Sepp Piontek, Legende als Spieler des SV Werder Bremen und als Nationaltrainer Dänemarks, wird 80 Jahre alt.
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Sepp Piontek, Legende als Spieler des SV Werder Bremen und als Nationaltrainer Dänemarks, wird 80 Jahre alt.

Meister von 1965 glücklich in Dänemark

Von Werder in die weite Welt: Sepp Piontek wird 80

Blommenslyts – Der Fußball war und ist sein Leben. „Der Sport lässt mich einfach nicht los“, sagt einer, der die Sportart und den SV Werder Bremen geprägt hat: Josef Emanuel Hubertus Piontek. Der Kosmopolit und Weltenbummler feiert am Donnerstag einen runden Geburtstag. Sepp, der Spitzname, unter dem er weltweit populär ist, wird 80 Jahre alt.

„In so einem Alter feiert man nicht mehr groß“, kündigt der Pensionär an, der als Lizenzspieler, wie es damals so schön hieß, nur beim SV Werder Bremen gespielt hat. 278 Ligaspiele von 1960 bis 1972, Pokalsieger 1961, Meister 1965. In seinem Haus im beschaulichen Blommenslyts, einem 540-Seelen-Nest in der Nähe von Odense, wo er seit Jahrzehnten wohnt, wird es eine kleine Zusammenkunft geben, für die Familie und für die engsten Freunde. Ehefrau Gitte, eine Dänin, mit der Sepp seit 1980 verheiratet ist, hat alles vorbereitet.

Sepp Piontek: Früher bei Werder Bremen, jetzt in Dänemark

Im Gespräch mit der DeichStube berichtet Sepp  Piontek zwar von „kleinen gesundheitlichen Problemen“, von dem Hörgerät, das mitunter streike, und von diversen Wehwehchen, „die ganz normal sind“. Doch der Sepp, schon immer einer kerniger Kerl, will nicht lamentieren: „Ich bin noch ganz gut dabei.“

Auf Fünen, der dänischen Insel zwischen dem kleinen und großen Belt, hat er sein Refugium gefunden. Ein Paradies für Radfahrer, eine Idylle in faszinierender Natur, in der sich der weitgereiste Weltenbürger wohlfühlt. Aus Breslau war Piontek einst nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst nach Leer gekommen, bevor er in Bremen wegen des Jobs im Fußball sesshaft wurde.

Sepp Piontek führte Dänemark als Trainer zur EM und WM

Zu Zeiten des legendären „Pico“ Schütz agierte der sechsfache Nationalspieler zunächst als Stürmer, später als Defensivspezialist, dann als Mittelläufer und schließlich auch als Verteidiger im Gespann mit „Eisenfuß“ Horst-Dieter Höttges, in jenem landesweit gefürchteten Duo der hanseatischen Abwehr. 1965 wurde er mit Werder Bremen Deutscher Meister. Nach dem Ende der aktiven Laufbahn betreute er anfangs der 70er-Jahre drei Spielzeiten lang seinen Herzensclub als Coach, wie danach auch Fortuna Düsseldorf und den FC St. Pauli.

Am Ende des Jahrzehnts erhielt Josef  Piontek den Lockruf aus Dänemark, der sein Leben von Grund auf ändern sollte. Hermann Neuberger, der damalige DFB-Präsident, hatte ihn empfohlen beim skandinavischen Nachbarn, der einen Deutschen als Trainer wollte. Hennes Weisweiler und Helmut Johannsen, die Favoriten, waren nicht greifbar. Die dritte Wahl bekam den Zuschlag. Ein Glücksfall für Piontek, mehr noch ein Glücksfall für Dänemark. Mit dem Mann aus deutschen Landen ging es steil bergauf. Er führte die Dänen zur EM und WM, sorgte dort für Furore. Wegen der verpassten Qualifikation für die WM 1990 wurde er entlassen.

Sepp Piontek verfolgt Werder Bremen weiterhin

Der Kontakt des ungekrönten Königs von Dänemark zu seinen früheren Spielern ist nicht abgerissen. Sepp Piontek, der auch als Nationaltrainer in der Türkei sowie an so exotischen Stationen wie Haiti und Grönland amtierte, wo er 2004 seine Karriere beendete, ist weiterhin mittendrin im Geschehen. Als Trainer sitzt er auf der Bank der „Old Boys“, der Alt-Herren-Nationalelf.

Der Kontakt zu den alten Freunden in Bremen ist dagegen weitgehend abgerissen. Werders Werdegang verfolgt er dennoch. Es macht ihm Sorge, was an der Weser passiert. „Eine traurige Entwicklung. Vielleicht war der Weggang eines Führungsspielers wie Max Kruse doch nicht so leicht zu verkraften. Und dann die vielen Verletzten. Oder die Elf ist einfach ein wenig zu alt.“ Doch Piontek hofft noch: „Werder darf nicht absteigen, Werder gehört einfach in die höchste Spielklasse.“

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