Die Werder-Torhüter Jiri Pavlenka (r.) und Stefanos Kapino haben einen guten Draht zueinander.
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Die Werder-Torhüter Jiri Pavlenka (r.) und Stefanos Kapino haben einen guten Draht zueinander.

Stammtorhüter hält sich Zukunft offen

Kapinos Spekulationen lassen Pavlenka kalt

Bremen – Ein Ergebnis, dick und fett auf einen Zettel geschrieben, dazu noch ein Foto und etwas Tesafilm – viel mehr war gar nicht nötig, die Überraschung für den Teamkollegen schon perfekt. Einige Wochen ist es jetzt her, da haben Werders Torhüter Jiri Pavlenka und Stefanos Kapino ihrem Mitspieler Davy Klaassen über dessen Platz in der Kabine eine – sagen wir – spezielle Grußbotschaft hinterlassen.

Mit 2:6 hatte Klaassens Heimatverein Ajax Amsterdam Ende Januar gegen Feyenoord Rotterdam verloren – ein Debakel, an das man den niederländischen Mitspieler und Ajax-Fan ja wohl mal kurz erinnern darf. Dachten sich Pavlenka und Kapino, fingen an zu basteln und veröffentlichten das Ergebnis nicht ohne Stolz bei „Instagram“. „Davy hat danach ein, zwei Tage nicht mehr mit uns gesprochen“, berichtete Pavlenka am Mittwoch mit einem breiten Lächeln. Ein kleiner Scherz nur unter Kollegen, der zeigt, dass Werders Stamm- und Ersatztorhüter einen guten Draht zueinander haben. Dennoch hofft der eine darauf, dass der andere im Sommer geht.

Gegenüber dem griechischen Sport-Portal „Sport-FM“ hat sich Kapino nun zu seiner Rolle als Nummer zwei in Bremen geäußert und dabei über einen Abgang Pavlenkas nach der Saison spekuliert. „Im Moment hat Jiri den Vorzug, weil er in der vergangenen Saison Außergewöhnliches geleistet hat. Auch in diesem Jahr spielt er wirklich gut“, wird Kapino zitiert.

Jiri Pavlenka: Seine Karriere in Bildern

Der tschechische Nationaltorhüter Jiri Pavlenka steht seit Beginn der Saison 201772018 im Tor des SVW und ist die unumstrittene Nummer 1.
Der tschechische Nationaltorhüter Jiri Pavlenka steht seit Beginn der Saison 2017/2018 im Tor des SVW und ist die unumstrittene Nummer 1. © gumzmed ia
Jiri Pavlenka
Jiri Pavlenka spielte zuerst beim FC Hlucin in den Jugendmannschaften, wechselte dann in die Jugend des FC Banik Ostrau. Ab 2011 war er dort bei den Profis, wurde zunächst aber wieder für ein Jahr an den FC Hlucin verliehen. Nach seiner Rückkehr wurde er ab der Saison 2013/14 Stammtorhüter bei Ostrau.  © imago
Jiri Pavlenka
Im Januar 2016 verpflichtete der SK Slavia Prag den tschechischen Keeper. © imago
Jiri Pavlenka
Pavlenka holte mit Prag in der Saison 2016/17 die tschechische Meisterschaft und nahm an der Europa-League-Qualifikation teil.  © imago
Jiri Pavlenka
Zur Saison 2017/18 kam Jiri Pavlenka für drei Millionen Euro an die Weser... © Gumz
Jiri Pavlenka
...und ersetzte den früheren Stammkeeper Felix Wiedwald.  © Gumz
Jiri Pavlenka
Zu Beginn der Saison 2017/18 stand er in allen Partien zwischen den Pfosten.  © imago
Bei den Bremer Fans machte er sich schnell durch gute Leistungen beliebt. 
Bei den Bremer Fans machte er sich schnell durch gute Leistungen beliebt.  © imago
Mit Glanzparaden verhinderte der Keeper dabei, wie hier gegen Freiburg, meist Schlimmeres.
Mit Glanzparaden verhinderte der Keeper dabei, wie hier gegen Borussia Mönchengladbach, meist Schlimmeres. © gumzmedia
Jiri Pavlenka
Seine Heimat Tschechien durfte Pavlenka in vier Spielen der U21-Nationalmannschaft vertreten, seit November 2016 steht er auch im Kader der A-Nationalmannschaft. © imago
Durch viele starke Paraden ist Jiri Pavlenka zu einem der besten Keeper der Liga geworden.
Durch viele starke Paraden ist Jiri Pavlenka zu einem der besten Keeper der Liga geworden. © gumzmedia
Die tschechische „Krake“, wie er in Bremen liebevoll genannt wird, wird von den DeichStube-Lesern zum „Spieler der Saison 2017/2018“ gewählt.
Die tschechische „Krake“, wie er in Bremen liebevoll genannt wird, wird von den DeichStube-Lesern zum „Spieler der Saison 2017/2018“ gewählt. © gumzmedia
Bei Werders Pokal-Coup im Februar 2019 in Dortmund spielte Jiri Pavlenka eine Hauptrolle: er hielt im Elfmeterschießen zwei Schüsse der Dortmunder und avancierte dadurch zum Pokalhelden.
Bei Werders Pokal-Coup im Februar 2019 in Dortmund spielte Jiri Pavlenka eine Hauptrolle: er hielt im Elfmeterschießen zwei Schüsse der Dortmunder und avancierte dadurch zum Pokalhelden. © gumzmedia

