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Suat Serdar von Schalke 04 sieht Werder Bremen trotz der aktuellen Ergebniskrise nicht schlechter als im Vorjahr.

Klemm-Brett vor Werder gegen Schalke

Schalke-Star Suat Serdar im Interview: Werders Krise „ähnlich wie bei uns im Vorjahr“

Von wegen Rente: Hans-Günter Klemm, langjähriger Kicker-Redakteur mit Werder-Expertise, hält für die DeichStube Augen und Ohren offen – fällt ihm 'was zum kommenden Gegner des SV Werder Bremen auf, notiert er es auf seinem Klemm-Brett. Vor dem 12. Spieltag gegen Schalke 04 mit Mittelfeldspieler Suat Serdar im Interview, Schalke im Form-Check und Statistiken.

Interview mit Suat Serdar

Beim 6:1-Erfolg gegen Nordirland wurde er eingewechselt. Das dritte Länderspiel für Suat Serdar, den 2018 aus Mainz geholten Mittelfeldspieler. Der 22-Jährige über sein Jawort für Deutschland, das Bremer Pech und die Schalker Erfolge.

Wie fühlt man sich als deutscher Nationalspieler, Suat Serdar?

Sehr stolz und glücklich. Es war immer mein Traum. Ich werde alles dafür geben, mich für weitere Nominierungen anzubieten.

Der Bremer Maximilian Eggestein zählte auch zum erweiterten Kader der Nationalelf. Hat es Sie überrascht, dass Sie den Vorzug bei Joachim Löw bekommen haben?

Ich habe meine Nominierung gar nicht mit einem Konkurrenzkampf mit ihm in Verbindung gebracht. Maxi ist ein starker Spieler, das haben wir mit Schalke leider schon oft zu spüren bekommen.

Ihr Mannschaftskollege Ahmed Kutucu hat am Wochenende sein Debüt für die Türkei absolviert. War es für Sie nie eine Option, für die türkische Nationalmannschaft aufzulaufen?

Doch, natürlich. Doch ich habe alle Nachwuchsmannschaften beim DFB durchlaufen. Als die Einladung für die A-Elf kam, habe ich mit der Familie und Freunden darüber gesprochen. Es hat sich richtig für mich angefühlt, die Einladung anzunehmen. Es war eine Entscheidung für Deutschland, aber bestimmt keine gegen die Türkei. Ich habe mich für Ahmed gefreut und auch darüber, dass sich die Türkei für die EM qualifiziert hat.

Können Sie beschreiben, was den Wandel bei Schalke im Vergleich zur Vorsaison ausmacht?

Zunächst einmal ist es so, dass wir Spieler eine bessere Saison spielen wollten. Dazu hat David Wagner einige Ideen aus der Premier League mitgebracht. Und er hat uns vermittelt, auf dem Platz mutig zu sein und entsprechend aufzutreten.

Schalke ist eine der Überraschungsmannschaften, eine Rolle, die Viele Werder zugetraut hatten. Wer geht als Favorit ins Spiel?

Ich würde diese Rolle nicht vergeben. Ich sehe Werder so stark wie im Vorjahr. Umgekehrt gehen wir in jede Partie, wollen unser Spiel durchsetzen und möglichst gewinnen.

Werder hat aber zuletzt kaum noch gewonnen. Wie sehen Sie es?

Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen, aber es ist ähnlich wie bei uns im Vorjahr. Sie haben bis auf Max Kruse alle Spieler dabei, die im Vorjahr sehr gut aufgespielt haben. Zudem hatten die Bremer in einigen Partien auch Pech.

Wissenswertes vor dem Heimspiel von Werder Bremen gegen Schalke 04: Hans-Günter notiert es auf seinem Klemm-Brett.

Spruch von Huub Stevens

„Wenn es zwischen den Ohren nicht gut sitzt, dann geht es auch in die Beine.“

Ex-Trainer Huub Stevens, der als Nachfolger des beurlaubten Domenico Tedesco als Interimstrainer eingesprungen ist und den Klassenerhalt perfekt gemacht hat, in der blamablen letzten Saison nach der 2:5-Niederlage gegen Hoffenheim.

Werder Bremen: Schalke 04 ist ein Angstgegner

Mit Fug und Recht darf Schalke 04 als Angstgegner der Bremer in der jüngeren Geschichte angesehen werden. Von den letzten elf Partien im Weserstadion hat Werder nur zwei gewinnen können. Sechs Niederlage und drei Remis stehen zu Buche. Die letzte Niederlage gab es am 16. September 2017: 1:2 hieß es am Ende. Tröstlich, dass das letzte Spiel gewonnen wurde: 4:2 im März. Zweimal Milot Rashica sowie Max Kruse und Martin Harnik waren erfolgreich bei zwei Gegentreffern des inzwischen in Gladbach spielenden Breel Embolo.

