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Zlatko Junuzovic wirkte auf der Ersatzbank gar nicht so unglücklich.

Kapitän stand wieder nicht in der Startelf

Der seltsame Junuzovic-Verzicht

Stuttgart - Die Geschichte von Zlatko Junuzovic beim SV Werder ist um ein Kapitel reicher – um ein etwas seltsames. Denn es ist nicht ganz klar, warum der Kapitän in Stuttgart zu Beginn nur auf der Bank saß.

Trainer Florian Kohfeldt hatte den Österreicher im Vorfeld der Partie für die Startelf angekündigt, schließlich fehlte im Mittelfeld Thomas Delaney wegen einer Gelbsperre. Doch es kam anders, und daran war offenbar Junuzovic selbst beteiligt.

Auf den ersten Blick sah es nach einem weiteren Signal von Trainer Florian Kohfeldt aus, dass Junuzovic nicht mehr zwingend gebraucht wird. „Wenn es eine reine Trainer-Entscheidung gewesen wäre, hätte man das vielleicht so sehen können“, meinte Sportchef Frank Baumann auf Nachfrage der DeichStube und betonte: „Es war aber eine gemeinsame Entscheidung von Florian und Zlatko.“ Dabei könne der Impuls durchaus auch vom Spieler kommen. Näher wollte Baumann darauf nicht eingehen.

Junuzovic auf der Bank: Was gab den Ausschlag?

Das legt den Verdacht nahe, dass Junuzovic möglicherweise angeschlagen war und deshalb nicht spielen wollte. Der Österreicher musste schließlich schon häufiger mal passen, meistens wegen Problemen am Fuß. Dagegen spricht diesmal aber, dass er in der 71. Minute eingewechselt wurde und auch am Tag nach dem Spiel das ziemlich intensive Training der Reservisten komplett absolvierte.

Was gab also dann den Ausschlag? Vielleicht die ungeklärte Zukunft? Macht sie dem Österreicher möglicherweise zu schaffen? Nach seiner Einwechslung in Stuttgart wirkte er längst nicht so zielstrebig und fokussiert wie sonst. Ende Juni läuft sein Vertrag aus, eine Verlängerung ist weiterhin nicht in Sicht. Alle Gespräche mit dem Club endeten ergebnislos – das letzte vor gut einem Monat.

Zlatko Junuzovic: Seine Karriere in Bildern

Zlatko Junuzovic
Zlatko Junuzovics Karriere begann in seiner Heimat Österreich. Nach seiner Jugendzeit in Graz wechselte „Zladdi“ im Sommer 2007 zu Austria Kärnten. Dort blieb er zwei Jahre.  © imago
Zlatko Junuzovic
Dann schloss er sich dem 24-fachen Meister Austria Wien an, wo er für drei Jahre spielte. © imago
Zlatko Junuzovic
Im Januar 2012 holten Trainer Thomas Schaf und Manager Klaus Allofs den Mittelfeld-Allrouner an die Weser. Bei Werder unterschrieb Junuzovic bis Sommer 2015. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Der Österreicher war bei Werder direkt gefordert... © nordphoto
Zlatko Junuzovic
...und stand in der Rückrunde der Saison 15 Mal auf dem Platz - meistens über die volle Spielzeit. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
In der Saison 2013/14 schoss der Österreicher den 1:0-Siegtreffer im Nordderby gegen den Hamburger SV. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Im Februar 2015 verlängerte Junuzovic seinen Vertrag vorzeitig bis 2018. Werder-Anhänger machten sich zuvor mit Sprechchören und Plakaten für den Verbleib von Junuzovic stark. Unter dem Hashtag #JunobleibtBremer fanden viele Fans zusammen. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Seine wohl beste Saison bei den Grün-Weißen spielte der Mittelfeldspieler 2014/15. Am Ende dieser Spielzeit standen sechs Treffer und 16 Torvorlagen auf Junuzovics Konto. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Der österreichische Nationalspieler biss immer auf die Zähne und zählt zu den Führungsspielern in Bremen. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Nach dem Karriereende von Clemens Fritz wurde Junuzovic von Cheftrainer Alexander Nouri zum Kapitän ernannt. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Seit der Saison 2017/18 trägt er nun die Binde als neuer Spielführer. Ganz neu ist das für den Profi aber nicht. Zuvor war er schon Vizekapitän gewesen. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Am 13. Oktober 2017 gab Junuzovic überraschend sein Karriere-Ende in der österreichischen Nationalmannschaft bekannt. Er kam auf 55 Einsätze in der ÖFB-Elf. © imago
Zlatko Junuzovic
In der Rückrunde der Saison 2017/18 hat Junuzovic trotz Kapitänsbinde seinen unangefochtenen Stammplatz verloren und musste das eine oder andere Mal - besonders bei Auswärtsspielen - auf der Bank Platz nehmen. © gumzmedia
Zlatko Junuzovic
Ein ganz wichtiges Tor für Werder schoss Junuzovic gegen Schalke 04, als er in der Nachspielzeit den Ball zum 2:1-Auswärtssieg über die Linie stocherte. © gumzmedia
Zlatko Junuzovic
Dank Junuzovics Treffer bejubelte Werder einen ganz wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt. © gumzmedia
Zlatko Junuzovic
Nach Jahren voller Wechsel-Spekulationen geht im Sommer 2018 das Kapitel Junuzovic bei Werder zu Ende. Dass der Kapitän von Bord geht, teilte der SV Werder am 23. April 2018 mit. © gumzmedia
Zlatko Junuzovic
Junuzovic wurde beim letzten Heimspiel der Saison im Weserstadion offiziell verabschiedet. © gumzmedia
Zlatko Junuzovic
Der 30-Jährige genoss die letzten Momente im Weserstadion gemeinsam mit Sohn Clemens. © gumzmedia
Zlatko Junuzovic
Die Werder-Fans bescherten Junuzovic einen schönen Abschied. © gumzmedia
Zlatko Junuzovic
Junuzovic wechselt zurück in seine österreichische Heimat. Ziel ist Serienmeister RB Salzburg. © gumzmedia

Werder kann sich zwar vorstellen, den 30-Jährigen zu behalten, aber das nur zu erheblich geringeren Bezügen – angepasst an das Leistungspotenzial. Junuzovic ist seit der Amtsübernahme von Kohfeldt nicht mehr unumstrittener Stammspieler. Im Zentrum, wo er sich am wohlsten fühlt, ist kein Platz mehr für ihn, dort sind Philipp Bargfrede, Maximilian Eggestein und Thomas Delaney gesetzt. Junuzovic darf fast nur noch auf den Flügeln ran. Auch deshalb denkt er über einen Wechsel, eine neue Herausforderung nach.

Nach dem Spiel in Stuttgart wollte Junuzovic über seine Situation nicht sprechen. „In den nächsten Tagen“, vertröstete er die wartenden Journalisten. Baumann sprach zwar, konnte aber auch nur sagen: „Bis zum Saisonende fällt eine Entscheidung.“

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