+
In der Öffentlichkeit sind sie fast nur noch mit Maske unterwegs, im Wettkampf sollen sie dann das wahre Gesicht des SV Werder Bremen zeigen und damit den Klassenerhalt sichern: (von o. links) Flroian Kohfeldt, Jiri Pavlenka, Niklas Moisander, Kevin Vogt, Maxi Eggestein und Milot Rashica.

Am Montag wird es ernst

Auf diese Jungs kommt es jetzt an: Werders Sixpack für den Klassenerhalt

Bremen – Sie ist wieder da, die Bundesliga-Tabelle! Kaum einer hatte sich in den vergangenen Wochen wegen der Spielpause in der Coronavirus-Krise für den Stand im Fußball-Oberhaus interessiert – schon gar die Menschen beim und rund um den SV Werder Bremen.

Denn Werder Bremen ist als Tabellen-17. akut abstiegsgefährdet, der Relegationsplatz vier Punkte entfernt, das rettende Ufer sogar acht. Und die Konkurrenten können am Wochenende weiter davonziehen, während Werder bis Montag auf die geplante Aufholjagd – möglichst beginnend im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen – warten muss. Auf wen kommt es jetzt an? Die DeichStube hat sechs Protagonisten herausgesucht, die für die Rettung entscheidend sein dürften.

Werder-Coach Florian Kohfeldt

Der Werder-Trainer Florian Kohfeldt erlebt eine Katastrophen-Saison. Fast alles ging schief, vor allem, weil sich immer wieder Leistungsträger verletzten. Und der Fluch ist längst nicht gebannt. Linksverteidiger Ludwig Augustinsson fällt mit muskulären Problemen aus, genauso wie Edeljoker Claudio Pizarro. Der nicht ganz taufrische Kader macht die Herausforderung mit zehn Spielen in sechs Wochen auch nicht einfacher. Kohfeldt muss Lösungen finden – nicht nur in seiner Taktik-Kiste, sondern auch im mentalen Bereich. Dafür hat er sich Motivationscoach Jörg Löhr ins Team geholt. Das allein reicht aber nicht. Kohfeldt muss seinem Team nun noch mehr vorleben, wie wichtig dieser Klassenerhalt für den Verein ist. Mit seiner grün-weißen Vergangenheit ist der 37-Jährige so etwas wie die Ostkurve auf der Trainerbank.

Werder-Keeper Jiri Pavlenka

Spitzname Krake! Doch durch die 53 Gegentore in seinen 23 Bundesliga-Spielen dieser Saison hat der sehr gute Ruf gelitten. Immer wieder plagten ihn Rückenprobleme, vor der Coronavirus-Pause stoppte ihn ein Muskelfaserriss. Die Unterbrechung kam für ihn vielleicht genau richtig, um nun topfit in den Endspurt zu gehen. In Bestform gehört er zu den stärksten Keepern der Liga und kann den Abstieg fast allein verhindern.

Werder-Kapitän Niklas Moisander

Der Kapitän ist nicht nur als Abwehrchef gefordert. Gerade in schwierigen Zeiten braucht eine Mannschaft besondere Persönlichkeiten, die Souveränität ausstrahlen, denen die Kollegen vertrauen. Diese Eigenschaften sind dem Finnen durch eigene Probleme in dieser Saison etwas abhandengekommen. Der 34-Jährige muss jetzt zeigen, wie groß sein Wert für diese Mannschaft noch sein kann.

Werder-Routinier Kevin Vogt

Ihm möchte man eigentlich nur zurufen: „Mach’ bloß weiter so, aber pass’ bitte auf dich auf!“ Vorbildlicher kann sich ein Profi nicht für einen Verein einsetzen – und das als Leihspieler, der erst im Januar gekommen ist und nach der Saison sehr wahrscheinlich wieder gehen muss. Der Abwehrspieler, der auch einen guten Sechser abgibt, hat nur ein Problem: Kevin Vogt haut sich bei Werder Bremen so sehr rein, dass es ihn oft erwischt und er sich übel verletzt. Würden das alle Bremer so gut wegstecken wie er, wäre der Klassenerhalt eine sichere Sache. Aber vielleicht kann Vogt seine Kollegen zumindest ein bisschen härter machen.

Werder-Mittelfeldmann Maximilian Eggestein

Wenn er es wirklich – wie selbst verkündet – geschafft hat, an seiner Schnelligkeit zu arbeiten, dann war es eine richtig gute Pause für ihn. Ihm fehlte nach der tollen Vorsaison einfach die Dynamik, um Akzente im Mittelfeld zu setzen. Natürlich ist er ein wichtiger Dauerläufer, aber für den Klassenerhalt muss er wieder strategischer und zielstrebiger werden. So, wie er es schon mal war und wie er beinahe vor einem Jahr schon zum Nationalspieler geworden wäre.

Werder-Rakete Milot Rashica

Werder wird sein Sprungbrett zu einem Topclub sein, ein Wechsel im Sommer gilt als ziemlich sicher. Aber Milot Rashica entscheidet nun, aus welcher Höhe er abspringen wird. Es ist an der Zeit, dass der 23-Jährige mal wieder den richtigen Rashica zeigt, den angeblich so viele Clubs in ganz Europa haben wollen. Sein letzter Bundesliga-Treffer datiert vom 14. Dezember 2019. Danach gab es neun Partien ohne Tor. Der junge Kosovare wollte einfach viel zu oft mit dem Kopf durch die Wand, agierte zu eigensinnig und vergaß die Kollegen. Sieben Treffer stehen bislang auf seinem Konto, mindestens noch einmal so viele müssen es sein, damit Werder Bremen in der Bundesliga bleibt. (kni)

Unteredessen hat die erste Vereinslegende öffentlich einen Trainerwechsel von Florian Kohfeldt bei Werder Bremen gefordert.

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Kommentare