Davie Selke konnte seit seinem Wechsel zum SV Werder Bremen noch nicht richtig überzeugen. Dennoch gibt es jetzt Zuspruch von Sportchef Frank Baumann.
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Davie Selke konnte seit seinem Wechsel zum SV Werder Bremen noch nicht richtig überzeugen. Dennoch gibt es jetzt Zuspruch von Sportchef Frank Baumann.

Torflaute im Werder-Sturm

Zuspruch für Davie Selke und Co.: Baumann vertraut den Werder-Stürmern, fordert aber Arbeit und Analyse

Bremen – Die Kollegen machten sich schon auf den Weg in die Kabine, da legte Davie Selke noch eine Sonderschicht ein – und was für eine: Der Stürmer des SV Werder Bremen spielte noch mehrfach seine Riesenchance nach, die er kurz vor Schluss beim 0:0 gegen Mönchengladbach vergeben hatte.

Das Toreschießen fällt dem SV Werder Bremen in dieser Saison so schwer wie keiner anderen Mannschaft (nur 29 Treffer). Doch Sportchef Frank Baumann sieht kein Qualitätsproblem, nimmt die größten Hoffnungsträger Davie Selke und Milot Rashica in Schutz und fordert: „Wir müssen die Last auf mehrere Schultern verteilen.“

Wenn das nur so einfach wäre. Denn in echte Torlaune hat sich in diesem Jahr noch kein Werder-Profi gebracht. Magere sechs Treffer stehen in der Rückrunde auf dem Konto, dabei halfen zwei Mal sogar die Gegner (Düsseldorf und Augsburg) mit. Die anderen Tore erzielten Josh Sargent und Davy Klaassen (beim 2:2 gegen Hertha) sowie Theodor Gebre Selassie (beim 1:4 gegen Leverkusen) und Leonardo Bittencourt (beim 1:0 gegen Freiburg).

Werder Bremen: Davie Selke kann nicht überzeugen - Josh Sargent erhielt zuletzt den Vorzug

Bei aller Freude über die kämpferische Wiederauferstehung und das fußballerische Lebenszeichen gegen Mönchengladbach – diese anhaltende Torarmut bereitet Sorgen. Dabei war dafür im Winter extra Davie Selke von Hertha BSC losgeeist worden. Doch der Ex-Bremer, der bis Sommer 2021 ausgeliehen wurde und dann für zehn Millionen Euro verpflichtet werden muss, konnte die Erwartungen bislang nicht erfüllen – abgesehen von seinem Tor im Pokal gegen Borussia Dortmund. Zuletzt saß der 25-Jährige sogar zweimal in Folge zunächst nur auf der Bank. Ihm wurde Nachwuchsmann Sargent (20) vorgezogen. Das sagt einiges.

Baumann sieht es nicht so dramatisch, „man sollte Davie da jetzt nicht negativ herausstellen“. Gleiches gelte für Milot Rashica. Nach sieben Toren in der Hinrunde herrscht bei ihm allerdings Flaute. Gegen Leverkusen und auch in Freiburg schien er mit den Gedanken ganz woanders zu sein. Bei seinem ganz kleinen Sohn Tian oder etwa doch bei einem möglichen Wechsel im Sommer? Letzteres steht schon länger unter Verdacht, den 23-Jährigen mehr zu beschäftigen als gewünscht. Allerdings: Kämpferisch sah das bei Rashica in Freiburg schon wieder wesentlich besser aus, gegen Gladbach war es dann richtig gut. Und nach seinem starken Freistoß, den Borussen-Keeper Yann Sommer nur mit Mühe parieren konnte, blühte Rashica regelrecht auf. Als hätte er so eine Szene einfach mal gebraucht.

Werder Bremen: „Nicht viel Zeit, aber es gibt immer die Möglichkeit an sich zu arbeiten“

Auch Davie Selke wirkte nach seiner Einwechslung wesentlich befreiter als noch wenige Tage zuvor in Freiburg. „Wir vertrauen ihnen“, sagt Baumann. Daran habe auch Selkes vergebene Großchance gegen Gladbach nichts verändert. „Davie ist nicht der Typ, der sich damit lange beschäftigt“, glaubt Baumann. Na ja, einfach so weggesteckt hat Selke seinen harmlosen Abschluss und den damit verpassten Siegtreffer aber auch nicht. Unter den Augen von Co-Trainer Ilia Gruev wiederholte er die Schlüsselszene immer und immer wieder. Zuvor hatte er U23-Keeper Eduardo Dos Santos Haesler genau erklärt, wie sich Gladbachs Sommer verhalten hatte. Und schon der erste Versuch landete unhaltbar im Netz – und Selke quittierte es mit einem lauten „Jaaaaaa!“.

Es geht also doch noch – zumindest im Training. Für Baumann ist das genau der richtige Ansatz. „Zwischen den Spielen ist zwar gerade nicht viel Zeit, aber trotzdem gibt es immer die Möglichkeit an sich zu arbeiten, dazu gehört auch die Analyse mit dem Trainerteam“, sagt Frank Baumann. Am Samstag auf Schalke wird sich für Werder Bremen zeigen, ob Davie Selke und Co. auch im Spiel wieder treffen. In der Werder-Startelf gegen Schalke bekommt aber vermutlich wieder Sargent den Vorzug. (kni)

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