Thomas Delaney (r.) – als Denker und Läufer hatte er gegen Hannover 96 eine Schlüsselrolle.
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Thomas Delaney (r.) – als Denker und Läufer hatte er gegen Hannover 96 eine Schlüsselrolle.

Aufgaben für Beine und den Kopf

Schlüsselrolle für Delaney

Bremen - Als das Spiel gegen Hannover 96 entschieden war, wollte Thomas Delaney nicht mehr. Er diskutierte kurz mit Trainer Florian Kohfeldt, und es sah so aus, als wolle der Däne ausgewechselt werden.

Was okay gewesen wäre, schließlich war er während der Länderspielpause im WM-Playoff-Doppelpack gegen Irland (0:0, 5:1) zweimal über die volle Distanz gegangen. Doch Kohfeldt hatte andere Pläne. Mit einem Klaps schickte er Delaney nach kurzem Gespräch zurück ins Geschehen und wechselte wenig später Philipp Bargfrede aus. Delaney rückte dann auf dessen Position als fester Sechser im Mittelfeld. Die Geschichte zeigt, dass Kohfeldt selbst auf einen müden Delaney nicht verzichten will.

Kilometerfresser Delaney und Eggestein

Im Anti-Hannover-System hatte der neue Coach dem 26-Jährigen zuvor „eine Schlüsselrolle“ zugewiesen. Kohfeldt wollte auf die flexiblen Umstellungen der 96er ebenso flexibel reagieren können – und dafür brauchte er Delaney. „Er hatte viele Aufgaben“, sagte der 35-Jährige – „vor allem laufen und denken“. Präziser: Wenn Werder den Gegner früh anlaufen wollte, musste Delaney auf einer Höhe mit Max Kruse, also ganz vorne, spielen. Kohfeldt: „Wenn wir im 4-1-4-1 gespielt haben, was wir teilweise getan haben, ist Thomas auf die Acht zurückgegangen und ist von dort angelaufen.“

In jedem Fall war Delaney viel unterwegs. Ebenso Maximilian Eggestein, dem Kohfeldt bei der Erfüllung des Auftrags „variabel gegen den Ball zu spielen“, eine ähnliche Aufgabe zugewiesen hatte. Eggestein brachte es am Ende auf sehr beachtliche 13,41 Kilometer, Delaney auch noch auf 11,7 – es waren die Top-Werte des gesamten Teams.

Einzelkritik: Kruse überragend, Bartels endlich wieder in Form

Jiri Pavlenka
Jiri Pavlenka: Schon nach vier Minuten im Blickpunkt, aber sehr aufmerksam bei Maiers Schuss. Auch nach der Pause sofort hellwach und mit einer ganz wichtigen Glanztat gegen Harnik. Da hätte das Spiel kippen können. Note 1,5  © nordphoto
Theodor Gebre Selassie
Theodor Gebre Selassie: Nach 20 Minuten mit einem guten Versuch aus spitzem Winkel. Danach war der rechte Verteidiger nur noch selten zu sehen. Das Bremer Spiel war eben sehr linkslastig. Seine Abwehrarbeit verrichtete er aber sehr ordentlich. Note 3  © nordphoto
Milos Veljkovic
Milos Veljkovic: Bekam erneut den Vorzug vor Sane und bestätigte das Vertrauen mit einem unaufgeregten, sehr sicheren Auftritt. Bermerkenswerte 94 Prozent seiner Pässe kamen an. Note 2,5  © dpa
Niklas Moisander
Niklas Moisander (rechts): In der ersten Halbzeit ziemlich cool, aber dann: Direkt nach der Pause eröffnete seine Fehleinschätzung eines langen Balls Harnik die große Chance zum 1:1. Immerhin steckte der Finne diesen Fauxpas gut weg. Note 3  © Gumz (Archiv)
Ludwig Augustinsson
Ludwig Augustinsson: Nach der WM-Quali mit Rückenwind und anfangs viel Drang nach vorne. Riskierte aber nicht zu viel, hielt den offensiven Kollegen lieber den Rücken frei und bot sich dabei auch als Anspielstation an. Note 3  © Gumz
Philipp Bargfrede
Philipp Bargfrede (bis 70.): Staubsauger und Organisator vor der Abwehr. Sehr auffällig – auch mit mutigen Ausflügen nach vorne. Dazu ein echter Balldieb: Nahm Bakalorz die Kugel ab, um Kruse das 1:0 aufzulegen. Note 2  © dpa
Maximilian Eggestein
Maximilian Eggestein: Suchte immer die Räume im Mittelfeld, um eine Anspielstation zu sein. War dabei so viel unterwegs wie kein anderer Spieler auf dem Platz. Auch ohne große Szenen ein sehr wichtiger Faktor im Bremer Spiel. Note 2,5  © nordphoto
Thomas Delaney
Thomas Delaney: Der Mann mit der Sonderrolle. Mal Mittelfeldspieler, mal Stürmer – und dabei immer sehr engagiert. Nach seiner WM-Quali unter der Woche mit Dänemarkt musste Delaney am Ende beißen. Note 2,5  © dpa
Fin Bartels
Fin Bartels: Quirlig, wirbelig, aber zunächst unglücklich. Doch seine vergebene Riesenchance per Kopf (32.) war sieben Minuten später vergessen. Nach Kruse-Pass netzte er eiskalt zum 1:0 ein – und eingeleitet hatte er diese Chance mit einem Pass auf Kruse auch noch. Beim Vorlagengeber bedankte sich Bartels dann mit zwei Assists zum 3:0 und 4:0. Bartels ist wieder in Form. Note 1,5  © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Zlatko Junuzovic (bis 81.): Werders neuer Linksaußen. Hatte fast weiße Schuhe von der Außenlinie. Dabei überzeugte der Bremer Kapitän mit vielen guten Ideen und Hereingaben. Note 2,5  © nordphoto
Max Kruse
Max Kruse (bis 87.): Einfach überragend! Drei Tore, eine Vorarbeit – besser geht es nicht. Dazu ein echtes Vorbild in Sachen Führungsspieler. Einziger echter Stürmer auf dem Platz, aber quasi überall unterwegs, um die Kollegen in Szene zu setzen. Beim 1:0 von Bartels gelang ihm das als Vorlagengeber bestens. Aber Kruse kann auch selbst vollstrecken – und das ziemlich genial wie beim 2:0 (54.). Es war sein erstes Saisonstor. Und das zweite folgte sogleich (59.) mit einem guten Trick gegen Verteidiger Sane und etwas Glück gegen Torwart Esser. Genauso abgeklärt ließ er noch das 4:0 folgen. Note 1+  © Gumz
Jerome Gondorf
Jerome Gondorf (ab 70.): Kam für Bargfrede, übernahm aber den Job von Delaney, der auf die Sechs rückte. Note -  © nordphoto
Ishak Belfodil
Ishak Belfodil (ab 81.): Der Stürmer kam, als Werder mit dem Toreschießen schon fertig war. Note -  © Gumz (Archiv)
Florian Kainz
Florian Kainz (ab 87.): Durfte auch noch ein paar Minuten als Sieger auf dem Platz genießen. Note - © Gumz (Archiv)

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