Klaus Filbry, Geschäftsführer des SV Werder Bremen, erklärt den Rücktritt von Trainer Markus Anfang.
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Klaus Filbry, Geschäftsführer des SV Werder Bremen, erklärt den Rücktritt von Trainer Markus Anfang.

Impfpass-Skandal bei Werder Bremen

Werder-Boss Klaus Filbry erklärt den Fall Markus Anfang: „Indizienlage sehr klar“

Bremen – Das Grummeln von den Rängen des Wohninvest Weserstadions war bereits deutlich zu vernehmen, als Werder-Geschäftsführer Klaus Filbry am Samstagabend kurz vor Werder Bremens Heimspiel gegen den FC Schalke 04 tief im Bauch der Arena über die Impfpass-Affäre rund um den zurückgetretenen Werder-Trainer Markus Anfang sprach. „Es ist ein laufendes Ermittlungsverfahren, und deshalb darf es keine Vorverurteilung geben“, betonte der 54-Jährige dabei mehrfach – und erklärte dann, wie die Trennung von Anfang formal abgelaufen war.

„Wir haben uns mit ihm auf eine sofortige Auflösung des Vertrags verständigt und sind an keinerlei Abschlagszahlungen gebunden“, berichtete Filbry. Und hielt fest: „Damit ist für uns die Akte Markus Anfang geschlossen.“ Nach Aussagen des Geschäftsführers beschäftigt sich der Verein auch nicht mit etwaigen Schadensersatzansprüchen, die gegenüber dem Trainer möglicherweise gestellt werden könnten. Anfang und sein Co-Trainer Florian Junge hatten am Freitagabend bei Werder-Sportchef Frank Baumann ihren Rücktritt eingereicht und damit auf die Tatsache reagiert, dass die Staatsanwaltschaft Bremen dem Verdacht nachgeht, dass beide Männer dem Bremer Gesundheitsamt gefälschte Impfpässe vorgelegt haben könnten. Mit diesem Schritt dürften Anfang und Junge ihrem Rauswurf bei Werder Bremen zuvorgekommen sein.

(So lief das Zweitliga-Spiel von Werder Bremen gegen Schalke 04!)

Werder Bremen-Boss Klaus Filbry über den Fall Markus Anfang: „Indizienlage war sehr klar“

Klaus Filbry: „Die Indizienlage war sehr klar. Deshalb haben wir uns natürlich mit arbeitsrechtlichen Schritten auseinandergesetzt. Der erste Schritt wäre eine Beurlaubung gewesen, der zweite dann eine Verdachtskündigung. Mit diesen Instrumenten haben wir uns beschäftigt. Eventuell hätten wir sie auch angewendet.“

Gegenüber dem Geschäftsführer des SV Werder Bremen hat Markus Anfang seine Version vom Donnerstag, als er versichert hatte, geimpft zu sein, übrigens nicht korrigiert. „Von seinen Aussagen, die er am Donnerstag getätigt hat, hat er sich mir gegenüber nicht in irgendeiner Form distanziert“, sagte Filbry, der Anfangs Vorbehalte gegen eine Corona-Schutzimpfung nach einem persönlichen Gespräch, das bereits vor längerer Zeit stattgefunden hatte, aber durchaus nachvollziehen kann: „Er hat mir gegenüber sehr nachvollziehbare Gründe dargelegt, was ihn zu diesem Thema beschäftigt. Er hat uns aber irgendwann sehr klar mitgeteilt, dass er das Thema angegangen und dass er jetzt geimpft sei. Jetzt gibt es aber die klare Indizienlage, die diesen Aussagen widerspricht.“ (dco) Update (21.11.2021): Quarantäne im August trotz Impfung im April und Juli? In diese Falle tappte Ex-Werder-Trainer Markus Anfang!

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