Heftige Wetterbedingungen am Spieltag: Der SV Werder Bremen gegen den FC St Pauli (oben) am 25. Januar 2006 und eine Zentimeter dicke Schneedecke beim Gastspiel in München (unten) am 01. März 2005.
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Heftige Wetterbedingungen am Spieltag: Der SV Werder Bremen gegen den FC St Pauli (oben) am 25. Januar 2006 und eine Zentimeter dicke Schneedecke beim Gastspiel in München (unten) am 01. März 2005.

Wetterkapriolen bei Werder-Spielen

Werder Bremen und das Schneechaos – zwei Skandale mit unterschiedlichem Ausgang

Bremen – Dem SV Werder Bremen droht am Sonntagabend ein Spiel auf Schnee in einem wahren Gefrierschrank auf der Alm. Beim Bundesligaspiel in Bielefeld soll es richtig ungemütlich werden, wenn die Partie überhaupt ausgetragen werden kann.

Das entscheidet der Schiedsrichter. Und mit solchen Entscheidungen im Winter war Werder Bremen in diesem Jahrtausend zweimal überhaupt nicht zufrieden – sportlich endete es einmal gut, einmal nicht. Ein Rückblick.

1. März 2005: Werder Bremen gegen Bayern München auf zehn Zentimeter dicken Schneedecke

So ein Pokal-Viertelfinale ist schon eine feine Sache – und für einen Bundesligisten bei einem Regionalligisten eigentlich auch nur eine Formsache. Doch der SV Werder Bremen musste nicht nur bei einer mit einigen Profis aufgepimpten Reserve des FC Bayern antreten, sondern auch noch auf einer fünf Zentimeter dicken Schneedecke. Seit Tagen hatte es in München geschneit, Regionalligaspiele waren abgesagt worden, doch die Bayern taten alles, um dieses Spiel im Stadion an der Grünwalder Straße (eigentlich der Heimat des großen Rivalen 1860 München) durchzuführen. Das Feld wurde immer wieder gewalzt, die Linien mit roter Farbe nachgezogen. Und Schiedsrichter Markus Schmidt stufte den Platz am Abend tatsächlich als bespielbar ein, obwohl dort besser eine Partie Curling als ein Fußballspiel möglich gewesen wäre. Auch Temperaturen von unter minus zehn Grad (mit Tendenz Richtung minus 20 Grad) störten den Unparteiischen nicht.

Werder Bremen war geschockt ob der Verhältnisse – Trainer Thomas Schaaf stocksauer. Die mitgereisten Reporter wurden vor dem Spiel sogar verbotenerweise mit auf den Platz gelotst, um sich ein Bild von den irregulären, sogar gefährlichen Bedingungen machen zu können.

Es half alles nichts, die Partie wurde angepfiffen – und die Bremer hatten nur ein Ziel: die frühe Entscheidung. Die gelang auch. Tim Borowski machte das schnelle 1:0 (9.), Valerien Ismael erhöhte zeitnah per Elfmeter auf 2:0 (23.). Die Bayern hatten sich verzockt und auf Schnee keine Chance gegen die eiskalten Profis aus Bremen. Nach einer Stunde beseitigte Borowski mit seinem Freistoß zum 3:0 die letzten Restzweifel am Sieg. Trotzdem hielt sich die Freude in Grenzen. Alle Bremer Beteiligten waren einfach nur froh, die Partie irgendwie überstanden zu haben und hatten eine klare Forderung: Nie wieder dürfe unter solchen Bedingungen ein Pflichtspiel ausgetragen werden. Sie sollten damit bekanntlich keinen Erfolg haben – genauso wenig wie im anschließenden Halbfinale gegen Schalke, das im Elfmeterschießen verloren ging.

(Ob das Bundesliga-Spiel zwischen Werder Bremen und Arminia Bielefeld am Abend in der Schüco-Arena stattfinden kann ist noch offen. Die Entscheidung soll am Mittag fallen.)

25. Januar 2006: Werder Bremen gegen FC St. Pauli auf Schnee und Eis

Wieder ein Pokal-Viertelfinale, wieder gegen einen Regionalligisten und wieder auf Eis und Schnee. Werder Bremen rechnete fest mit einer Absage, doch Schiedsrichter Felix Brych pfiff die Partie zwischen dem FC St. Pauli und Werder Bremen tatsächlich an. Werder-Sportchef Klaus Allofs tobte in der Halbzeit-Analyse der ARD vor laufenden Kameras, während sich daneben Pauli-Präsident Corny Littmann mit seinem Handy beschäftigte. Eine legendäre Geschichte, fast genauso legendär wie der 3:1-Sieg, der dem Außenseiter mit dem Einzug ins Halbfinale und den dortigen Einnahmen in ganz schwierigen Zeiten das wirtschaftliche Überleben sicherte.

Für St. Pauli hatten Michel Mazingu-Dinzey (10.), Fabian Boll (59.) und Timo Schultz (65.) getroffen, für Werder Bremen nur Johan Micoud (27.). Die Grün-Weißen verloren zudem Miroslav Klose, der sich nach einem bösen Ausrutscher auf dem glitschigen Boden einen Sehnenanriss und eine Schleimbeuteleinblutung in der rechten Schulter zugezogen hatte. Es war sogar seine Teilnahme an der Heim-WM in Gefahr. Ein Anwalt aus Bremen erstattete bei der Staatsanwaltschaft Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung. Doch die verlief im Sande. Immerhin: Klose wurde bis zur WM im Sommer noch fit, Werder am Ende Vize-Meister hinter dem FC Bayern, der im Halbfinale den FC St. Pauli aus dem Pokal geworfen hatte. (kni) Auch interessant: Verfolgt das Bundesliga-Spiel des SV Werder Bremen gegen Arminia Bielefeld im Liveticker der DeichStube. Wie gewohnt findet ihr bei uns schon im Voraus die mögliche Aufstellung des SV Werder Bremen gegen Arminia Bielefeld.

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