+
Werden die Werder-Profis auch am Saisonende jubeln - wie hier beim Auswärtssieg gegen Bayer 04 Leverkusen?

Sieben Vereine, ein Ziel

Auf in den Europa-Endspurt!

Bremen – Acht Spiele noch! In der Bundesliga ist das letzte Saisonviertel angebrochen. Die Crunchtime läuft! An der Spitze liefern sich Bayern München und Borussia Dortmund ein Kopf-an-Kopf-Rennen, und dahinter spitzt sich das Rennen um die europäischen Plätze immer mehr zu.

RB Leipzig ist hinter dem Spitzenduo ein scheinbar sicherer Anwärter auf einen Platz in der Champions League, doch von Rang vier bis zehn tummeln sich sieben Teams, die entweder in die Königsklasse wollen oder aber die Europa League anpeilen. Seit dem 3:1-Sieg bei Bayer Leverkusen ist auch Werder Bremen wieder dick im Geschäft. 

Es geht um Platz sechs, der die direkte Qualifikation zur Europa League verspricht. Vielleicht reicht am Ende auch Platz sieben – nämlich dann, wenn der DFB-Pokalsieger auch über die Liga einen internationalen Platz erspielt hat. Wer vor dem Endspurt wie gut oder schlecht drauf ist? Ein Überblick.

Borussia Mönchengladbach

Platz 4, 47 Punkte, 45:31 Tore

Gute Ausgangslage, schlechter Trend – so die Kurzzusammenfassung der Situation beim Tabellenvierten. In die Winterpause ging die Borussia noch mit einem Fünf-Punkte-Polster auf die Europa-League-Plätze, hielt sicheren Kurs auf die Champions League. Doch wegen einer unheilvollen Serie krachender Heimniederlagen (0:3 gegen Hertha, 0:3 gegen Wolfsburg, 1:5 gegen Bayern) schmolz der Vorsprung. Aktuell ist es nur noch ein Punkt zur Europa League und fünf bis Rang sieben. 

Bekommt Gladbach, das das jüngste Heim-1:1 gegen den SC Freiburg nur schwer als Erfolg verkaufen konnte, den Trend nicht gestoppt, geht’s weiter runter. Zuletzt gab es in fünf Spielen nur einen Sieg – und dieses 1:0 in Mainz war auch einigermaßen schmeichelhaft gewesen.

5-Spiele-Trend U / N / N / S / U

Schon gelesen? Baumann über Eggestein: „Nichts Außergewöhnliches erwarten“

Eintracht Frankfurt

Platz 5, 46 Punkte, 51:30 Tore

Tock, tock! Wer da? Eintracht Frankfurt natürlich – und die Hessen klopfen nicht mehr nur an die Tür zur Champions League, sie hämmern schon. Vier Siege in der Bundesliga in Folge haben den Pokalsieger bis auf einen Punkt an Platz vier herangebracht. Und derzeit ist nicht abzusehen, dass die Eintracht, die auch in der Europa League auf einer Erfolgswelle surft, noch zu stoppen wäre. 

„Wir sind heiß und können aus einer guten Position jagen. Und wir sind Adler, also jagen wir gerne“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic nach dem knappen, aber verdienten 1:0-Sieg über Liga-Schlusslicht 1. FC Nürnberg. Soll heißen: Die Qualifikation zur Europa League wäre das Minimum, die Champions League ist das eigentliche Ziel.

5-Spiele-Trend U / S / S / S / S

Bayer Leverkusen

Platz 6, 42 Punkte, 47:40 Tore

Dicke Luft unter dem Bayer-Kreuz! Nach der 1:3-Pleite gegen den SV Werder sah sich Trainer Peter Bosz genötigt, seine Mannschaft erstmals seit seinem Amtsantritt im Januar öffentlich anzuzählen. „Ich habe meinen Spielern gesagt, dass ich nicht noch einmal sehen will, dass wir so in ein Spiel gehen, wie wir es getan haben, wenn wir ganz oben dabei sein wollen – und das wollen wir. Ich hoffe, das habe ich zum ersten und letzten Mal sagen müssen“, zürnte der Niederländer. 

Er war als Nachfolger von Heiko Herrlich angetreten, um die Werkself von Platz neun nach der Hinrunde noch in die Champions League zu führen. Zwischenstand: Bosz’ Punkteschnitt ist mit zwei Zählern pro Partie sehr ordentlich, Leverkusen läuft dem eigenen Anspruch dennoch etwas hinterher – auch wegen der Werder-Niederlage. „Das war definitiv ein Rückschlag“, sagte Mittelfeldmann Julian Brandt und meinte in erster Linie die Ambitionen auf Rang drei oder vier. 

Dabei ist auch Rang sechs für das hochveranlagte Team mit Ausnahmespielern wie eben Brandt oder Kai Havertz lange nicht sicher. Verständlich, dass Bosz nach dem verlorenen Sechs-Punkte-Spiel lauter und energischer wird. Für zusätzliche Unruhe könnten in den letzten Wochen der Saison immer neue Wechselgerüchte um den gebürtigen Bremer Brandt sorgen. Neuerdings soll auch Real Madrid zu den Interessenten gehören.

5-Spiele-Trend S / N / S/ S / N

VfL Wolfsburg

Platz 7, 42 Punkte, 44:39 Tore

Was das Theater um Trainer Bruno Labbadia und dessen Demission am Saisonende mit der Mannschaft macht? Nichts! Jedenfalls nichts Negatives. Das 5:2 gegen Fortuna Düsseldorf hat das deutlich gezeigt, und es ist eine neue Erkenntnis dieser Saison, dass Wolfsburg gelernt hat, Widerständen zu trotzen und Rückschläge zu verarbeiten. 

