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Kurz vor dem Start der laufenden Saison sorgte Sebastian Langkamp für Aufsehen, weil er die hohen Ablösesummen und Gehälter im Profifußball kritisierte.

Das ist der neue Werder-Verteidiger

Langkamp: Von Samba-Kursen und Geld-Marionetten

Bremen - 1,91 Meter groß, in der Luft und physisch entsprechend stark: Werder hat seinen neuen Mann fürs Abwehrzentrum gefunden!

Sebastian Langkamp hat einen Vertrag beim Tabellen-16. der Fußball-Bundesliga unterschrieben. Langkamp kommt von Hertha BSC, wo er zuletzt nur noch zweite Wahl war. Laut „Bild“ soll er bis 2020 in Bremen bleiben, die Ablösesumme soll 2,5 Mio. Euro betragen.

Langkamp ist Rechtsfuß und gilt als solider Abwehrspieler, dem das Verteidigen großen Spaß macht. „Für mich als Abwehrspieler ist es ein schöneres Gefühl, einen Zweikampf zu gewinnen, als ein Tor zu schießen“, hat er einmal in einem Interview gegenüber „11Freunde“ verraten.

Dabei ist Langkamp kein geborener Verteidiger - ganz im Gegenteil: Bis zur B-Jugend spielte er bei Preußen Münster im offensiven Mittelfeld, ehe ihn sein damaliger Trainer zurückbeorderte. „Du spielst jetzt Libero. Ich sehe da sehr viel Potenzial bei dir“, habe der Coach damals zu ihm gesagt. „Vielleicht lag es auch daran, dass ich offensiv nicht ganz so von Nutzen war.“ Ganz ungefährlich vor des Gegners Tor ist der Mann, der 1988 in Speyer (Rheinland-Pfalz) geboren wurde, aber auch nicht: Immerhin sechs Treffer hat er in seinen bisher 153 Bundesligaspielen für Hertha, den FC Augsburg und den Karlsruher SC erzielt.

Kein „Brachial-Verteidiger“

Auf dem Platz kann Langkamp zur Sache gehen, er ist aber kein „Brachial-Verteidiger“, der jeden Gegenspieler abräumt, sondern eher darum bemüht, vorausschauend zu agieren. Gelernt hat er das als Jugendspieler, in der U19 des FC Bayern München: „Die Grätsche ist die allerletzte Option, die du als Verteidiger wählen solltest.“ Das habe ihm sein Trainer damals eingetrichtert. Einen anderen Trainer-Tipp bekam er dann später als Profi, kurz nach seinem Wechsel von Augsburg nach Berlin. Herthas damaliger Coach Jos Luhukay riet Langkamp scherzhaft, dass er mal einen Samba-Kurs machen solle, um etwas gelenkiger zu werden.

Showgeschäft Fußball

Kurz vor dem Start der laufenden Saison sorgte Langkamp für Aufsehen, weil er die hohen Ablösesummen und Gehälter im Profifußball kritisierte. „Die Fäden werden dort gezogen, wo das ganz große Geld fließt. Ich habe uns Spieler schon mal mit Marionetten verglichen. Wir sind in einer Position, in der wir gelenkt werden“, sagte er gegenüber der „Sport Bild“. Fußball sei ein Showgeschäft und er eben ein Teil davon: „Wir sind alle Marionetten des ganz großen Geldes.“ Es waren erstaunlich offene Aussagen eines Profis, die beweisen, dass sich Langkamp auch mit Themen außerhalb des Platzes auseinandersetzt. Eine Eigenschaft, die ihn bei den Bremer Fans sicherlich nicht unbeliebt machen wird.

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