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Andreas Herzog war in den 1990er-Jahren einer der prägendsten Spieler bei Werder Bremen - und hat einige Anekdoten zu erzählen.

Ex-Bremer plaudert im „Phrasenmäher“

Andreas Herzogs skurrile Werder-Anekdoten

Bremen - Er ist mit Werder Bremen Deutscher Meister geworden und hat zweimal den DFB-Pokal gewonnen - keine Frage: Andreas Herzog war in den 1990er-Jahren einer der prägendsten Spieler in Bremen.

Im „Bild“-Podcast „Phrasenmäher“ hat sich der heute 50-jährige Österreicher nun an seine zwei Engagements an der Weser erinnert - und dabei gleich mehrere skurrile Anekdoten ausgeplaudert. Im Gespräch mit Moderator Kai Traemann verriet Herzog unter anderem, wie ihn ein älteres Ehepaar einmal aus einem Wald gerettet hat, wie er Torsten Frings den Spitznamen „Lutscher“ verpasste und warum Teamarzt Doktor Karl Meschede einst eine ganze Nacht lang seinen Fuß kitzelte.

Der Sensationserfolg war gerade erst perfekt, Werder hatte im Juni 1999 das DFB-Pokalfinale gegen Bayern München gewonnen - doch für Andreas Herzog hieß es: Krankenhaus statt Siegerparty. Während des Spiels war der Bremer Regisseur von Thomas Linke gefoult worden, wobei er sich einen schweren Bluterguss im Oberschenkel zuzog. „Es bestand die Gefahr, dass der Bluterguss die Nerven abklemmt“, erinnert sich Herzog, den die Ärzte in der Berliner Klinik damals am liebsten sofort operiert hätten: „Sie wollten den Oberschenkel aufmachen, damit das Blut abfließen kann.“

Andreas Herzog verirrt sich im Wald

Geplant war ein Schnitt vom Gesäß bis runter zum Knie, hinterher zusammengenäht mit transplantierter Haut aus dem Rücken. „Da habe ich gedacht, das kann ja nicht sein.“ Werders damaliger und mittlerweile verstorbener Mannschaftsarzt Karl Meschede sah das genauso. Fast die ganze Nacht lang blieb er am Krankenbett des Österreichers sitzen. „Er hat mich immer wieder unter der Fußsohle gekitzelt. So lange ich das spüren konnte, bestand keine Gefahr, dass der Nerv abgeklemmt wird.“ Herzog spürte es und kam um die OP herum. Nochmal Glück gehabt - genauso wie bereits ein halbes Jahr zuvor, im Januar 1999.

Damals, im Winter-Trainingslager in Herzlake, wollte es Andreas Herzog seinem Trainer Felix Magath zeigen und drückte bei einem von dessen gefürchteten Waldläufen mächtig aufs Tempo. Als der Lauf aber kein Ende nahm, musste der Profi irgendwann abreißen lassen und verlor seine Mitspieler mitten im Wald. „Ich habe mich total verirrt“, berichtet Herzog, der irgendwann an eine Landstraße kam, wo er ein älteres Ehepaar traf, das ihn zum Teamhotel zurückbrachte.

Andreas Herzog verpasst Torsten Frings den Spitznamen „Lutscher“

„Mich würde interessieren, ob du den beiden inzwischen mal Blumen geschickt hast“, fragt Torsten Frings seinen alten Mitspieler im „Phrasenmäher“ - und liefert damit die Steilvorlage für eine Anekdote, die die beiden Männer verbindet. Im Mittelpunkt: Frings' Spitzname „Lutscher“, dessen Urheber Herzog im Frühjahr 1997 war.

„Torsten kam mit 19 Jahren von Alemannia Aachen, hatte null Respekt, war aber trotzdem ein richtig netter Junge“, erinnert sich Herzog. Eines Tages im Training, es lief gerade das obligatorische Fünf-gegen-zwei-Spiel, kam es zu folgender Szene: „Er hat einen schlechten Ball auf Olli Reck gespielt, dem danach ein Fehlpass unterlief. Da hat Olli zu ihm gesagt: Das war dein Fehler, du musst rein, und er hat geantwortet: Du Lutscher, was willst du eigentlich?“ Herzog nahm sich den Jungspund daraufhin zur Brust: „Ich habe zu ihm gesagt: Pass auf, Junge, der einzige Lutscher bist du. Du hältst jetzt dein Maul und gehst in die Mitte. Ab dem Zeitpunkt hatte er den Spitznamen weg.“

Unterdessen feiert Frank Baumann sein 20-jähriges Dienstjubiläum bei Werder Bremen. So wurde „Baumi“ vom Spieler, zum Kapitän und später zum Sportchef.

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