Kapino will aufrücken - Pavlenka stört das nicht

Sollte diese Entwicklung so weiterlaufen, mutmaßt der 24-Jährige, könne es der Plan von Verein und Spieler sein, dass Pavlenka im Sommer verkauft wird. Kapino könnte dann aufrücken. „Ich bin bereit und warte auf meine Gelegenheit“, sagt er. Jiri Pavlenka hat auf diese Aussagen am Mittwoch betont gelassen reagiert.

„Es ist in Ordnung, wenn er so etwas sagt. Jeder Torwart möchte spielen und nicht nur auf der Bank sitzen“, erklärte der Tscheche, vermied es allerdings in Sachen eigener Karriereplanung auch nur das kleinste Detail durchblicken zu lassen: „Ich konzentriere mich nur auf die momentane Situation und möchte der Mannschaft weiterhelfen. An den Sommer denke ich noch nicht.“ Ein Klassiker unter den Profi-Floskeln.

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Pavlenka: Werder „stark genug“ für Europa

Seit Sommer 2017 steht Jiri Pavlenka bei Werder unter Vertrag und im Tor. Diskussionen um seine Person gab es nur rund um die Verpflichtung, nach von Beginn an guten und dann teilweise spektakulären Leistungen schnell nicht mehr. „Bei meiner Ankunft habe ich gemerkt, dass es im Umfeld einige Fragezeichen gab“, sagte der 26-Jährige, „ich hoffe, ich habe niemanden enttäuscht.“ Das Gegenteil ist der Fall.

Pavlenka ist ein Garant dafür, dass Werder weiter vom internationalen Geschäft träumen darf. „Wir sind stark genug dafür“, sagte er. „Das wäre nicht nur für mich wichtig, sondern für die ganze Stadt.“ Und die Chancen, dass der Keeper, dessen Vertrag bis 2021 läuft, noch ein Jahr in Bremen bleibt, dürfte es auch erhöhen. Selbst wenn Stefanos Kapino das vielleicht nicht so freuen würde.

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Über seinen Umgang mit Fehlern spricht Jiri Pavlenka von Werder Bremen im Interview mit der DeichStube. Es steht ein heißer Herbst bevor, die Grün-Weißen brauchen Punkte – Werder Bremen muss die Aufholjagd gegen Bayer Leverkusen starten.

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