Bei Werder wird künftig ausschließlich FIFA „gezockt“.
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Bei Werder wird künftig ausschließlich FIFA „gezockt“.

Bremer verpflichten professionellen FIFA-Videospieler

Werder steigt in den eSport ein

Bremen - Packende Zweikämpfe, herrliche Tore und spektakuläre Paraden - all das wird es bei Werder Bremen demnächst nicht mehr nur auf dem Rasen des Weserstadions, sondern auch auf dem Bildschirm zu sehen geben.

Der Verein wird ab Herbst - pünktlich zum Start der Fußballsimulation FIFA 19 - mit professionellen „Gamern“ an offiziellen Wettbewerben teilnehmen. Dafür hat Werder eine eigene eSports-Abteilung gegründet. Schon seit Monaten planen die Bremer den Schritt auf den digitalen Rasen. Am Dienstagmittag möchten sie ihre Pläne nun der Öffentlichkeit vorstellen.

Der VfL Wolfsburg war im Mai 2015 der erste Bundesligist, der ein eigenes eSports-Team gründete. Seitdem sind viele andere Vereine nachgezogen. So kämpfen sie zum Beispiel auch auf Schalke, in Leipzig, Stuttgart und Leverkusen in der virtuellen Bundesliga um Punkte. Hertha BSC gründete im Dezember 2017 sogar eine eigene eSports-Akademie, in der FIFA-Talente ausgebildet werden. Heißt: Die Clubs aus der realen Bundesliga haben mittlerweile erkannt, dass sich auch im digitalen Topsport Geld verdienen lässt. Sie wollen den Moment nicht verpassen, wenn aus dem Randphänomen eSports eines Tages womöglich etwas Größeres wird.

Filbry: „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen“

Deswegen ist auch Werder auf den Bereich aufmerksam geworden. „Der eSports hat in den letzten Monaten immer weiter an Bedeutung gewonnen“, weiß Klaus Filbry, der Vorsitzende von Werders Geschäftsführung. Er erklärt: „Wir haben uns schon länger intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und sind davon überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, mit dem eSports-Engagement ein relevantes Zukunftsfeld zu besetzen.“ Werder wolle damit „der jüngeren Generation einen weiteren Zugang zu unserer Gemeinschaft und unserem Wertesystem“ bieten.

In der Tat ist es so, dass sich immer mehr junge Menschen die Internet-Live-Übertragungen der Spiele und Trainings ansehen. Ein großes Publikum macht den eSports wiederum interessant für den Werbemarkt, die Umsätze der Branche wachsen stetig. Den Einstieg in den digitalen Fußball sieht Filbry dabei nicht als Bruch mit Werders knapp 120-jähriger Vereinstradition: „Für uns ist dieses Engagement eine gute Gelegenheit zu zeigen, dass Tradition zwar ein Markenzeichen ist, damit aber nicht einhergehen muss, stehen zu bleiben.“

„Gezockt“ wird bei Werder künftig ausschließlich FIFA. Während der Planungen war es kurz Thema gewesen, ein Team zu gründen, das im Multiplayer-Strategiespiel „League of Legends“ antritt. Werder entschied sich aber schnell dagegen, möchte sich digital ausschließlich dem Fußball verschreiben. „Wir haben uns ganz bewusst für den Einstieg bei FIFA entschieden, weil sich der reale und der digitale Fußball sehr gut miteinander verbinden lassen“, erklärt Dominik Kupilas. Der Leiter des Bereichs „Content & Digital“ übernimmt die Projektleitung für den eSports.

Werder-Hauptsponsor Wiesenhof wird auch eSports-Hauptpartner

Gemeinsam mit der Sportmarketing-Agentur Infront und der Agentur „Stark eSports“ hat Kupilas die Planungen federführend vorangetrieben - und auch schon den ersten Spieler an Land gezogen. Es soll sich um einen in der Szene sehr bekannten Mann handeln, den Werder als Vollprofi unter Vertrag nimmt. Verraten wollen die Bremer den Namen noch nicht, der Spieler dürfte aber in Kürze vorgestellt werden - und an der Weser ordentlich verdienen. Zum Vergleich: Timo „Timox“ Siep vom VfL Wolfsburg kassiert fürs „Zocken“ mehrere tausend Euro im Monat. Dazu kommen rund 50.000 Euro Preisgeld, die der 20-Jährige bisher gewonnen hat.

Genau wie die Fußballstars auf dem echten Rasen, werden übrigens auch die Bremer „eSportler“ mit dem Wiesenhof-Logo auf der Brust ihre Spiele bestreiten. Der Bremer Hauptsponsor wird auch eSports-Hauptpartner - und möchte die Spieler in dieser Rolle nicht nur mit bedruckten Trikots und Trainingsjacken versorgen. „Auch Gamer benötigen hochwertige Proteine, und davon haben wir einige Alternativen im Angebot“, erklärt Dr. Ingo Stryck, Geschäftsführer Marketing bei Wiesenhof. Man darf also gespannt sein, was Werders „Gamer“ demnächst alles vorgesetzt bekommen...

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