Heißt das Wohninvest Weserstadion zukünftig wieder nur noch Weserstadion? Der SV Werder Bremen hofft auf eine finanzielle Entlastung durch den Einstieg der Wohninvest Holding GmbH.
+
Heißt das Wohninvest Weserstadion zukünftig wieder nur noch Weserstadion? Der SV Werder Bremen hofft auf eine finanzielle Entlastung durch den Einstieg der Wohninvest Holding GmbH.

Werder-Partner hat Pläne mit dem Weserstadion

Werder Bremens Stadionpläne mit Wohninvest: Die Stadt bewertet es „kritisch“

Bremen – Der SV Werder Bremen hofft in Sachen Wohninvest Weserstadion auf eine finanzielle Entlastung durch den Einstieg der Wohninvest Holding GmbH – doch der Weg dorthin ist noch weit und offenbar auch sehr steinig. Die Stadt Bremen steht den ersten Plänen eher kritisch gegenüber, wie eine Nachfrage der DeichStube bei Kristina Vogt, der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, die auch stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Bremer Weserstadion GmbH (BWS) ist, ergab.

Die BWS - und damit auch das Weserstadion - gehört jeweils zu 50 Prozent der Stadt Bremen und dem SV Werder Bremen. Wohninvest möchte Anteile an der BWS übernehmen, möglicherweise auch die Mehrheit, um dann das Geschäftsmodell Brainhouse247 mit Coworking Spaces im VIP-Bereich der Arena auszurollen.

„Die Freie Hansestadt Bremen (FHB) war bislang nicht involviert. Ende letzter Woche haben das fachaufsichtsführende Wirtschaftsressort und der Hauptgesellschafter, das Finanzressort, eine erste Projektskizze zur Kenntnis bekommen. Diese erste Projektskizze wurde von beiden Ressorts vorläufig bewertet. Diese Bewertung fiel kritisch aus“, teilte Linken-Politikerin Kristina Vogt mit und kündigte an: „Die Freie Hansestadt Bremen wird auf dieser ersten Grundlage keine Entscheidung fällen können, daher muss jetzt eine Arbeitsstruktur geschaffen werden, an der die FHB beteiligt wird.“

Werder Bremen: Stadionpläne mit Wohninvest - Wirtschaftssenatorin plädiert für eine andere Lösung

Die BWS hat immer wieder finanzielle Probleme. Durch den letzten Umbau im Jahr 2011 müssen noch Kredite in Höhe von etwa 65 Millionen Euro bedient werden. Diese Last trägt allein Werder Bremen als Hauptnutzer der Arena. Jährlich müssen für Zinsen und Tilgung rund sechs Millionen Euro aufgebracht werden. Der Aufsichtsrat habe deshalb beschlossen, „die Nutzung des Weserstadions zu optimieren“, so Vogt: „Deswegen wurde mit Herrn Otto ein neuer Geschäftsführer eingestellt, der diese Optimierung voranbringen soll. Einer besseren Auslastung des Stadions durch Dritte stehen wir nicht im Weg. Allerdings bedarf es dazu nicht zwingend eines Gesellschafterwechsels in der BWS.“ Vogt präsentiert dabei für Wohninvest und den Coworking Space eine andere Idee: „Eine bessere Auslastung des Stadions könnte auch durch eine Vermietung erreicht werden. Dies muss jetzt geprüft werden.“

Ob Wohninvest das ausreichen wird? Dem Vernehmen nach ist das Immobilienunternehmen, das 2019 für zehn Jahre als Namenssponsor des Weserstadions eingestiegen ist und dafür jährlich drei Millionen Euro zahlt, bestrebt, die Immobilien für ihr bundesweites Brainhouse247-Projekt zu kaufen oder zumindest maßgeblich daran beteiligt zu sein. Wie zum Beispiel schon in Hannover oder auch in Stuttgart. Das Unternehmen will sich in den nächsten Tagen zu seinen Plänen äußern, teilte eine Sprecher auf Nachfrage der DeichStube mit. In jedem Fall wird Geduld gefragt sein, bevor das Weserstadion womöglich aus städtischer und grün-weißer Hand in den privaten Schoß von Wohninvest gelegt wird. „Unabhängig vom emotionalen Wert des Weserstadions gibt es bei solchen Szenarien immer Risiken, für den Verein wie für die Stadt. Deswegen wird es keine Schnellschüsse geben“, betonte Vogt. (kni)

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare