Andreas Herzog litt 1997 unter Arthrose im rechten Zehgelenk, weswegen Werder Bremens Spielmacher operiert werden musste. Den Gips gibt es noch heute im Archiv des Bundesligisten.
+
Andreas Herzog litt 1997 unter Arthrose im rechten Zehgelenk, weswegen Werder Bremens Spielmacher operiert werden musste. Den Gips gibt es noch heute im Archiv des Bundesligisten.

Werder-Serie der DeichStube

Sachertorte im Krankenhaus: Perlen aus dem Werder-Archiv – Teil 2: Der Gips von Spielmacher Andreas Herzog

Bremen - Wimpel, Trikots, Magazine, Fotobände und noch vieles mehr – im offiziellen Archiv des SV Werder Bremen wird das Gedächtnis des Vereins verwahrt und gepflegt. Die DeichStube stellt in einer sechsteiligen Serie besondere Erinnerungsstücke aus der Sammlung vor.

Blumen, klar. Gerne auch Schokolade oder ein Rätselheft – es gibt eine ganze Reihe von klassischen Mitbringseln beim Krankenhausbesuch, aber als Andreas Herzog im Herbst 1997 das große Paket für ihn öffnete, lag nichts davon darin. Stattdessen: eine Sachertorte. „Mein absoluter Lieblingskuchen“, schwärmte der Österreicher von Werder Bremen gegenüber den Journalisten, als er wegen einer hartnäckigen Verletzung im Mittelpunkt stand.

Arthrose. Im rechten Zehgelenk. Damit hatte sich Werder Bremens Spielmacher Andreas Herzog lange durch die Saison geschleppt, bis es irgendwann nicht mehr ging: „Es muss etwas gemacht werden. Ich kann seit Monaten nur noch mit einer Spritze spielen.“ Deshalb die OP im Evangelischen Krankenhaus in seiner Heimatstadt Wien, deshalb die Sachertorte – und deshalb dieses besondere Exponat, das bis heute fester Bestandteil des offiziellen Werder-Vereinsarchivs ist.

In einer Plastiktüte, die ihn vor dem Verfall schützen soll, lagert er bis heute: der Gips, der damals den rechten Fuß von Herzog umschloss. Das strahlende weiß von einst hat im Laufe der Jahre einen Gelbstich bekommen, und natürlich ist der Gips nicht unbeschädigt, denn er musste nach der Genesung ja aufgetrennt werden. Als Erinnerungsstück an eine für Werder Bremen schwierige Phase taugt er aber nach wie vor.

Schon gelesen? Thomas Schaafs letztes Hemd - Geschichten aus Werder Bremens Archiv - Teil 1: Ein Trainingsanzug als Symbol für das Ende einer Ära!

Werder Bremen: Andreas Herzog und der besondere Gips im Werder-Archiv

In der damaligen Mannschaft von Trainer Wolfgang Sidka war Rückkehrer Herzog, den es nach einem einjährigen Intermezzo beim FC Bayern München im Sommer 1996 wieder nach Bremen verschlagen hatte, der Dreh- und Angelpunkt. Deshalb drängte die Vereinsführung darauf, dass er vor der OP, die mindestens eine viermonatige Zwangspause nach sich ziehen würde, noch die wichtigen Spiele gegen Kaiserslautern und Frankfurt (Pokal) bestreitet. Eine Bitte, der Andreas Herzog nachkam. Sogar das Ligaspiel gegen Gladbach hängte er noch dran, bereitete Anfang Oktober 1997 den Treffer von Havard Flo zum 1:0-Sieg vor – und machte sich danach auf den Weg nach Wien.

Im Krankenhaus kam der Star des SV Werder Bremen dann kaum zur Ruhe, derart viele Genesungswünsche erreichten ihn. „Das Telefon steht überhaupt nicht mehr still. Alle drei Minuten bekomme ich einen Anruf“, berichtete Andreas Herzog, „aber so wird’s mir wenigstens nicht langweilig“. Zum ersehnten Herzog-Comeback kam es dann im Februar 1998 im Heimspiel gegen den MSV Duisburg. Zu einem Zeitpunkt, als ein findiger Werder-Mitarbeiter (vermutlich aus der medizinischen Abteilung) den Gipsfuß des „Alpenmaradonas“ längst zur Seite geschafft hatte. (dco)

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare