Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg
+
Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg

13 Scorerpunkte für Team und Trainer

Die feinste Zutat: Gnabrys wichtige Tore

Der deutsch-ivorische Tempodribbler Serge Gnabry hat seinem Team in dieser Saison bereits zehn Tore und drei Vorlagen beschert. Ohne diese Ausbeute wäre Werders Lage wohl hoffnungslos.

Wolfsburg/Bremen - Von Daniel Cottäus. Nach seinem zweiten Tor in Wolfsburg war es wieder soweit: Serge Gnabry holte den imaginären Kochlöffel raus. Sekunden zuvor hatte der 21-Jährige den Ball aus kurzer Distanz ins Netz gehämmert – dann drehte er ab und zeigte erneut seine ganz persönliche Art des Torjubels. Schon in Mainz hatte Gnabry mit dem linken Arm eine Öffnung vor seinem Bauch geformt und mit rechts darin herumgerührt –nun sah er wieder so aus als wollte er sagen: „Seht her, hier kocht der Chef noch selbst!“ 

Serge Gnabrys Jubelgeste nach dem 0:2 im Spiel gegen den VfL Wolfsburg

Und tatsächlich: Es ist Gnabry, von dem es Woche für Woche ganz besonders abhängt, ob Werder die Suppe gelingt oder anbrennt. Zehnmal hat der Rechtsfuß bereits getroffen. Seine Tore sind dabei nicht nur die feinste Zutat im Bremer Topf, sondern haben Trainer Alexander Nouri wohl den Job gerettet.

Viel sagen wollte der Mann des Abends nicht, das sollten lieber andere übernehmen, und so lief Serge Gnabry in den Katakomben des Wolfsburger Stadions zügig an den Reportern vorbei – allerdings nicht ohne noch einen schnellen Hinweis loszuwerden. „Fragt ihn nach seinem Solo“, sagte Gnabry, ehe er in der Kabine verschwand. „Ihn“ – das war in diesem Fall Robert Bauer, der gerade über Werders glücklichen 2:1-Sieg sprach und wenig später tatsächlich über seinen beherzten Vorstoß in der Schlussphase berichten musste. 

Ohne Gnabrys Tore wäre Werders Lage nahezu hoffnungslos

Nun ist Bauer ein sehr aufgeweckter Profi, und deswegen war ihm nicht entgangen, dass es eigentlich Gnabry gewesen war, der für die Szenen des Abends gesorgt hatte. „Seine Abschlussstärke ist einfach enorm“, sagte Bauer über seinen Mitspieler, „wir sind alle glücklich, dass er bei uns im Team spielt.“ Es war der Auftakt eines Lobliedes, das alle Bremer nach dem Wolfsburg-Spiel im Chor sangen. 

Vize-Kapitän Zlatko Junuzovic nannte es „super wichtig“, dass Gnabry die Tore macht, „die uns zu Punkten führen“. Und damit traf der Österreicher den Nagel auf den Kopf. Werders Lage in der Tabelle ist auch so schon ernst genug – ohne Gnabrys bisherige Ausbeute wäre sie beinahe hoffnungslos. Sieben Punkte hätte Werder dann weniger auf dem Konto, würde auf dem vorletzten Tabellenplatz stehen. „Er ist in herausragender Form. Wir können nur froh sein, dass er die Dinger für uns macht“, unterstrich Fin Bartels. 

Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg

Werder-Spieler Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg
Werder-Spieler Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg © nordphoto
Werder-Spieler Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg
Werder-Spieler Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg © nordphoto
Werder-Spieler Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg
Werder-Spieler Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg © nordphoto
Werder-Spieler Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg
Werder-Spieler Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg © nordphoto
Werder-Spieler Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg
Werder-Spieler Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg © nordphoto
Werder-Spieler Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg
Werder-Spieler Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg © nordphoto
Werder-Spieler Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg
Werder-Spieler Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg © nordphoto
Werder-Spieler Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg
Werder-Spieler Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg © nordphoto
Werder-Spieler Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg
Werder-Spieler Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg © nordphoto
Werder-Spieler Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg
Werder-Spieler Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg © nordphoto
Werder-Spieler Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg
Werder-Spieler Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg © nordphoto
Werder-Spieler Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg
Werder-Spieler Serge Gnabry im Spiel gegen den VfL Wolfsburg © nordphoto

Für Werders Trainer Alexander Nouri dürfte das ganz besonders gelten. So hatte Gnabry mit dem frühen 1:0 in Mainz großen Anteil daran, dass die Bremer die so wichtige Partie am Ende mit 2:0 gewannen – und Nouri seinen Job vorerst für eine weitere Woche behalten durfte. Bei Werders spielerisch schwacher Vorstellung in Wolfsburg waren es dann ebenfalls Gnabrys Treffer, durch die am Ende dann doch irgendwie alles gut war. 

Zweimal in Folge gewonnen, so lässt es sich in der Woche vor dem Heimspiel gegen Darmstadt 98 sehr viel ruhiger arbeiten. Nouri würde zwar nie soweit gehen und sagen, dass er es Gnabry zu verdanken hat, dass er noch Werder-Trainer ist, weiß aber natürlich, was er am Deutsch-Ivorer hat. „Man darf nicht nur auf seine Tore schauen, sondern muss auch sehen, wieviel er nach hinten arbeitet. Er ist als Teamplayer enorm wichtig.“ 

Die ganze Mannschaft profitiert von Gnabry, das ist klar. Für Fin Bartels gilt das aber auch umgekehrt: „Alleine schafft er es auch nicht. Ich glaube, er weiß es ganz gut einzuschätzen, dass er immer noch zehn andere braucht.“ 

Baumann optimistisch, dass Gnabry bleibt

Werder und Serge Gnabry – das ist vom ersten Tag an eine ganz besondere Beziehung. Seit der Tempodribbler vor der Saison vom FC Arsenal kam, wird in der Öffentlichkeit wild darüber diskutiert und spekuliert, wohin er im Sommer wohl wechselt. Dass er bei seinem großen Talent, bei seinen strahlenden persönlichen Perspektiven länger als ein Jahr lang an der Weser bleibt – das ist für viele schlicht nicht vorstellbar.

Werders Sportchef Frank Baumann gibt sich in diesem Punkt gelassen, dementiert das Gerücht, die Bayern hätten sich eine Art Vorkaufsrecht auf den 21-Jährigen gesichert vom ersten Tag an. So auch gestern im Sport1-Fußballtalk „Doppelpass“. Dort betonte er erneut, dass er davon überzeugt sei, Gnabry über den Sommer hinaus in Bremen halten zu können. 

Für Werder wäre das ein Erfolg, schließlich hat Gnabry nicht zuletzt etwas Glamour zurück nach Bremen gebracht. Fin Bartels sagte: „Es gibt keinen, der nicht gerne sehen würde, dass er bei uns bleibt. Wir können darauf nur hoffen.“

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare