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Dank Stefanos Kapino feierte St. Pauli im Testspiel gegen Werder Bremen kein Tor-Festival.

Keeper des SV Werder Bremen

Stefanos Kapino - der „Ohne-Bauchschmerzen-Mann“ für die Zeit nach Pavlenka

Bremen – Kurz vor Schluss wagte sich Stefanos Kapino sogar noch an die Grenze zum Übermut. Um einen langen Ball zu klären, stürmte der Keeper des SV Werder Bremen aus seinem Tor, aus dem Sechzehner, legte den Ball an ein, zwei Gegenspielern vorbei, ehe er ihn endlich – mittlerweile schon nahe der Mittellinie – klärend nach vorne drosch.

Es war eine etwas waghalsige Aktion des Bremer Schlussmanns, aber dass auch diese Szene gut ausging für Kapino, passte zu seiner Vorstellung beim Testspiel gegen den Zweitligisten FC St. Pauli (0:1). Der Grieche, bei Werder Bremen seit nun schon 14 Monaten der Ersatzmann von Jiri Pavlenka, hatte einen für ihn persönlich mehr als gelungenen Abend erlebt und – wenn man so will – eine Bewerbung für die Zukunft eingereicht. Für die Zeit nach Pavlenka.

Werder Bremen: Kapino hat Vertrag vorzeitig verlängert

„Wenn ich so spiele wie heute, denke ich, dass ich die Nummer eins werde“, sagte Kapino, bei dem sich solche Sätze gar nicht so forsch anhören, wie man vermuten möchte. Er sagt es sachlich, mit aller notwendigen Zurückhaltung. Denn als er vor einem Vierteljahr seinen Vertrag bei Werder vorzeitig verlängerte, willigte er in eine Rollenverteilung ein, die klar definiert ist und an der – überzeugendes Testspiel hin oder her – Trainer Florian Kohfeldt nicht rütteln wird. „Pavlas ist die Nummer eins, und es gibt nicht den Hauch eines Grundes, darüber nachzudenken“, sagte er. Stefanos Kapino weiß das, wusste es schon immer und akzeptiert es folglich. 

Kampfansagen? Nicht von ihm! „Als ich meinen Vertrag verlängert habe, war klar, dass Jiri noch hier ist. Er ist einer der besten Torhüter der Bundesliga, wenn nicht der beste“, meinte der 25-Jährige. Allerdings – und mit diesen Gedanken ist er gewiss nicht alleine – rechnet Kapino offenbar fest mit einem (für den SV Werder Bremen lukrativen) Wechsel seines Kollegen nach Ende der Saison. Gewiss nicht zufällig sprach er auch in der Medienzone des Millerntorstadions sehr oft davon, was passiert, „wenn Jiri gehen sollte“. Dann, so Kapino, „ist es wichtig, dass ich da bin, dass ich die Nummer eins sein kann“.

Werder Bremen: Stefanos Kapino war gegen St. Pauli der Mann des Spiels

Er kann es. Jedenfalls sah es auf St. Pauli sehr danach aus. In einem personell schwer dezimierten und deshalb unstrukturiert agierendem Bremer Team stach der Schlussmann mit seinem Paraden heraus und sorgte dafür, dass Kohfeldt einigermaßen erleichtert sagen durfte: „Gut, dass wir nur 0:1 und nicht 3:11 verloren haben.“ Klar, damit hatte der Coach übertrieben, doch Kapino war dennoch ohne Zweifel der Mann des Spiels gewesen. „Ich konnte meine Fähigkeiten zeigen“, sagte er. Einzig beim Distanzschuss von Youba Diarra (52.) musste er sich geschlagen geben. Doch das Gegentor war, weil tatsächlich unhaltbar, nicht einmal ein Makel an Kapinos Leistung.

In der Bundesliga hat der 1,96-Meter-Mann bislang nur eine Halbzeit spielen dürfen. Es war beim 2:1-Sieg über den SC Freiburg am 29. Spieltag der vergangenen Saison. „Damals hat er uns schon den Sieg gerettet“, erinnerte sich Kohfeldt und sah sich am Freitagabend in Hamburg in seiner Einschätzung von Kapino voll bestätigt: „Ich hätte nie Bauchschmerzen, wenn Kapi spielen würde. Er ist eine überragende Nummer zwei.“ Und irgendwann die Nummer eins? Kapino glaubt daran, erklärte aber auch: „Das muss ich in jedem Spiel und Training zeigen.“

Werder Bremen: Vander für Kapino der bester Torwarttrainer

Christian Vander, genannt „Kiki“, würde ihm sehr helfen, immer auf Spannung zu sein: „Er ist der beste Torwarttrainer, mit dem ich bisher zusammengearbeitet habe. Er entwickelt mich weiter“, lobte Kapino, der für die logische Frage, wie lange er sich auch ohne regelmäßige Einsätze noch entwickeln kann, eine klare Antwort parat hatte: „Bis Sommer.“ Wenn eventuell die Zeit nach Pavlenka beginnt. (csa)

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