Marco Friedl, Verteidiger des SV Werder Bremen, in der Mixed Zone
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Marco Friedl weiß, was für den SV Werder Bremen in der Partie gegen Schalke 04 auf dem Spiel steht.

Optimismus nach der Hertha-Pleite

Werder-Profi Marco Friedl vor Schalke-Spiel: „Wir sind alle gewarnt und wissen, wie schnell es gehen kann“

Bremen – Natürlich hat er die Pfiffe wahrgenommen. Sie zu überhören, war am Samstagnachmittag ja auch kaum möglich. Als die Profis des SV Werder Bremen nach den ersten 45 Minuten der Saison 2020/21 in Richtung Kabinentrakt vom Platz gingen, wurde es laut, richtig laut.

Die 8.400 Fans, die das Auftaktspiel gegen Hertha BSC im Weserstadion verfolgen durften, machten ihrem Unmut Luft – und pfiffen, was das Zeug hielt: 0:2 gegen Hertha, das geht ja wieder gut los! Marco Friedl war einer der elf Bremer Profis, die es direkt abbekamen. „Die Fans haben eben Ansprüche, sie wollen, dass wir mutig Fußball spielen, und wenn das nicht der Fall ist, werden sie unangenehm. Das verstehe ich“, sagte der 22-Jährige am Mittwoch – und stellte in Aussicht, dass es künftig weniger Grund zum Ärgern für die Fans von Werder Bremen geben wird.

Werder Bremen: Nächster Gegner ist Schalke 04

Nach dem bitteren 1:4, das die Bremer letztlich gegen die Hertha kassiert hatten, steht nun das Duell von Werder bei Schalke 04 an (Samstag, 18.30 Uhr, Live-Ticker der DeichStube) – und Friedl weiß: „Es treffen zwei Mannschaften aufeinander, die den ersten Spieltag vermasselt haben.“ Die Gelsenkirchener hatte es beim 0:8 in München sogar noch etwas schlimmer erwischt als Werder, „beide Teams wollen mit einem Sieg jetzt richtig in die Saison kommen“, sagt Friedl und macht durchaus einige Punkte aus, die dabei für Werder Bremen sprechen.

Zum einen habe die Mannschaft die ernüchternde Pleite gegen die Hertha „knallhart“, „klar“ und „offen“ aufgearbeitet. Was das konkret bedeutet, sagte Friedl nicht. Dafür aber: „Jeder von uns weiß, um was es im Spiel gegen Schalke geht.“ Ein Satz, der durchaus bemerkenswert ist – weniger wegen seiner inhaltlichen Aussage als vielmehr wegen des Zeitpunkts, zu dem er geäußert wurde: vor dem zweiten und nicht etwa vor dem 32. Spieltag. Schalke schon als Schicksalsspiel? Ganz so weit würde Friedl sicher nicht gehen, aber immerhin hob der Innenverteidiger hervor: „Es wird ein wichtiges Spiel für die nächsten Wochen. Wir wollen nicht gleich unten reinrutschen.“

Werder Bremen gewann dreimal in Folge gegen Schalke 04

Wie gesagt: Marco Friedl ist optimistisch, dass das nicht passiert. Am Mittwoch führte er als weiteren Grund Werders zuletzt erfolgreichen Auftritte auf Schalke an. 1:0, 2:0 und 2:1 – dreimal in Folge konnten die Bremer zuletzt in der Veltins-Arena gewinnen. Da macht es für den jungen Österreicher auch keinen Unterschied, ob am Samstag Fans ins Stadion kommen dürfen oder nicht: „Ich sehe da weder einen Vor- noch einen Nachteil. Wir haben schon mit und ohne Fans auf Schalke gewonnen.“ Noch so ein Grund, der Friedl zuversichtlich stimmt: In Bremen seien nach dem Vorjahr, als Werder den Absturz in den Tabellenkeller erst spät wahrhaben wollte, nun alle Sinne geschärft: „Keiner von uns möchte nochmal so eine Saison erleben. Wir sind alle gewarnt und wissen, wie schnell es gehen kann, wenn du mehrere Spiele hintereinander keine Erfolgserlebnisse hast.“ Dann endet so eine Saison auch mal in Heidenheim. Womit wir erneut bei einem Punkt wären, aus dem Friedl Hoffnung schöpft, dieses mal allerdings persönliche.

Werder Bremen: Marco Friedl sieht sich bereit für den Konkurrenzkampf

Während des Relegationsrückspiels beim 1. FC Heidenheim, in dem Werder Bremen den Klassenerhalt perfekt machte, stand Friedl 90 Minuten lang als Innenverteidiger auf dem Platz. „Auf der Postion fühle ich mich am wohlsten“, sagte er, „ich habe sie im letzten Jahr im wichtigsten Spiel in Heidenheim gespielt, und da hat es gut geklappt“. Aus dem früheren Linksverteidiger scheint bei Werder über den Sommer endgültig ein Mann für die Mitte geworden zu sein. Friedl sieht sich bereit für den Konkurrenzkampf mit den namhaften Kollegen, der erst so richtig beginnt, wenn diese alle wieder fit sind: „Durch die letzte Saison, in der ich viel gespielt habe und auch in den wichtigen Spielen zum Einsatz gekommen bin, ist mein Stellenwert in der Mannschaft gestiegen.“ (dco)

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