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Werders eSportler Mohammed „Mo Auba“ Harkous und Michael „MegaBit“ Bittner an den Pads.

Mohammed „Mo Auba“ Harkous und Michael „MegaBit“ Bittner

Double-Debüt für Werder-Weltstars: So lief das Bremer eSports-Jahr

Von Lütje Müller. Seit fast genau einem Jahr wird bei Werder gezockt – und zwar auf der Konsole. Der Bundesligist ist in die virtuelle Fußball-Welt eingestiegen.

Höchste Zeit, um mal ein erstes Fazit zu ziehen, wie sich Werder bei der Fußball-Simulation Fifa geschlagen hat. Die DeichStube beantwortet die wichtigsten Fragen:

Wie ging es los?

Im Juli 2018 gibt Werder seinen Einstieg in den eSport bekannt – und sorgt gleich mal für Aufsehen: Denn in Mohammed „MoAuba“ Harkous wurde einer der besten Spieler der Welt auf der Playstation verpflichtet. Ihm folgt wenig später Xbox-Spezialist Michael „MegaBit“ Bittner, der auch zur Weltspitze gehört. „Beide haben in den letzten Jahren eine unglaubliche Konstanz bewiesen. Sie gewöhnen sich sehr schnell an jeden neuen Patch (nach Update des Spiels, d. Red.) und wissen genau, was sie in welcher Situation zu tun haben“, schwärmt Dominik Kupilas, Leiter der eSports-Abteilung bei Werder, und fügt noch an: „Passend zu Werder sind beide sehr, sehr offensivstark und variabel.“

Wie lief es national?

„MoAuba“ und „MegaBit“ sind in der neuen Virtuellen Bundesliga (VBL) eine Klasse für sich. Sie sichern Werder mit einem Vorsprung von zehn Punkten die Meisterschaft. Und tatsächlich sind sie in der Offensive extrem stark. Zusammen erzielen sie 87 Tore, der zweitplatzierte VfB Stuttgart trifft nur 45 Mal. Im Einzel der VBL qualifizieren sich die beiden Bremer wie selbstverständlich für das Finale, das „MegaBit“ für sich entscheiden kann. Werder feiert gleich in der ersten Saison das Double.

Was passierte international?

Einiges! „MegaBit“ setzt mit seinem Sieg beim Xbox-Licensed Qualifier Event in London ein Ausrufezeichen – trotz seiner anschließenden Niederlage im Crossover-Finale gegen den Playstation-Champion. So ein Triumph ist „MoAuba“ zwar nicht vergönnt, aber er kommt in einigen Turnieren auch ziemlich weit. Nicht ohne Grund belegen beide Bremer aktuell Platz vier ihrer Weltrangliste. „Unser Fazit muss sehr positiv ausfallen“, sagt Kupilas: „Aber wir haben den Erfolg unserer Aktivitäten nicht an Titel geknüpft, sondern daran, dass die Beiden Werder Bremen in der Gaming-Community bekanntmachen.“ Das ist ihnen definitiv gelungen.

Was lief nicht so gut?

Die Premiere als eNationalspieler. Der große DFB besetzt seine erste eSport-Nationalmannschaft tatsächlich mit den beiden Bremern. Kein Wunder nach deren super Leistungen in der Meisterschaft. Doch beim Fifa-eNations-Cup ist für „MegaBit“ und „MoAuba“ schon in der Gruppenphase Feierabend. „Das hat sie selbst am allermeisten enttäuscht“, sagt Kupilas und bittet um Nachsicht: „Die Leistungsdichte ist in der Spitze so groß, dass das an einem schlechten Tag auch mal passieren kann.“

Was kommt jetzt?

Der Höhepunkt des Jahres steht im August an: das Grand Final des Fifa-eWorld-Cups. Da will jeder Spieler dabei sein – und „MegaBit“ und „MoAuba“ haben sich bereits qualifiziert. Nur die besten 16 Spieler der Welt (je Konsole) dürfen antreten. „An einem guten Tag ist dort für beide alles möglich“, glaubt Kupilas und freut sich schon auf dieses ganz besondere Event.

Wie geht es weiter?

Die neue Gaming-Saison startet im Herbst – und für Werder sollen wieder „MegaBit“ und „MoAuba“ auf Torejagd gehen. „Wir hatten eine sehr gute erste Saison. Darauf wollen wir uns aber nicht ausruhen, sondern darauf aufbauen“, betont Kupilas.

Was ist noch wichtig?

Werder ist mit zwei absoluten Spitzenspielern in den eSport gestartet. „Vor allem möchten wir jetzt Strukturen für die breite Masse schaffen“, kündigt Kupilas an. Vieles sei dabei denkbar – zum Beispiel Trainingsgruppen innerhalb des Vereins, eine spezielle Talentförderung oder auch größere Mannschaften mit elf Spielern. Schon in diesem Jahr konnten sich Hobby-Zocker für den Werder-eSports-Fifa19-Cup qualifizieren. Das Finale steigt am 15. Juni im Weserstadion.

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