Werder Bremen um Geschäftsführer Klaus Filbry hat einen Kredit bei der KfW-Bank beantragt. Das stößt auf Kritik.
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Werder Bremen um Geschäftsführer Klaus Filbry hat einen Kredit bei der KfW-Bank beantragt. Das stößt auf Kritik.

Schulden in Coronavirus-Krise

Kritik am Kredit: Staatliche Hilfe für Werder missfällt Hamburger Wirtschaftsexperten

Hamburg/Bremen - Der Hamburger Wirtschafts-Professor und Ruder-Olympiasieger Wolfgang Maennig hat staatliche Kredite für Fußball-Proficlubs wie Werder Bremen oder den VfB Stuttgart kritisiert.

Er habe als ehemaliger Amateursportler weniger Verständnis dafür, sagte der 60-Jährige in einem Interview bei „ndr.de“. „Werder kann seinen Spielern wahrscheinlich weniger Gehalt zahlen. Das ist sicher unschön, aber andere Sportler fragen sich: Wo ist das Problem? Wir haben gar nichts und machen unseren Sport trotzdem“, sagte der Wissenschaftler.

Werder Bremen macht Schulden: KfW-Kredit wegen Coronavirus-Krise

Dass der Staat Profifußballer trotz deren hoher Gehälter subventioniert, sei eine bedenkenswerte Angelegenheit. „Den Banken und den Automobilunternehmen wurde gesagt: Ihr kriegt die Unterstützung nur, wenn ihr keine Dividende mehr zahlt und die Vorstandsgehälter verringert. Im Fußball ist von solchen Auflagen nichts zu hören“, meinte Maennig.

Werder Bremen und der VfB Stuttgart hatten angekündigt, Kredite bei der staatlichen KfW-Bank zu beantragen, um die wirtschaftlichen Folgen durch die Coronavirus-Krise abzumildern. Bei Werder wird der Kredit nach eigenen Angaben ein Volumen im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich haben. Klaus Filbry, Vorsitzender der Bremer Geschäftsführung hatte Kritik an dem Vorgehen zuletzt immer mit dem Hinweis zurückgewiesen, dass es sich nicht um ein Geschenk, sondern um einen Kredit handele. Dieser solle binnen sechs Jahren zurückgezahlt werden.

Werder Bremen und Co: Bundesliga kann Coronavirus-Krise besser verkraften als andere Ligen

Zweifel hat Maennig am Erfolg von Initiativen aus dem deutschen Fußball, eine Obergrenze für die Spielergehälter in ganz Europa festzulegen. Die deutschen Clubs würden einen sogenannten Salary Cap nicht schaffen, „denn die Engländer und Spanier haben kein Interesse daran, ihren Vorteil im Wettbewerb herzugeben“.

Insgesamt glaubt der Ökonom aber, dass die Bundesliga die Folgen der Corona-Pandemie besser verkraften kann als die Ligen in Spanien, Italien und Großbritannien. Die Länder seien nicht nur medizinisch stärker betroffen, „sondern auch wirtschaftlich, dafür gibt es erste Indikationen“, sagte Maennig. „Das würde bedeuten, dass die Etats in der Bundesliga nicht so stark fallen wie in den anderen Ländern.“ Die Vereine könnten so den einen oder anderen Fußballer gewinnen, „den sie sich vorher nicht leisten konnten“. (csa/dpa)

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