Florian Kohfeldt, Cheftrainer des SV Werder Bremen, stand beim Bundesliga-Spiel gegen den 1. FC Köln unter Feuer - es gab Zoff mit FC-Coach Markus Gisdol.
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Florian Kohfeldt, Cheftrainer des SV Werder Bremen, stand beim Bundesliga-Spiel gegen den 1. FC Köln unter Feuer - es gab Zoff mit FC-Coach Markus Gisdol.

Florian Kohfeldt: „Lass‘ meine Spieler in Ruhe!“

Trainer-Zoff: Darum gab es Streit zwischen Werder-Trainer Florian Kohfeldt und Köln-Coach Markus Gisdol

Bremen – Ob Florian Kohfeldt und Markus Gisdol noch mal Freunde werden? Eher nicht! Der Coach von Werder Bremen attackierte seinen Kollegen vom 1. FC Köln am Freitagabend schon wenige Minuten nach Anpfiff mit ziemlich deutlichen Worten, der schoss nach dem 1:1 verbal zurück. Der Trainer-Zoff verlieh der fußballerisch doch sehr dürftigen Kost auf dem Platz immerhin ein wenig Würze, wenngleich die Vehemenz, mit der Kohfeldt gleich zu Beginn Richtung Kölner Bank und dem vierten Offiziellen agiert hatte, ein wenig überraschte.

„Jetzt ist aber schon nach drei Minuten klar, was sie wollen“, brüllte Florian Kohfeldt, nachdem schon wieder ein Spieler des SV Werder Bremen am Boden gelegen hatte. Köln war mit drei Fouls in die Partie gestartet. Markus Gisdol sah das natürlich nicht so dramatisch, winkte demonstrativ ab, was Kohfeldt noch mehr in Rage brachte: „Nimm die Hand runter, wir können normal miteinander reden.“ Doch daran hatte der Kölner Coach kein Interesse, genauso wenig wie der Vierte Offizielle Martin Thomsen. Der Unparteiische aus Kleve machte erst Gisdol eine Ansage, dann Kohfeldt.

Danach herrschte Ruhe, allerdings nur eine Viertelstunde lang. Dann platzte Gisdol der Kragen, als Werder-Profi Leonardo Bittencourt nach einem Zweikampf zu Boden ging, schrie und liegen blieb. Schiedsrichter Florian Badstübner ließ weiterspielen, und es roch durchaus danach, dass Bittencourt etwas mehr aus der Szene gemacht hatte. Genau das monierte Markus Gisdol, rief in Richtung des Ex-Kölners, war dabei im leeren Weserstadion aber längst nicht so gut zu verstehen wie dann Florian Kohfeldt. „Lass‘ meine Spieler in Ruhe“, keifte der Werder-Coach. „Konzentrier‘ du dich lieber auf deine Mannschaft“, konterte dann auch Gisdol ziemlich laut.

Werder Bremen: Trainer-Zoff zwischen Florian Kohfeldt und Markus Gisdol

Als nur wenig später Kölns Marius Wolf mit einer Kung-Fu-Einlage Maximilian Eggestein niederstreckte, drohte gleich der nächste Zwist. Doch Florian Kohfeldt blieb ruhig, erkundigte sich nur hörbar besorgt nach dem Befinden seines Mittelfeldspielers. Schiedsrichter Badstübner hatte allerdings auch sofort die Gelbe Karte gezückt. Und der von seiner übereifrigen Aktion selbst ein wenig geschockte Wolf entschuldigte sich gleich mehrfach bei seinem Opfer. Das Thema war schnell abgehakt. Und fortan konzentrierten sich die beiden Streithähne an der Seitenlinie vornehmlich auf das Spiel.

Die Versöhnung nach dem Schlusspfiff, wie in solchen Fällen per Handschlag eigentlich üblich, blieb allerdings aus. „Wir haben uns nach dem Spiel noch nicht gesehen“, berichtete Florian Kohfeldt in der Video-Pressekonferenz, die er coronabedingt getrennt von Markus Gisdol abhielt. „Die Dinge, die auf dem Platz passieren, bekommen alle jetzt ein bisschen mehr mit, aber sie bleiben trotzdem auf dem Platz. Was unter den Trainern passiert, ist immer in Ordnung“, erklärte der Coach des SV Werder Bremen ganz nüchtern, konnte sich eine kleine Spitze Richtung Gisdol aber nicht verkneifen: „Gegenüber dem Schiedsrichter und der gegnerischen Mannschaft muss man respektvoll sein.“ Wenig später wurde auch Gisdol nach dem Trainer-Zoff befragt. Und der 51-Jährige, der in der Bundesliga bereits die TSG 1899 Hoffenheim und den Hamburger SV betreut hat, war ebenfalls nicht wirklich auf Versöhnungskurs. „Das muss er mit sich selber ausmachen, wie er sich da verhält“, sagte Gisdol und gab dem 13 Jahre jüngeren Kollegen einen Rat: „Er ist ja noch ein junger Trainer und kann vielleicht noch das eine oder andere machen, dass er ein bisschen ruhiger wird.“

Werder Bremen: Trainer Florian Kohfeldt im Streit mit FC-Coach Markus Gisdol

Ein Hinweis, den Kohfeldt nicht zum ersten Mal hört. Allerdings hatte sich der 38-Jährige in den letzten Monaten wesentlich ruhiger am Spielfeldrand präsentiert – zumindest was den Umgang mit den Schiedsrichtern und der gegnerischen Bank betrifft. Gegen Köln war das anders, immerhin wurde daraus keine Dauerfehde über das komplette Spiel hinweg.

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