Gefeuerter Coach ist auch nach Alicante gereist

Schaut Nouri beim Werder-Test zu?

Dreizehn Spiele ohne Sieg in Serie waren zu viel. Werder trennte sich am 31. Oktober 2017 vom damaligen Trainer Alexander Nouri.

Alicante  - Die Wege von Werder Bremen und Alexander Nouri haben sich vor Wochen getrennt, ausgerechnet in Spanien kommen sie sich jetzt wieder näher – zumindest räumlich: Werders Ex-Coach ist einen Tag nach dem Bundesligisten von Bremen nach Alicante geflogen.

Im Trainingslager in Algorfa wurde Nouri aber nicht gesichtet. Nouri will sich in der Region weiterbilden, bei diversen Clubs hospitieren und sich Vereine in deren Vorbereitung auf die Rückrunde anschauen.

„Ich weiß, dass Alex hier ist. Er besucht einige Vereine“, erklärte Werder-Sportchef Frank Baumann auf Nachfrage der DeichStube: „Vielleicht schaut er ja auch bei unseren Testspielen am Sonntag vorbei.“ Werder spielt erst am Morgen gegen Royal Antwerpen, am Nachmittag dann gegen Twente Enschede. 

Nouri steht bei Werder noch bis Sommer 2019 unter Vertrag. Über eine vorzeitige Auflösung des Kontraktes wurde noch nicht verhandelt. Der 38-Jährige war Ende Oktober nach zehn Bundesligaspielen ohne Sieg entlassen worden. Er wurde durch Florian Kohfeldt ersetzt.

Nouri sagt Hallenturnier ab

Kurios: Unter Nouri wäre Werder in diesem Winter nicht ins Trainingslager gereist und hätte sich in Bremen auf die Rückrunde vorbereitet. Sein Nachfolger Kohfeldt wünschte sich dagegen eine Reise in die Sonne. Kurzfristig wurde Werder noch in Algorfa in Alicante fündig. In diese Gegend hat es nun auch Nouri gezogen.

Eigentlich war er für das Hallenturnier am Freitag in Oldenburg angekündigt gewesen – als Spieler der Werder-Traditionsmannschaft. Doch seine Teilnahme hat Nouri abgesagt – wahrscheinlich wegen der Fortbildungsreise nach Spanien.

Alexander Nouri: Seine Karriere in Bildern

Bereits im Jugendbereich lief Alexander Nouri für Werder Bremen auf. Dort schaffte er es in die deutsche U16-Nationalmannschaft und nahm 1996 sogar an der EM in Österreich teil.

Bis 2001 spielte der spätere Bremer Chefcoach für die Amateurmannschaft an der Weser und war zwischenzeitlich für wenige Monate an Seattle Sounders ausgeliehen.

Nouri verließ die Hanseaten für den KFC Uerdingen, wo er drei Jahre in der Regionalliga Nord kickte.

Anschließend wechselte er zum VfL Osnabrück. 2007 schaffte er mit dem Club den Aufstieg in die Zweite Liga und erzielte in insgesamt 93 Pflichtspielen neun Treffer für den VfL.

Nach vier Jahren in Osnabrück zog es Nouri zu Holstein Kiel, wo er zwei weitere Spielzeiten verbrachte.

2010 wechselte der gebürtige Buxtehuder zum VfB Oldenburg, wo er 2012 seine Karriere als aktiver Spieler beendete und seine Laufbahn als Trainer startete.

Zur Saison 2014/15 kehrte Nouri nach Bremen zurück. Zunächst war er Co-Trainer der U23, dann wurde er befördert und übernahm als Cheftrainer die volle Verantwortung.

Noch in der gleichen Spielzeit führte Nouri Werders Reservemannschaft in die Dritte Liga. Von seinen Spielern wurde er dafür gefeiert.

Sein Aufstieg als Trainer ging weiter: Nach dem dritten Spieltag der Saison 2016/2017 wurde bei den Profis Viktor Skripnik als Coach entlassen. Nouri übernahm zunächst als Interimstrainer.

Der emotionale Nouri baute nicht nur Strukturen um, sondern brachte zunächst auch neue Leidenschaft in die Mannschaft von der Weser.

Die Belohnung: Anfang Oktober wurde der 37-Jährige zum Cheftrainer befördert. Als Co-Trainer standen ihm Florian Bruns und Markus Feldhoff zur Seite.

Die Zeiten blieben aber schwierig. Werder verlor die ersten vier Spiele nach dem Jahreswechsel und stürzte erneut auf den Relegationsplatz. Nouris Job stand stand arg auf der Kippe.

Doch dann starteten die Bremer eine nicht für möglich gehaltene Erfolgsserie. Zwischen Mitte Februar und Anfang Mai 2017 blieb Werder in elf Spielen in Folge ungeschlagen, gewann neun davon - und ging voll auf Kurs Europa League. Nouri saß plötzlich ganz fest im Sattel.

Der Werder-Trainer hatte auch mehrfach das Bedürfnis, sich in der Öffentlichkeit politisch zu positionieren. Nouri zeigte US-Präsident Donald Trump für ein verhängtes Einreiseverbot die „Rote Karte“. Und sagte bei einer Pressekonferenz: „Ich habe nichts gegen das Wort Europa - ich bin ja nicht die AfD.“

Am Ende der Spielzeit 2016/17 verpasste Werder die Europa League aber knapp als Tabellen-Achter.

In der Folgesaison konnte Werder in den ersten zehn Pflichtspielen keinen Sieg einfahren. Die Folge: Trainer Nouri wurde am 30. Oktober 2017 vom Verein freigestellt. 

Schon gesehen?

Das war Tag 2 im Werder-Trainingslager

Schon gelesen?

Veljkovic: „Meine Zukunft ist bei Werder“

Abwehrspieler kam mit einem Tag Verspätung: Jetzt ist auch Sane da

Auch interessant

Mehr zum Thema

Alexander Nouri
Kommentare zu diesem Artikel