Werder-Sportchef Frank Baumann.
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Werder-Sportchef Frank Baumann.

Werder-Sportchef Frank Baumann

„Wir kommen da gemeinsam raus“

Bremen - Frank Baumann kennt das Geschäft. Er weiß also, was den Sportchef eines Fußball-Bundesligisten erwartet, wenn es für seinen Verein seit Wochen nicht läuft wie gewünscht: Fragen nach der Zukunft des Trainers.

Werders Trainer heißt Alexander Nouri. Er ist hauptverantwortlich für eine furiose Rückrunde in der Vorsaison und dafür, dass Werders Wackelabwehr Geschichte ist. Er ist aber auch hauptverantwortlich dafür, dass die Mannschaft saisonübergreifend seit zehn Partien nicht mehr gewonnen hat.

Die sieben Sieglos-Spiele in der laufenden Serie bedeuten aktuell Tabellenplatz 17. Sie bedeuten jedoch nicht, dass Baumann an Nouri zweifelt. „Wir kommen aus dieser schwierigen Situation gemeinsam raus“, betonte der Sportchef am Dienstag gegenüber der DeichStube. Heißt: Eine Trainerdiskussion gibt es bei Werder nicht.

Ordentliche Auftritte, aber zu wenig Ertrag

Natürlich ist Frank Baumann mit der derzeitigen Situation an der Weser nicht glücklich. „Wir haben zu wenig Punkte und sind damit unzufrieden“, sagte der 41-Jährige - wies dann aber auch darauf hin, „dass die Leistungen nicht miserabel waren“.

Es ist ein schwieriges Feld, in dem sich Werder bewegt. Zumeist ordentliche Auftritte, aber zu wenig Ertrag. Oder: Nicht schlecht, aber eben nicht gut genug. Das macht die Bewertung der Gesamtlage für Baumann schwer. Er sagte: „Zwischen Ruhe bewahren und Nerven verlieren liegt ein großer Korridor. In dem bewegen wir uns.“

Gladbach kein Endspiel für den Trainer

Werders nächstes Ligaspiel am 15. Oktober gegen Gladbach sieht der Manager nicht als das berühmte Endspiel für den Trainer. Baumann rückt lieber die Mannschaft in den Fokus: „Wir stellen uns immer hinter die Spieler, nehmen sie aber auch in die Pflicht. Sie müssen immer alles geben. Es geht nicht darum, schönen Fußball zu spielen. Es geht ums Punkten.“ 

Das ist Werder zuletzt dreimal in Serie gelungen, allerdings gab es gegen Wolfsburg (1:1), Freiburg (0:0) und Hamburg (0:0) jeweils nur einen Zähler. „Wir waren in diesen Spielen zum Schluss immer näher am Sieg als der Gegner“, sagte Baumann. „Jetzt arbeiten wir wieder hart, um gegen Gladbach gut gerüstet zu sein.“

Gelingt Sieg Nummer eins, ist Baumann die Trainerfragen erstmal los. Gelingt er nicht, steht sie endgültig im Vordergrund.

Baumann-Transferbilanz: Ganz viel Top, wenig Flop

Frank Baumann
Frank Baumann wurde im Mai 2016 neuer Sportchef des SV Werder. Seitdem hat der Ex-Profi schon einige Spieler an die Weser geholt. Die DeichStube hat Bilanz gezogen. © nordphoto
Robert Bauer
Robert Bauer: Ein absoluter Gewinn für Werder. Sowohl neben als auch auf dem Platz. Bei den Fans ist der 3,5-Millionen-Einkauf vom FC Ingolstadt durch seine kämpferische Spielweise sehr beliebt. © nordphoto
Niklas Moisander
Niklas Moisander: Für geschätzte 1,7 Millionen Euro kam der Innenverteidiger von Genua nach Bremen. Wenig Geld für einen erfahrenen Mann, der bei Werder zügig eine Führungsrolle eingenommen hat. © nordphoto
Lamine Sane
Lamine Sane: Wechselte für bescheidene 1,5 Millionen Euro an die Weser. Ein echtes Schnäppchen, das mit 1,92 Metern deutlich größer ist als sein Nebenmann Moisander und vor allem im Kopfballspiel seine Stärken unter Beweis gestellt hat. © nordphoto
Florian Kainz
Florian Kainz: 3,5 Millionen Euro haben die Bremer vor einem Jahr für den Offensivmann an Rapid Wien überwiesen. Kainz galt als Hoffnungsträger, doch zunächst war er wenn überhaupt nur Bankdrücker. Nach langanhaltenden Schwierigkeiten ist der Österreicher nun aber endlich angekommen bei Werder. © nordphoto
Fallou Diagne
Fallou Diagne: Absoluter Flop! 1,5 Millionen Euro, die Sportchef Baumann hätte besser investieren können. Diagne spielte zu keinem Zeitpunkt eine Rolle bei Werder und wurde von Alexander Nouri in die U23 verbannt. Aktuell spielt der Abwehrspieler per Leihe beim FC Metz. © nordphoto
Jaroslav Drobny
Jaroslav Drobny: Baumann verpflichtete den Keeper ablösefrei vom Hamburger SV. Wenn Drobny gespielt hat, war er nicht sehr überzeugend, aber auch keine Enttäuschung. Abgesehen von seinen Schwächen am Ball, hielt er das, was ein Torwart halten muss. Weder ein Top noch Flop. © nordphoto
Max Kruse
Max Kruse: Es besteht kein Zweifel daran, dass Kruse im vergangenen Sommer der Transfer-Hammer schlechthin war. Für 7,5 Millionen Euro Ablöse war er zwar kein Schnäppchen, doch es hat sich ausgezahlt. Mit 15 Treffern (davon 13 in der Rückrunde) schoss er Werder fast bis nach Europa. Wir sagen: Top! © nordphoto
Serge Gnabry
Noch ein Transfer-Coup von Frank Baumann. Erst Kruse, dann Gnabry. Der für fünf Millionen Euro von Arsenal zum SV Werder gekommene Flügelflitzer schlug gleich voll. Top! © nordphoto
Thomas Delaney
Thomas Delaney: Er ist der neue Spielgestalter im Bremer Zentrum. Der Däne wechselte in der Winterpause für zwei Millionen Euro Ablöse von Kopenhagen nach Bremen. Ein Schnäppchen für jemanden in seiner Klasse. Delaney war der nächste Top-Transfer von Frank Baumann. © nordphoto
Anthony Ujah
Neben den vielen Einkäufen hat Baumann auch einige Spieler verkauft. Einer davon war Anthony Ujah - und für den gab es ordentlich Kohle. Rund stolze 11,5 Millionen Euro kassierte Werder für den Stürmer vom chinesischen Club Liaoning. © nordphoto
Alejandro Galvez
Alejandro Galvez: Die Ablösesumme für den Spanier soll bei rund zwei Millionen Euro liegen. Galvez wollte unbedingt zurück in sein Heimatland und wechselte zu SD Eibar. Eine Lösung, die für alle Seiten zufriedenstellend war. © nordphoto
Oliver Hüsing
Neben den Einnahmen durch die Angänge von Ujah und Galvez kam noch insgesamt fast eine weitere Million durch Verkäufe (Kroos, Hüsing, von Haacke) und Leihgeschäfte (Busch, Aycicek) dazu. © nordphoto

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