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Stefanos Kapino zeigte ein ordentliches Startelfdebüt im Spiel des SV Werder Bremen gegen Hertha BSC.

Nach 2:2 gegen Hertha BSC

An Stefanos Kapino lag es nicht, aber ein „Geisterkommando“ brachte Werder durcheinander

Berlin – Bei der Suche nach dem Warum landet man als erstes gewiss nicht bei Stefanos Kapino. Und das darf der Keeper, der beim 2:2 gegen Hertha BSC zum ersten Mal in einem Pflichtspiel über 90 Minuten im Tor des SV Werder Bremen gestanden hat, schon als Erfolg für sich verbuchen.

Dass Werder Bremen nur einen statt der möglichen drei Punkte aus der Hauptstadt mit nach Hause nahm, hatte sehr wenig mit dem Ersatzmann des verletzten Stammkeepers Jiri Pavlenka zu tun.

Es sind die Schwächen bei Standardsituationen und die Schwächen, über die gesamte Spielzeit Ordnung und Ruhe auf dem Platz zu bewahren. Nur zu einem kleinen Teil spielte auch Stefanos Kapinos Leistung mit rein in die Gründe für den verspielten Sieg.

Es geht um die Szene in der 60. Minute, als der 25 Jahre alte Grieche einen Schuss von Herthas Maximilian Mittelstädt nur in die Mitte statt an die Seite lenkte. Matheus Cunha kam so von der Strafraumgrenze zum Nachschuss, der – von Kapinos Kollegen Milos Veljkovic entscheidend abgefälscht – über dem Schlussmann einschlug. 

Werder Bremen: Stefanos Kapino mit „ordentlicher Leistung“, Abwehr völlig ungeordnet

Es war das 2:2, das den Traum vom ersten Bremer Sieg nach fünf Niederlagen am Stück beendete. Eine Mitschuld Kapinos kann nicht ganz abgestritten werden, aber ein wirklich großer Fehler war es auch nicht. Es sei „ein schwerer Ball“ gewesen, den Stefanos Kapino abwehren musste, meinte Werder-Trainer Florian Kohfeldt und attestierte seinem Ersatzkeeper eine „insgesamt ordentliche Leistung“.

Viel entscheidender beim Ausgleich war, dass sich Kapinos Vorderleute über Minuten schwer unter Druck hatten setzen lassen und Mittelstädt bei seinem Schuss sowie Cunha beim Nachsetzen völlig ohne Bewachung waren. Ordnung in der Abwehr? Nicht vorhanden.

Werder Bremen-Wahnsinn: 19 Gegentore nach gegnerischen Standards

Zuvor war das 1:2 einmal mehr nach einer Standardsituation gefallen – Niklas Stark köpfte nach einer Freistoßflanke ein. 19 Gegentreffer hat Abstiegskandidat Werder Bremen nunmehr nach ruhenden Bällen kassiert – das ist mehr als ein Drittel aller Gegentore (55).

Im speziellen Fall hatte es laut Kapitän Niklas Moisander, der das Kopfballduell gegen Stark verlor, ein „Kommunikationsproblem“ mit Kapino gegeben. „Ich habe gehört, dass jemand ,Torwart‘ gerufen hat. Aber Kapi sagt, dass er es nicht war.“ Entweder hat sich Moisander also verhört oder die Berliner haben die Bremer gefoppt – was die lange Geschichte der großen Bremer Standardschwäche um die kurios-bittere Anekdote eines „Geisterkommandos“ erweitern würde. (csa)

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