Bilanz Werder Bremen gegen Schalke 04

Insgesamt fällt die Bilanz der Bremer gegen Schalke positiv aus. In 108 Spielen trafen die beiden Traditionsvereine aufeinander. Werder siegte 45 Mal bei 43 Niederlagen und 20 Remis. In der Bundesliga sind die Zahlen noch eindeutiger: 43 Erfolge, 20 Unentschieden, 37 Niederlagen. Und die Heimbilanz in der Meisterschaft spricht für die Hanseaten. In 50 Spielen landete Werder 28 Siege, Schalke 14 Partien, acht Treffen endeten unentschieden.

Werder Bremen gegen Schalke 04: Rekorde der Altmeister

Einer, der auch mal das Werder-Trikot trug, absolvierte für Königsblau die meisten Spiele gegen Bremen: Klaus Fichtel spielte 30 Mal gegen Bremen. Auf der Gegenseite brachte es Horst-Dieter Höttges auf 25 Einsätze, gefolgt von Dieter Burdenski (22 Spiele). Erfolgreichster Torschütze Werders in Duellen mit Schalke: Marco Bode, der heutige Aufsichtsratsvorsitzende markierte sechs Treffer in 19 Spielen.

Transfers von Schalke 04

Auf dem Transfermarkt im Sommer machte Schalke ein Minus von etwas über acht Millionen Euro. Einnahmen von 15,85 Millionen Euro standen Ausgaben von 24 Millionen Euro gegenüber. Das meiste Geld gaben die Ruhrgebietler aus für ein Talent aus Schwaben: Königstransfer Ozan Kabak, 19 Jahre jung, ein Innenverteidiger vom VfB Stuttgart, kostete 15 Millionen Euro. Zudem holten die Schalke aus Düsseldorf den Belgier Benito Raman (24), der 6,5 Millionen Euro teuer war. Etwas günstiger kam ein anderer Flügelspieler: Bernard Tekpetey (21, vom FC Paderborn für 2,5 Millionen).

Ablösefrei kamen zwei Nachwuchsspieler von europäischen Spitzenklubs: Juan Miranda von Barcelona und Jonjoe Kenny vom FC Everton. Sportlich als Verlust erweist sich der Wechsel von Breel Embolo nach Gladbach, der immerhin zehn Millionen Euro Ablöse brachte. Zudem gingen Sebastian Rudy (29, ausgeliehen an Hoffenheim für 850.000), Yevhen Konoplianka (29, nach Donezk für 1,5 Millionen), Hamza Mendyl (21, verliehen an Dijon für 500.000) sowie Ralf Fährmann (ausgeliehen an Norwich für drei Millionen).

Benjamin Goller: Von Schalke 04 zu Werder Bremen

Im Werder-Kader steht ein Schwabe, der auf Schalke nicht mehr gefragt war: Benjamin Goller, ein 20-jähriger Außenbahnspieler, der ablösefrei nach Bremen kam. Goller, auf den Trainer Florian Kohfeldt große Stücke hält, sah bei den Königsblauen keine Zukunft mehr. In drei Spielzeiten hatte der Rechtsaußen nicht eine Sekunde in der Bundesliga-Elf auf dem Platz gestanden. Bei Werder hat er längst sein Erstliga-Debüt gefeiert und zählt regelmäßig zum Kader.

Vor dem Spiel gegen Schalke 04 hat die DeichStube Werder-Spieler Benjamin Goller zum Interview getroffen - und der sagt über Florian Kohfeldt: „Das finde ich schon sehr cool.“

Schalke-Kapitän Alexander Nübel

Er gilt als das große Talent, wird schon jetzt als Nachfolger von Manuel Neuer gehandelt, sollte der seine Karriere in der Nationalelf beenden. Auch beim FC Bayern gilt Alexander Nübel als logischer und legitimer Erbe Neuers. Unklar ist noch die Zukunft des Vize-Europameisters bei den Junioren. Schalke will den Keeper unbedingt halten, hat ihm ein Angebot unterbreitet. Der frühere Paderborner, der den langjährigen Stammkeeper Ralf Fährmann verdrängt hat, zögert indes, mag mit einem ablösefreien Wechsel spekulieren.

Doch Trainer David Wagner hat das Rennen um den Torhüter, der zum Kapitän befördert worden ist, nicht aufgegeben: „Wir haben eine Chance.“ Der 23-Jährige ist begehrt, gerade auch im Ausland. So soll er auf den Wunschlisten namhafter Vereine wie Manchester United, Atletico Madrid, AS Rom, OGC Nizza und Paris St. Germain stehen. Nübel hat indes einen Transfer ins Ausland zum jetzigen Zeitpunkt ausgeschlossen.

Alexander Nübel gilt als riesiges Torwart-Talent. Viele große europäische Vereine sollen schon ihre Finger nach dem Keeper des FC Schalke 04 ausgestreckt haben.

