Der Tiroler FPÖ-Chef Markus Abwerzger hält einen Tweet des SV Werder Bremen für einen „unfassbaren Affront“ gegen die rechtspopulistische Partei.
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Der Tiroler FPÖ-Chef Markus Abwerzger hält einen Tweet des SV Werder Bremen für einen „unfassbaren Affront“ gegen die rechtspopulistische Partei.

Zoff zwischen Werder und FPÖ

Nach „Klare-Kante-gegen-Nazis“-Tweet: Tiroler FPÖ-Chef will SV Werder Bremen verklagen

Innsbruck/Bremen – Der Zoff zwischen Werder Bremen und der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) geht weiter. Wie Tirols FPÖ-Chef Markus Abwerzger am Freitag der österreichischen Nachrichtenagentur APA erklärte, habe er einen Parteianwalt damit beauftragt, eine Klage gegen den Bundesligisten aufzusetzen und diese beim zuständigen Landesgericht Innsbruck einzureichen.

Offen ist allerdings noch, für welchen konkreten Tatbestand gegen den SV Werder Bremen geklagt werden soll. Das werde derzeit noch von einem Rechtsvertreter der Partei geprüft. Wie Abwerzger, der von Beruf selbst als Rechtsanwalt tätig ist, der APA erklärte, gehe es bei der Klage wohl in Richtung „Ehrenbeleidigung“.

Hintergrund des Konflikts ist ein Tweet, den der SV Werder Bremen während seines Trainingslagers im Zillertal abgesetzt hatte. Der Bundesligist hatte eine FPÖ-Veranstaltung in unmittelbarer Nähe zum Trainingsgelände in Zell am Ziller wie folgt kommentiert: „Wir fühlen uns hier so sehr zuhause, dass wir auch im Zillertal dafür einstehen: KLARE KANTE GEGEN NAZIS“. Garniert mit dem Hashtag #nachbarnkannmansichnichtaussuchen und einem Bild von der Veranstaltung, auf dem deutlich ein Banner der FPÖ zu sehen ist.

„Ein unfassbarer Affront“: FPÖ-Chef Markus Abwerzger will den SV Werder Bremen verklagen

Daraufhin forderte FPÖ-Chef Abwerzger in einem Schreiben an die Verantwortlichen des SV Werder Bremen um Präsident Hubertus Hess-Grunewald die sofortige Löschung des Tweets, eine öffentliche Entschuldigung bzw. Distanzierung sowie eine finanzielle Entschädigung in Höhe von 10.000 Euro, die an einen Verein gespendet werden sollte. Auf das Ultimatum der FPÖ bis zum 14. Juli reagierten die Bremer nicht. Ohnehin wollte sich Werder bislang nicht öffentlich zum Thema äußern.

Werder Bremen hat die faire Chance nicht genützt, die Sache aus der Welt zu schaffen. Ich stehe zu meinem Wort und zu meinen Ansagen: Die Frist ist verstrichen, die Klage in Vorbereitung. Es ist ein unfassbarer Affront dieses Clubs. Ein Affront als Gast in Tirol gegen viele ehrenamtliche Mitarbeiter und Funktionäre der Partei sowie Gäste der damaligen Veranstaltung“, sagte Markus Abwerzger der APA. Wer die FPÖ, deren Mitglieder und Sympathisanten pauschal als Nazis bezeichne, der habe „keine Ahnung von Geschichte und verharmlost dadurch auch die Verbrechen des Nationalsozialismus. Wer das macht, der hat auch die Konsequenz zu tragen“. (mwi)

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