Einem 0:6 bei Bayern München folgt dann eben ein 5:2 gegen Düsseldorf. Das macht den VfL zu einem sehr ernsthaften Bewerber für einen Startplatz in der Europa League. Von mehr reden die Niedersachsen – obwohl punktemäßig mit Bayer Leverkusen auf einer Höhe – nicht.

5-Spiele-Trend S / S / U / N / S

Schon gelesen? Rosenberg: „Ich erinnere mich nicht an eine Papierkugel“

Werder Bremen

Platz 8, 39 Punkte, 46:38 Tore

Noch ungeschlagen in diesem Jahr, zuletzt mit wichtigen Siegen über Schalke und Leverkusen – so haben sich die Bremer auf Tuchfühlung zu den Europa-League-Rängen gebracht. Sie sind mit nur noch drei Punkten Abstand zu Platz sechs wieder bei der Musik dabei und gehören – ergebnistechnisch – zu den beständigsten der sieben Konkurrenten. Werder punktet immer – auch wenn die Unentschiedenrate vor wenigen Wochen keine wirkliche Zufriedenheit zuließ, ist das Unbesiegbarsein wahrlich keine schlechte Voraussetzung, um am Ende das Ziel zu erreichen. 

Kapitän Max Kruse gibt alles dafür, macht sogar seine noch offene Zukunftsfrage zur Extra-Motivation für alle. Europa heißt Vertragsverlängerung – das ist sein Plan, seine Rechnung, sein Versprechen. So spornt er sich an, so will er sich und die Kollegen auf Betriebstemperatur halten. 

Max Kruse ist derzeit in bestechender Verfassung und steht sinnbildlich für Werders Aufschwung.

Derzeit gehört der 31-Jährige zu den formstärksten Spielern der Liga. Kruse, die neue Treffsicherheit von Milot Rashica, die Konstanz von Maximilian Eggestein, die Paraden von Jiri Pavlenka und immer wieder frische Impulse von der Bank bilden das Fundament, auf dem ein Wunsch Wirklichkeit werden kann. 

Klar ist: Über das zu Saisonbeginn noch als überambitioniert belächelte Saisonziel „Europa“, wird jetzt ganz anders gesprochen. Wer nach 26 Spieltagen noch alle Chancen hat, ist kein Traumtänzer. „Wir sind wieder oben dran, das ist ein gutes Gefühl“, freut sich Mittelfeldmann Davy Klaassen. Werder hat gezeigt, dass viele Voraussetzungen gegeben sind, um nächste Saison international zu spielen. Das Restprogramm mit Partien in Gladbach, München und Hoffenheim sowie daheim gegen Dortmund und Leipzig hat es aber in sich.

5-Spiele-Trend U-U-U-S-S

1899 Hoffenheim

Platz 9, 38 Punkte, 50:38 Tore

Diese Serie wäre eines Titelanwärters würdig: Von den vergangenen 19 Bundesligaspielen hat die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann nur zwei verloren. Das Problem ist jedoch: Gleich zehn Unentschieden fallen in diesen Zeitraum, mit insgesamt elf sind die Hoffenheimer die Remis-Könige der Liga. Zuletzt gelang es dem Team nicht, ein 1:0 gegen Stuttgart über die Zeit zu bringen, ausgerechnet der an den VfB ausgeliehene Steven Zuber glich aus. 

Vier Punkte Rückstand sind es, die Hoffenheim auf Platz sechs aufweist. Das ist durchaus aufzuholen – zumal es noch gegen die direkten Europa-Konkurrenten aus Leverkusen, Berlin, Wolfsburg, Gladbach und Bremen geht. Ganz entspannt sieht Stürmer Joelinton (22) das Thema Europa – zumindest macht er seine sportliche Zukunft nicht davon abhängig: „Das hat keinen Einfluss, ich werde weiter hier spielen, ob mit oder ohne Europacup“, sagte er dem „Kicker“.

5-Spiele-Trend S / U / N / S / U

Schon gelesen? Clemens Fritz im Interview: „Es ist die perfekte Konstellation“

Hertha BSC

Platz 10, 35 Punkte, 40:39 Tore

Die Berliner starten als Außenseiter in den Endspurt um Europa – dabei hatte es für sie vor wenigen Wochen noch deutlich besser ausgesehen. Zu Beginn der Rückrunde stand das Team von Trainer Pal Dardai auf dem siebten Platz, nur ein Punkt fehlte auf die Europa-League-Ränge. 

Seitdem ging es allerdings sukzessive bergab. Nur zwei Siege verbuchte der Hauptstadtclub in den vergangenen acht Spielen, zuletzt gab es zwei Pleiten am Stück (1:2 in Freiburg, 2:3 gegen Dortmund). Ein kleiner Vorteil für Hertha könnte es sein, dass mit Düsseldorf, Hannover, Stuttgart und Augsburg noch fast alle Mannschaften aus dem Tabellenkeller auf dem Restspielplan stehen.

5-Spiele-Trend U / N / S / N / N

Mehr News zu Werder Bremen

Am Samstag spielt Werder Bremen gegen Hertha BSC – der TV-Guide zu Live-Übertragungen und den Highlights der Partie.

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Kommentare