Konkurrenzkampf beim SV Werder Bremen: Haben die Neuzugänge Jens Stage und Niklas Stark vorerst das Nachsehen?
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Konkurrenzkampf beim SV Werder Bremen: Haben die Neuzugänge Jens Stage (li.) und Niklas Stark vorerst das Nachsehen?

Neuzugänge nicht erste Wahl?

Beim SV Werder Bremen ist „Pfeffer drin“: Niklas Stark und Jens Stage droht zum Start die Bank

Bremen – Es war schon so etwas wie die Generalprobe vor dem Pflichtspielstart – und da kommen in der Regel die Profis zum Einsatz, die aktuell die Nase vorne haben. Wenn dann wie beim Test des SV Werder Bremen am Samstag gegen den FC Groningen (6:1) zwei namhafte Neuzugänge wie Niklas Stark und Jens Stage nicht berücksichtigt werden, wirft das natürlich Fragen auf.

Ole Werner antwortet darauf zwar in seiner typischen Gelassenheit, macht mit seinen Antworten aber auch deutlich: Es wird nach Leistung und nicht nach Name aufgestellt. Und da könnte es vor allem für Stark schwierig werden. „Wir sind jetzt eine Woche vor dem Start und es sind nach wie vor drei bis vier Positionen offen“, verrät der Trainer des SV Werder Bremen und fügt erklärend an: „Ich kann nun mal nicht mit 14 Mann spielen. Insofern mussten ein paar Spieler, die mit einer entsprechenden Trainingswoche durchaus die Chance haben, im ersten Pflichtspiel auf dem Platz zu stehen, heute im zweiten Spiel ran. Jens Stage und Niklas Stark haben gegen Twente Enschede beide von Beginn an gespielt, heute haben wir dann mal durchgetauscht.“

Konkurrenzkampf bei Werder Bremen: Neuzugänge Jens Stage und Niklas Stark vorerst nur auf der Bank?

Doch gerade im Fall Niklas Stark wird deutlich, dass Werner im Abwehrzentrum eher Milos Veljkovic vertraut. „Milos hat aktuell in der Mitte mehr Einfluss auf die Dinge als außen – und das hat uns in den Testspielen sehr gutgetan“, lobt Werner den 26-Jährigen: „Er ist sehr klar und sicher, kennt unsere Abläufe und kann das gut kommunizieren. Das ist in dieser Phase sehr wichtig.“ Werner erwähnt zwar umgehend auch Stark als Alternative für das Zentrum, doch insgesamt ist klar, was er meint: Stark hat es noch nicht geschafft, sich voll in das System zu integrieren und wie geplant der Nachfolger von Abwehrchef Ömer Toprak (jetzt Antalyaspor) zu sein. Das überrascht, denn der ablösefreie Neuzugang von Hertha BSC ist eigentlich sehr erfahren. Der 27-Jährige tut sich aber sehr schwer in der Vorbereitung des SV Werder Bremen. Dazu passte am Samstag auch sein Auftritt mit der B-Elf gegen den FC Emmen (0:0). Stark will zwar Verantwortung übernehmen, aber ihm fehlt noch die nötige Handlungsschnelligkeit dafür – sowohl im Spielaufbau als auch beim Verteidigen.

Werders Dauerbrenner Veljkovic (seit 2016 im Club) ist da wesentlich weiter, auch ein Amos Pieper wirkt dynamischer. Der ebenfalls ablösefreie Neuzugang von Arminia Bielefeld kämpft sich regelrecht ins Team. Gegen Groningen machte er nach anfänglichen Problemen eine gute Partie. Als drittes Glied der Dreierkette ist Linksfuß Marco Friedl gesetzt – dabei allerdings auch konkurrenzlos. Der noch sehr junge Fabio Chiarodia (17) hatte gegen Emmen einmal mehr mit seiner Nervosität zu kämpfen.

Trainer Ole Werner bastelt an seiner Startelf: Wer spielt bei Werder Bremen auf der Sechs?

Und was ist mit Jens Stage? Vier Millionen Euro hat Werder Bremen für den Mittelfeldspieler vom FC Kopenhagen bezahlt. Der Däne ist quasi der Königstransfer, für keinen anderen Spieler wird sich Werder in diesem Sommer eine Ablöse leisten können. Seinen Platz hat der 25-Jährige trotzdem nicht sicher. Ole Werner verweist auf den Konkurrenzkampf – und der ist gerade im Mittelfeld besonders groß. Neben Stage kämpfen auch Leonardo Bittencourt, Romano Schmid und Niklas Schmidt um die beiden Achter-Positionen. Gegen Groningen zeigte Bittencourt eine starke Leistung, auch Schmid konnte überzeugen. Im zweiten Spiel fiel dann Schmidt positiv auf, Stage eher weniger, wenngleich er immerhin die beste Chance zum Siegtreffer besaß, aber auch vergab.

Spannend ist zudem die Besetzung der Sechser-Position. Gegen Groningen durfte Christian Groß ran und löste seine Aufgaben unaufgeregt gut. Herausforderer Ilia Gruev war dann gegen Emmen anzumerken, dass er unbedingt Akzente setzen wollte, was ihm aber nur selten gelang. Das lag freilich nicht nur an ihm, die etwas zusammengewürfelte B-Elf hatte große Abstimmungsprobleme. Montag und Dienstag dürfen die Profis des SV Werder Bremen noch einmal durchpusten, dann startet die Vorbereitung auf das DFB-Pokalspiel am Montag, 1. August, beim Regionalligisten Energie Cottbus. Und Werner heizt den Konkurrenzkampf noch mal an: „In der Woche ist schon ein bisschen Pfeffer drin.“ (kni)

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