Serge Gnabry
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Serge Gnabry bekommt viele Angebote – nach der Saison auch eines vom SV Werder.

Nationalspieler soll mehr verdienen, damit er bleibt

Werders Signal an Gnabry: Baumann kündigt Angebot an

Bremen - Geht er oder bleibt er? Nirgends sind Gänseblümchen so gefährdet wie beim Thema Serge Gnabry. Der Werder-Profi wird von zahlreichen Clubs umworben.

Auch vom nächsten Bremer Gegner 1899 Hoffenheim. Die Kraichgauer würden den Nationalspieler am liebsten gleich am Samstag nach dem Schlusspfiff im Weserstadion einpacken. Sie gelten als heißester Gnabry-Interessent. Bislang hat Frank Baumann dieses Treiben entspannt verfolgt und auf den langfristigen Vertrag mit Gnabry verwiesen. Doch nun setzt der Werder-Sportchef ein klares Signal: Er will dem 21-Jährigen nach der Saison ein Angebot und damit dessen Verbleib sicherer machen.

Gnabry verdient nicht schlecht in Bremen. Doch der Offensivspezialist befindet sich mit seinem Gehalt eher im Mittelfeld seiner Mannschaft. Das liegt an seiner Vergangenheit. Beim FC Arsenal hat er in den vergangenen Jahren kaum gespielt, auch nicht während seiner Ausleihe an West Bromwich Albion. Bei Werder wurde alles anders und Gnabry nach seiner Verpflichtung Ende August schnell zum absoluten Leistungsträger mit inzwischen elf Toren in 25 Spielen.

Bis zum Transferschluss keine Sicherheit

„Natürlich will man so einer Entwicklung eines Spielers immer Rechnung tragen“, erklärt Baumann zunächst noch ganz allgemein. Es gehe darum, dass sich ein Spieler wohl und gewürdigt fühlt. „Wir wissen, was wir an Serge haben, und wollen, dass er möglichst lange für uns spielt“, betont Baumann und wird dann konkreter: „Wir sind daran interessiert, sein Gehalt den Leistungen anzupassen. Wir werden uns nach der Saison zusammensetzen und ihm ein entsprechendes Angebot machen.“

Über genaue Inhalte spricht der Ex-Profi freilich nicht. Er hat bislang nicht mal bestätigt, dass der Angreifer einen Vertrag bis 2020 besitzt. Laufzeiten von Kontrakten sind bei Werder inzwischen Geheimsache. Bleiben es aber meistens nicht – wie eben auch im Fall Gnabry: also 2020. Wie sehr sich die letzte Zahl verändern soll, verrät Baumann nicht. Das ist bei der ohnehin schon langen Laufzeit auch eher zweitrangig. Es geht eher darum, den Spieler zu befriedigen und den Transfermarkt zu befrieden – also Ruhe zu bekommen. Wenngleich Baumann einschränkt, dass es bis zum Transferschluss nie eine absolute Sicherheit gibt. Es drohe immer ein quasi unmoralisches Angebot, mit dem sich die Beteiligten einfach beschäftigen müssten.

Serge Gnabry: Seine Karriere in Bildern

Serge Gnabry - ein Talent auf dem Weg zum Superstar. Das Leben des heutigen Bundesliga-Profis war früh auf Fußball ausgerichtet. Der gebürtige Stuttgarter schnürte die Fußballschuhe zuerst für den TSV Weissach, kam über mehrere weitere Stationen zum VfB Stuttgart...
Serge Gnabry - ein Talent auf dem Weg zum Superstar. Das Leben des heutigen Bundesliga-Profis war früh auf Fußball ausgerichtet. Der gebürtige Stuttgarter schnürte die Fußballschuhe zuerst für den TSV Weissach, kam über mehrere weitere Stationen zum VfB Stuttgart... © gumzmedia
... spielte dort B-Junioren-Bundesliga. Schon damals wurde der FC Arsenal auf ihn aufmerksam. Als 16-Jähriger wechselte er zum Weltklasse-Club nach London, trainierte später auch an der Seite des Ex-Bremers Per Mertesacker.
... spielte dort B-Junioren-Bundesliga. Schon damals wurde der FC Arsenal auf ihn aufmerksam. Als 16-Jähriger wechselte er zum Weltklasse-Club nach London, trainierte später auch an der Seite des Ex-Bremers Per Mertesacker. © imago
Mit 17 Jahren unterschrieb Gnabry im Sommer 2012 seinen ersten Profivertrag. Den Durchbruch schaffte der junge Dribbler beim Champions-League-Teilnehmer aber nicht. Er kam nur auf zehn Spiele (ein Tor) in der Premier League, wurde 2015/2016 zu West Bromwich Albion verliehen.
Mit 17 Jahren unterschrieb Gnabry im Sommer 2012 seinen ersten Profivertrag. Den Durchbruch schaffte der junge Dribbler beim Champions-League-Teilnehmer aber nicht. Er kam nur auf zehn Spiele (ein Tor) in der Premier League, wurde 2015/2016 zu West Bromwich Albion verliehen. © imago
Wie talentiert Gnabry aber ist, sah die Welt bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio, als er mit der deutschen Auswahl Silber holte. Gnabry erzielte sechs Tore im Turnier - keiner schoss mehr.
Wie talentiert Gnabry aber ist, sah die Welt bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio, als er mit der deutschen Auswahl Silber holte. Gnabry erzielte sechs Tore im Turnier - keiner schoss mehr. © imago
Plötzlich war Gnabry begehrt, sehr begehrt. Den Zuschlag bekam etwas überraschend der SV Werder. Für rund fünf Millionen Euro wechselte der Außenbahnspieler in die Bundesliga, um endlich mehr Einsatzzeiten zu bekommen und seiner Karriere mehr Schwung zu verleihen.
Plötzlich war Gnabry begehrt, sehr begehrt. Den Zuschlag bekam etwas überraschend der SV Werder. Für rund fünf Millionen Euro wechselte der Außenbahnspieler in die Bundesliga, um endlich mehr Einsatzzeiten zu bekommen und seiner Karriere mehr Schwung zu verleihen. © gumzmedia
Und Gnabry schlug voll ein, schoss alleine in der Hinrunde der Saison 2016/17 sieben Tore. Seinen ersten Doppelpack erzielte er am 22. Spieltag beim VfL Wolfsburg.
Und Gnabry schlug voll ein, schoss alleine in der Hinrunde der Saison 2016/17 sieben Tore. Seinen ersten Doppelpack erzielte er am 22. Spieltag beim VfL Wolfsburg. © gumzmedia
Gnabry zog wieder viele Augen auf sich - auch die des Bundestrainers. Joachim Löw nominierte ihn im November 2016 erstmals für die A-Nationalmannschaft. Bei seinem Debüt, einem 8:0 in der WM-Qualifikation gegen San Marino, schoss Gnabry drei Tore.
Gnabry zog wieder viele Augen auf sich - auch die des Bundestrainers. Joachim Löw nominierte ihn im November 2016 erstmals für die A-Nationalmannschaft. Bei seinem Debüt, einem 8:0 in der WM-Qualifikation gegen San Marino, schoss Gnabry drei Tore. © imago
Klarheit nach Wochen der Spekulationen: Am 8. Juni 2017 teilten Serge Gnabry und der SV Werder mit, dass der 21-Jährige den Verein nach nur einem Jahr wieder verlässt. Wenige Tage später wurde bekannt: Gnabry geht zum FC Bayern München.
Klarheit nach Wochen der Spekulationen: Am 8. Juni 2017 teilten Serge Gnabry und der SV Werder mit, dass der 21-Jährige den Verein nach nur einem Jahr wieder verlässt. Wenige Tage später wurde bekannt: Gnabry geht zum FC Bayern München. © gumzmedia
Von den Bayern wurde er allerdings direkt an 1899 Hoffenheim verliehen.
Von den Bayern wurde er allerdings direkt an 1899 Hoffenheim verliehen. © imago
Nach einem Jahr Leihe kehrte Gnabry dann zur Saison 2018/2019 zum FC Bayern zurück.
Nach einem Jahr Leihe kehrte Gnabry dann zur Saison 2018/2019 zum FC Bayern zurück. © imago
Am 01. Dezember 2018 ist es dann soweit. Serge Gnabry trifft mit dem FC Bayern im Bremer Weserstadion auf seinen Ex-Verein Werder.
Am 01. Dezember 2018 ist es dann soweit. Serge Gnabry trifft mit dem FC Bayern im Bremer Weserstadion auf seinen Ex-Verein Werder. © gumzmedia
Und er knipst auch noch! Bayern gewinnt mit 2:1 in Bremen und beide Tore erzielt Serge Gnabry.
Und er trifft auch noch! Bayern gewinnt mit 2:1 in Bremen und beide Tore erzielt Serge Gnabry. © imago

Aber Konkurrenten wie Hoffenheim, aber auch Borussia Dortmund und RB Leipzig (besitzt nur Außenseiterchancen) wären nach einer Vertragsverlängerung für diesen Sommer raus. Denn mit seiner neuerlichen Unterschrift bei Werder würde sich Gnabry zumindest in Deutschland klar positionieren, was seine Zukunft betrifft. Das hat er bislang noch nicht gemacht. Aus gutem Grund. Zwar fühlt sich der 21-Jährige in Bremen sehr wohl, empfindet den Wechsel zu Werder als absolut richtigen Schritt, doch seine aktuelle Lage ist etwas schwierig.

Wegen einer Verletzung hat er seinen Stammplatz verloren. Und auch in den vier Spielen nach seiner Genesung nicht zurückbekommen. Das ärgert ihn – und ist auch durchaus ungewöhnlich. Schließlich war der Nationalspieler ein Leistungsträger und hat wahrscheinlich Trainer Alexander Nouri im Februar mit seinen drei Toren gegen Mainz (2:0) und Wolfsburg (2:1) den Job gerettet.

Hoffenheim lockt mit Champions League und Nagelsmann

Der lässt ihn nun zappeln – auch vor dem Heimspiel gegen Hoffenheim, obwohl Gnabry in Köln nach seiner Einwechslung stark gespielt und getroffen hat. „Serge ist ein außergewöhnlicher Spieler. Er ist immer ein Kandidat für die Startelf“, sagt Nouri zwar – mehr aber auch nicht mit Blick auf den Samstag. Darüber hinaus geht der Coach davon aus, „dass Serge auch nächstes Jahr hier spielen wird“.

Da sollte sich Nouri nur nicht zu sicher fühlen. Er selbst behauptet, „das Verhältnis ist sehr gut“. Doch zuletzt soll es durchaus geknirscht haben. Und Konkurrent Hoffenheim lockt nicht nur mit Geld, dem internationalen Geschäft, sondern auch mit einem ganz besonderen Trainer: Julian Nagelsmann. Dem Vernehmen nach ist das ein wichtiger Faktor für Gnabry, der in der neuen Saison den nächsten Schritt machen und sich weiterentwickeln will. Sitzt er am Samstag wieder nur auf der Bank, wäre das sicher kein gutes Signal, um ihn zum Verbleib in Bremen zu bewegen.

+++Neue Meldung+++ Werder Bremen bestätigt jetzt: Serge Gnabry wechselt.

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