Werder Bremen spielt im Uefa-Pokal-Finale am 20. Mai 2009 in Istanbul gegen den ukrainischen Spitzenklub Schachtjor Donezk und verliert nach Verlängerung mit 1:2.
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Werder Bremen spielt im Uefa-Pokal-Finale am 20. Mai 2009 in Istanbul gegen den ukrainischen Spitzenklub Schachtjor Donezk und verliert nach Verlängerung mit 1:2.

Serie zum 120. Geburtstag des Vereins

Die spannendsten Werder-Spiele über 120 Minuten

Der SV Werder Bremen feiert am 4. Februar 2019 sein 120-jähriges Bestehen. Die DeichStube hat anlässlich des runden Geburtstags einige der kuriosesten, spannendsten und größten Werder-Spiele über 120 Minuten aus dem Archiv gekramt und in einer kleinen Serie zusammengefasst.

Es geht weiter mit den spannendsten Spielen: 

01. Mai 1984: Borussia Mönchengladbach 5:4 Werder Bremen (n.V.)

Werder schießt drei Tore in fünf Minuten und scheidet trotzdem aus

Dieses Spiel hatte wirklich alles, was das Fußballherz begehrt: Hitzige Zweikämpfe, dramatische Wendungen und Tore wie am Fließband. Nur ein Bremer Happy-End gab es nicht. Am 1. Mai 1984 empfing die Borussia aus Mönchengladbach den SVW am Bökelberg zum DFB-Pokal-Halbfinale. Die Gladbacher Führung durch Lothar Matthäus (40.) glich Norbert Meier umgehend aus (42.). Doch noch vor der Pause brachte Norbert Ringels die Fohlen wieder in Front.

Als Uwe Rahn Gladbach in der 76. Minute 3:1 in Führung schoss, schien der Drops gelutscht. Doch Benno Möhlmann (77.), Wolfgang Sidka (80.) und Uwe Reinders (82.) machten das Unmögliche möglich und brachten Werder innerhalb von fünf Minuten mit 4:3 in Führung! Doch der Fußballgott war an diesem Tag kein Bremer: In der Schlussminute gelang Gladbachs Hans-Jörg Criens nämlich tatsächlich noch der Ausgleich - 4:4. Criens war es auch, der die Fohlen-Elf in der 107. Minute zum 5:4-Sieg schoss, und damit das Bökelberg-Stadion zum Explodieren brachte.

29. September 1998: Werder Bremen 4:0 Brann Bergen (n.V.)

Werder rehabilitiert sich für Hinspiel-Schmach

Werder stand nach dem 0:2 im Hinspiel bei Brann Bergen vor dem frühen Aus im Europapokal. Doch beim Rückspiel zwei Wochen später in Bremen zeigte sich wieder einmal, warum das Weserstadion unter Flutlicht seine ganz eigenen Geschichten schreibt.

Werder spielte von Beginn an engagiert, war lauf- und zweikampfstark und drängte auf das Führungstor. Doch in der ersten halben Stunde gelang den Bremern kein Tor, auch weil das Umschaltspiel von Abwehr auf Angriff nicht schnell genug war. Nach Raphael Wickys Tor zum 1:0 per Rechtsschuss (33.) schöpften alle Grün-Weißen im Weserstadion wieder Hoffnung, dass der Einzug in die zweite Runde doch noch gelingen könnte. In der zweiten Halbzeit war es dann Andre Wiedener, der mit seinem Kopfball-Treffer zum 2:0 das Ergebnis aus dem Hinspiel egalisierte. Trotz weiterer Chancen für Werder blieb es dabei – Verlängerung!

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Werder spielte geduldig auf den dritten Treffer gegen die sich immer weiter zurückziehenden Norweger. Es dauerte allerdings bis zur 107. Spielminute, ehe Maximov per Kopf auf Vorarbeit von Raphael Wicky das erlösende 3:0 für Werder erzielte. Kurze Zeit später machte der eingewechselte Harvard Flo per Rechtsschuss alles klar (111.). Werder gewann verdient, rehabilitierte sich für die Niederlage in Norwegen und zog in die zweite Runde des Europapokals ein.

Einmarsch zum Uefa-Pokal-Finale in Istanbul gegen Schachtjor Donezk - Werder verliert am Ende nach Verlängerung denkbar knapp mit 1:2.

20. Mai 2009: Werder Bremen 1:2 Schachtjor Donezk (n.V.)

Wiese-Patzer und zwei nicht gegebene Pizarro-Tore verhindern Sieg des Uefa-Cups

Obwohl Werder die Saison 2008/09 nur auf Rang zehn beendete, lief es in den Pokalwettbewerben super. Nach Platz drei in der Champions League-Vorrunde stürmte Werder bis ins UEFA-Cup-Finale gegen Schachtjor Donezk. Das Endspiel in Istanbul verlief dann allerdings nicht wie erhofft, zumal es unter denkbar schlechten Voraussetzungen startete. Spielmacher Diego (gesperrt) und Abwehrrecke Per Mertesacker fehlten den Grün-Weißen beim Finale am Bosporus.

Und so nahm das Unheil seinen Lauf, indem Luiz Adriano Donezk Mitte der ersten Halbzeit mit 1:0 (25.) in Führung schoss. Werder-Verteidiger Naldo ließ zehn Minuten darauf mit seinem Ausgleichstreffer die Hoffnungen der Grün-Weißen auf den Titelgewinn dann noch einmal so richtig aufflammen. Und als Claudio Pizarro in der 90. Minute den Ball ins Netz der Ukrainer beförderte, sollte das Jubeln keine Grenzen mehr kennen, eigentlich. Die Bremer hatten sich zu früh gefreut: Abseits! So ging es in die Verlängerung – mit dem besseren Ende für Schachtjor.

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In der 97. Minute rutschte Tim Wiese ein durchaus haltbarer Schuss von Donezks Jadson über die Hände – 1:2. Auf der Gegenseite verhinderte Schachtjor-Keeper Pjatow den sofortigen Ausgleichstreffer von Pizarro. Bremen erhöhte den Druck, kam aber nur noch zu einer guten Chance. Zwar lag der Ball noch einmal im Schachtjor-Tor, doch zuvor hatte Pizarro ein Foul begangen. So blieb es bei der bitteren 1:2-Pleite. 

Kleines Trostpflaster: Das DFB-Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen gewannen die Bremer zehn Tage später durch einen Treffer von Mesut Özil mit 1:0.

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