Der SV Werder Bremen wurde in dieser Saison vom DFB bereits mehrmals zur Kasse gebeten und musste viele Tausend Euro Strafe zahlen.
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Der SV Werder Bremen wurde in dieser Saison vom DFB bereits mehrmals zur Kasse gebeten und musste viele Tausend Euro Strafe zahlen.

Werders Strafenkatalog füllt sich

Pyro, Flitzer und Co.: So viel Strafgeld musste der SV Werder Bremen schon zahlen

Bremen – Es ist Post, auf die der SV Werder Bremen am liebsten verzichten würde, weil sie unerfreulich ist und es stets teuer wird, wenn sie im Briefkasten liegt. Und dennoch geht sie seit vielen Jahren schon regelmäßig in der Geschäftsstelle am Osterdeich ein, zuletzt vor knapp zwei Wochen, am 6. Januar 2023.

„Entscheidung Nr. 116/2022/2023“ steht als Betreff ganz oben auf dem Schreiben, das Wort „URTEIL“ in Großbuchstaben und gefettet als Überschrift darunter. Im Folgenden teilt das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) dem Bundesligisten mit, dass er „wegen eines unsportlichen Verhaltens“ seiner Fans 3.000 Euro zu bezahlen hat. Es geht um den Flitzer, den Werder Bremen als Ausrichter während des Bundesliga-Heimspiels gegen Borussia Mönchengladbach im Oktober nicht hatte daran hindern können, den Rasen zu betreten.

Geldstrafe von Werder Bremen in dieser Saison im mittleren fünfstelligen Bereich

Und auch wenn der Verein umgehend ankündigte, die Geldbuße an den Verursacher weiterzureichen, bleibt sie formal in der Strafen-Statistik der Bremer stehen – und erhöht die Gesamtsumme für die laufende Saison auf satte 45.000 Euro. Womit Werder Bremen im Bundesliga-Vergleich auf Platz elf von bisher 16 sanktionierten Clubs liegt. Das geht aus dem Ranking der Internetplattform „fussballmafia.de“, hervor, die seit vielen Jahren die Urteile gegen alle Clubs aus den drei deutschen Profiligen sammelt und aufbereitet. Bisheriger Bundesliga-Strafgeld-Spitzenreiter in der Saison 2022/23 ist demnach Eintracht Frankfurt mit 303 100 Euro, gefolgt vom VfL Bochum (104.000 Euro) und dem FC Augsburg (99.000 Euro).

Pyro-Ärger kommt dem SV Werder Bremen teuer zu stehen - Hess-Grunewald für Pyro-Legalisierung

Den Bärenanteil der bisherigen Bremer Gesamtstrafe – nämlich 25.000 Euro – bekam Werder Bremen Ende Dezember aufgebrummt, weil einige seiner Fans während des DFB-Pokal-Auswärtsspiels beim FC Paderborn im Oktober unter einem großen Banner mindestens 25 pyrotechnische Gegenstände entzündet hatten, wie es im entsprechenden DFB-Urteil heißt. Generell macht das Abbrennen von Pyrotechnik seit Jahren einen Großteil des Strafgeldes aus, das gegen die Vereine verhängt wird.

In der vergangenen Zweitliga-Saison etwa musste Werder Bremen insgesamt 99.037 Euro bezahlen (Platz sechs im Ligavergleich), wovon 78.862 Euro auf den Einsatz von Pyrotechnik zurückgingen. Im Verein hat sich bisher Präsident Hubertus Hess-Grunewald federführend um das Thema gekümmert und sich für einen liberalen Umgang mit „Pyro“ stark gemacht. Gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ sagte er im vergangenen Sommer, man müsse „über einen kontrollierten und legalen Einsatz von Pyrotechnik sprechen“. Das sei ein möglicher Weg aus einer „Eskalationsspirale von Repression und Kriminalisierung“. Seit dem Ausscheiden des 62-Jährigen aus der Geschäftsführung verantwortet die neue Geschäftsführerin Anne-Kathrin Laufmann den Bereich „Fan-Arbeit“ bei Werder. Mit dem Thema „Pyro“ dürfte auch sie ziemlich schnell konfrontiert werden. (dco)

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