Leonardo Bittencourt erzielte die zwischenzeitliche 2:1-Führung für Werder Bremen beim Bundesliga-Saisonauftakt gegen den VfL Wolfsburg!
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Leonardo Bittencourt erzielte die zwischenzeitliche 2:1-Führung für Werder Bremen beim Bundesliga-Saisonauftakt gegen den VfL Wolfsburg!

Bittencourt überzeugt gegen Wolfsburg

„Habe hart an mir gearbeitet“: Nach Kopfballtor - Werder-Spieler Leonardo Bittencourt will es seinen Kritikern zeigen

Wolfsburg – Beinahe väterlich hatte Jörg Schmadtke den Arm um Leonardo Bittencourt gelegt. Der Sportchef des VfL Wolfsburg flachste auf dem Weg in Richtung Kabine ausgiebig mit dem Profi des SV Werder Bremen, beide hatten sichtlich Spaß bei ihrem Wiedersehen. „Er hat mir gratuliert zu einem guten Spiel, zum Tor. Ansonsten waren das eher private Dinge, weil wir uns sehr gut verstehen, befreundet sind und er mich zwei Mal in meiner Karriere schon geholt hat“, erklärte der Bremer wenig später und meinte grinsend: „Ich habe wieder einmal ein paar Sprüche bekommen, das kann er ja ganz gut.“ Zuvor, auf dem Platz, da hatte Bittencourt gezeigt, was er unter anderem ganz gut kann: Kopfballtore erzielen. Ein ähnlich sehenswerter Treffer war ihm an gleicher Stelle schon vor knapp drei Jahren gelungen. Überhaupt ist Wolfsburg eine Art Lieblingsgegner.

„Keine Ahnung, ich weiß nicht, woran es liegt“, meinte Leonardo Bittencourt und lachte, als er auf seine nun schon fünf Karriere-Treffer gegen die Niedersachsen angesprochen wurden – die kurioserweise allesamt auswärts erzielt wurden. „Ich wünschte, dass es bei vielen Vereinen so wäre, dass ich häufig treffe.“ Das würden sich auch nicht wenige Fans des SV Werder Bremen wünschen. Gerade in der vergangenen Zweitliga-Saison stand der mittlerweile 28-Jährige immer wieder im Blickpunkt, weil die Leistungen nicht so waren, wie sich die Anhängerschaft das vorgestellt hatte. „Ich habe das letzte Mal im Winter getroffen und viel Kritik einstecken müssen. Damit musste ich leben, aber ich habe hart an mir gearbeitet und die komplette Vorbereitung mitgemacht“, betonte Bittencourt. „So in die Bundesliga zu starten, war für mich sehr gut und sehr wichtig, aber drei Punkte wären letztlich für mich schöner gewesen als ein Tor – denn letztlich sind wir eine Mannschaft, und da zählt nicht der Einzelne.“

VfL Wolfsburg als Lieblingsgegner: Werder-Bremen-Profi Leonardo Bittencourt erzielt fünften Treffer gegen „Wölfe“

Auch wegen solcher Aussagen wird der Mittelfeldakteur innerhalb des Teams sehr geschätzt, seine Bedeutung geht weit über den sportlichen Wert hinaus. Aber natürlich soll und muss auch dieser stimmen. Das Spiel beim VfL Wolfsburg gibt Anlass zu der Hoffnung, dass die persönliche Formkurve von Leonardo Bittencourt künftig wieder nach oben zeigt. „Ich glaube, dass Leo auch in der letzten Saison bei uns eine tragende Rolle gespielt hat. Gerade in den Spitzenspielen der 2. Liga ist er mit seiner Leistung und der Art seines Auftretens immer vorneweg gegangen. Das hat er jetzt fortgesetzt“, urteilte Trainer Ole Werner. „Er ist körperlich auf einem anderen Niveau als letztes Jahr, wo er immer wieder von Blessuren oder seiner größeren Verletzung am Anfang der Saison zurückgeworfen wurde.“ Clemens Fritz, Leiter Profifußball bei Werder Bremen, orakelte gar: „Ich glaube, dass Leo einer ist, der eher in der 1. Liga Tore schießt als in der 2. Liga.“

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob er mit dieser Einschätzung richtig liegt. Leonardo Bittencourt selbst freute sich jedenfalls über das Vertrauen. „Der Trainer steht hinter mir, unterstützt mich. Die Mannschaft ebenfalls“, meinte der Profi von Werder Bremen. „Mit meiner Erfahrung kann ich den Jungs bestimmt auch wieder helfen, und wenn ich dann so mit einem Tor am ersten Spieltag belohnt werde, dann ist das schön.“ Aber es war eben auch nur der erste Spieltag, mehr nicht. Und deshalb avancierte Bittencourt nach Werders 2:2-Unentschieden beim VfL Wolfsburg prompt zum Mahner. „Es ist noch gar nichts getan, wir haben noch einen langen Weg zu gehen“, unterstrich er. „Wir sind hungrig – und ich hoffe, dass wir es auch lange bleiben, selbst wenn mal wieder Rückschläge kommen.“ (mbü)

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