Sichtlich erleichtere Bremer nach dem Sieg in Frankfurt.
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Sichtlich erleichtere Bremer nach dem Sieg in Frankfurt.

Werder nach dem zweiten Spieltag

Ein Sieg als erster Fingerzeig

Frankfurt - Als Milot Rashica spät in der Nachspielzeit einen Freistoß ins Tor von Eintracht Frankfurt gezirkelt hatte, war es so, als hätte die Bank von Werder Bremen plötzlich angefangen zu brennen. Alle sprangen auf, liefen schreiend davon.

Auch für Trainer Florian Kohfeldt gab es in dem Moment kein Halten. „Ein, zwei Sprünge habe ich wohl gemacht“, grinste er. Es musste auch sein. Denn Rashicas Schuss löste binnen Sekundenbruchteilen die Anspannung bei allen Bremern. Die war schon vor dem Anpfiff der Partie groß gewesen und wurde während der 95 Minuten bis zum 2:1-Siegreffer immer größer.

Man stelle sich nur mal vor, Werder hätte die Partie in der Commerzbank-Arena nicht gewonnen! Was wäre wohl gesagt worden über eine Mannschaft, die trotz einer mehr als 60-minütigen Überzahl (der Frankfurter Jetro Willems hatte nach einer Tätlichkeit gegen Theo Gebre Selassie Rot gesehen) nur ein 1:1 geholt hätte? Was wäre wohl gesagt worden über eine Mannschaft, die trotz viel beachteter Transfers in zwei Spielen nur zwei Punkte holt? Und was wäre wohl gesagt worden über einen Trainer und einen Sportchef, die Europa als Ziel ausgeben, dann aber die Mannschaft nicht in die Erfolgsspur bringen?

So gut gelaunt wie selten

All diese Fragen müssen sich Coach Kohfeldt und Manager Frank Baumann nach dem Erfolg in Frankfurt nicht gefallen lassen. Und die Freude darüber sowie über die drei Punkte war beiden deutlich anzumerken. Bei Kohfeldt war es nämlich nicht bei den ein, zwei Jubelsprüngen geblieben. Ziemlich ausgelassen tobte er auf dem Spielfeld herum, stieß die Faust enthemmt in die Luft. 

Und Baumann präsentierte sich später in einer Runde mit Journalisten so gut gelaunt wie selten. Sonst kennt man ihn als ruhigen, bedachten, beinahe stoischen Antwortengeber. Diesmal lachte und scherzte er. Die Last des Gewinnenmüssens war abgefallen, Baumann hatte den ersten Beweis erhalten, dass das von ihm und Kohfeldt angeschobene Projekt Europa funktionieren kann. Dass das Siegtor erst spät fiel, Werder phasenweise sogar um den einen Punkt hatte fürchten müssen, schob Baumann gerne beiseite. „Glück gehört auch mal dazu“, sagte er und beschrieb seinen Gemütszustand mit: „Da ist schon sehr viel Erleichterung.“

Nach Rashicas Tor gab es kein Halten mehr.

Auch bei Florian Kohfeldt. Der Coach hatte zunächst einen starken Start seiner Mannschaft gesehen – mit der Belohnung des 1:0 durch Yuya Osako (21.). Doch später sah er auch ein Team, das durch das Aus von Tohüter Jiri Pavlenka und dem Ausgleich durch Sebastien Haller (53./Foulelfmeter) „wie paralysiert“ wirkte. „Emotional“, sagte Kohfeldt, „war das nachzuvollziehen. Fußballerisch müssen wir das aber besser lösen“. Werder lief trotz Überzahl Gefahr, in Rückstand zu geraten – was gleichbedeutend war mit der Gefahr, mal wieder Richtung Fehlstart zu steuern. Trotz der namhaften Neuzugänge, trotz der vielen Millionen Euro, die bewegt wurden. Doch Milot Rashica verscheuchte diese Gefahr und übernahm mit seinem Last-Minute-Treffer die Rolle des Stimmungsretters. Kohfeldt konnte nach der Jubelarie auf dem Platz jedenfalls eine zufriedene Bilanz des zweiten Spieltages ziehen: „Wir haben uns aus einer schwierigen Phase herausgearbeitet und verdient gewonnen.“

Werder kann mutig nach vorne gucken

Statt nun in der Länderspielpause über verlorene Punkte grübeln zu müssen, kann Werder mutig nach vorne gucken. Vier Punkte sind auf dem Konto, Platz sechs ist der Ist-Zustand – das sieht gut aus. Und man stelle sich jetzt nur mal vor, Werder würde auch die nächsten Spiele gegen Aufsteiger 1. FC Nürnberg und beim FC Augsburg gewinnen...

Fotostrecke: Werder feiert Last-Minute-Sieg dank Rashica-Hammer

Werder Bremen feierte in letzter Sekunde einen 2:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt.
Werder Bremen feierte in letzter Sekunde einen 2:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt. © dpa
Werder Bremen feierte in letzter Sekunde einen 2:1-Sieg  gegen Eintracht Frankfurt.
Werder Bremen feierte in letzter Sekunde einen 2:1-Sieg  gegen Eintracht Frankfurt. © gumzmedia
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Werder Bremen feierte in letzter Sekunde einen 2:1-Sieg  gegen Eintracht Frankfurt. © gumzmedia
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Werder Bremen feierte in letzter Sekunde einen 2:1-Sieg  gegen Eintracht Frankfurt.
Werder Bremen feierte in letzter Sekunde einen 2:1-Sieg  gegen Eintracht Frankfurt. © gumzmedia
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Werder Bremen feierte in letzter Sekunde einen 2:1-Sieg  gegen Eintracht Frankfurt. © dpa
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Werder Bremen feierte in letzter Sekunde einen 2:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt. © gumzmedia
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Werder Bremen feierte in letzter Sekunde einen 2:1-Sieg  gegen Eintracht Frankfurt.
Werder Bremen feierte in letzter Sekunde einen 2:1-Sieg  gegen Eintracht Frankfurt. © dpa
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Werder Bremen feierte in letzter Sekunde einen 2:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt. © imago
Werder Bremen feierte in letzter Sekunde einen 2:1-Sieg  gegen Eintracht Frankfurt.n
Werder Bremen feierte in letzter Sekunde einen 2:1-Sieg  gegen Eintracht Frankfurt. © dpa
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