisgauer einen Punkt: 1:1 nach einem Treffer von Gulde, von dessen Wade ein scharf getretener Eckball Grifos den Weg ins Tor fand. Der Däne Poulsen sorgte für den Ausgleich, wobei die Sachsen mehr vom Spiel und auch die besseren Möglichkeiten hatten. Glück also für die Streich-Elf, die ohne Änderungen antrat, somit in derselben Formation wie beim 3:1 gegen Union Berlin im März. Pech für die Breisgauer, die in einem 3-4-3-System angetreten waren: In der Nachspielzeit wurde ein Tor von Höler zu Recht nach Videobeweis wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt. Damit hat Freiburg seine glänzende Ausgangsposition ausgebaut: Platz 7, 37 Punkte, nur zwei Zähler hinter Wolfsburg und dem Platz, der zur Europa League berechtigt.

Quarantäne-Trainingslager des SC Freiburg

Der SC verbrachte die Quarantäne in einem Hotel rund 30 Kilometer von Freiburg entfernt. Zeitgleich mit Werder startete das Mannschaftstraining, relativ spät, da auch in Baden-Württemberg lange Beschränkungen galten und lange nur Übungsbetrieb in Zweier- und Fünfergruppen möglich war. Dem Wiederbeginn blickte Christian Streich gelassen entgegen: „Ich glaube, auch wenn das Stadion leer ist, können die Spieler ihre volle Leistung bringen.“ Und sein Stoßseufzer: „In erster Linie sind wir gottfroh, überhaupt wieder spielen zu können.“

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