Sturmsorge bei Schalke 04

„Wir brauchen Stürmertore“, moniert David Wagner. Dem Coach missfällt, dass seine Spitze kaum treffen. Lange stand Ahemd Kutucu mit einem Treffer an der Spitze der internen Rangliste. Guido Burgstaller sowie auch Mark Uth und Benito Raman beklagten Ladehemmung. Die beiden Letztgenannten zeigten sich schließlich beim Pokalsiege in Bielefeld treffsicher, betrieben so Werbung in eigener Sache. Bis dato hatten die Mittelfeldspieler Amine Harit und Suat Serdar für die meisten Erfolgserlebnisse gesorgt.

Verteidiger-Ausfall bei Schalke 04

Eine komplette Innenverteidigung fällt aus: Salif Sane erlitt einen Einriss am Außenmeniskus, Benjamin Stambouli laboriert an einem Fußbruch. Notstand zuletzt bei der Partie gegen Düsseldorf, als auch noch Matija Nastasic wegen Beschwerden an der Achillessehne nicht zur Verfügung stand. Hinter dem serbischen Nationalspieler steht weiter ein dickes Fragezeichen. Die Lösung zuletzt: Ozan Kabak, das Supertalent, bis dato weniger beschäftigt, bildete mit Weston McKennie, eigentlich im Mittelfeld zuhause, das Abwehrzentrum.

Sperre für Schalke-Boss Clemens Tönnies

Drei Monate Sperre für Clemens Tönnies. Der Vorsitzende des Aufsichtsrrats, der bei einer Festveranstaltung in seiner Heimat rassistische Äußerungen getätigt hatte, ließ sein Amt ruhen. Dies hatte der Ehrenrat des Clubs, der sich mit dem bundesweit thematisierten Skandal beschäftigt hat, begrüßt. Tönnies entschuldigte sich bei seiner Rückkehr und übte Selbstkritik nach diesem Fehler: „Es hätte mir nicht passieren dürfen, es ging voll in die Hose.“ Der 63-jährige Unternehmer gab an, dass die Zeit ohne Schalke sehr schwer für ihn gewesen sei. Er ließ offen, wann er wieder ins Stadion gehen wolle.

Profiteur Omar Mascarell

Für ihn erweist sich das Kommen des neuen Trainers als Glücksfall. Omar Mascarell, seit Sommer 2018 auf Schalke, brachte es im ersten Jahr auf nur 14 Einsätze. Seit David Wagner das Regiment führt, trat ein Wandel ein. Der 26-Jährige ist Stammspieler, ja Leistungsträger, der in allen Spielen zum Einsatz kam. Das Vertrauen des neuen Coaches, der ihn zum Vize-Kapitän beförderte, zahlte der gebürtige Spanier in jeder Hinsicht zurück.

Schalke-Trainer David Wagner: Vollgas

Vollgasfußball – es ist sein Markenzeichen. Dynamisch, energisch, rasant, so soll seine Mannschaft spielen. David Wagner, der Tedesco-Nachfolger auf Schalke, predigt eine Philosophie, wie sie sein bekannter Freund pflegt. Jürgen Klopp, der Kumpel aus gemeinsamen Tagen in Mainz. Das Produkt kann sich sehen lassen. Wagner, der Deutsch-Amerikaner, hat Schalke mit seiner Art schnell erobert. Dabei nennt er einen anderen Kollegen als seinen Spezi „Kloppo“ als Vorbild: „Ralf Rangnick hat mich geprägt.“

Als Spieler tauchte der 48-jährige Wagner schon mal in Gelsenkirchen auf, von 1995 bis 1997 absolvierte er 29 Partien, war Mitglied der Euro-Fighter, die den Europacup gewannen. Als Trainer bewährte er sich im Nachwuchsbereich in Hoffenheim und Dortmund, bevor er seine Visitenkarte in der Premier League abgab: vier Jahre in Huddersfield, mit der Krönung des Aufstiegs 2017.

Form von Schalke 04 vor Spiel gegen Werder Bremen

Schalke zählt zur erweiterten Spitzengruppe: Platz 7, 19 Punkte auf der Habenseite. Dabei wurde eine noch bessere Platzierung verspielt, als am elften Spieltag zu Hause nur ein 3:3 gegen Düsseldorf gelang. Zuvor hatten die Königsblauen mit 3:2 in Augsburg gepunktet nach dem torlosen Remis im Derby gegen Dortmund. Im Pokal kam Schalke eine Runde weiter nach einem spektakulären 3:2-Erfolg bei Arminia Bielefeld.

Mehr News zu Werder Bremen

Genug geredet, sagt Florian Kohfeldt. Der Trainer des SV Werder Bremen brennt auf das Spiel gegen Schalke 04. Und so könnten sie spielen: Augustinsson für Friedl, Bargfrede für Bittencourt? Das ist voraussichtliche Aufstellung von Werder Bremen gegen Schalke 04 am Samstag.

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