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Aron Johannsson hat bei Werder Bremen wohl keine Perspektive mehr.

Baumann und Nouri auf Spielerbeobachtung

Die Suche nach Verstärkungen wird konkreter

Bremen - Woher sie kamen? Frank Baumann machte natürlich ein Geheimnis draus. „Kurzurlaub“, witzelte der Werder-Sportchef.

Am Montagmittag war er im Ankunftsbereich des Hamburger Flughafens gesichtet und von „Sport1“ gefilmt worden – gemeinsam mit Trainer Alexander Nouri. Der eine mit schwarzem Täschchen über der Schulter, der andere mit Rollköfferchen. Dass in beiden keine Badehose und kein Strandtuch steckte, war allerdings sicher. Baumann gab dann auch zu, dass Nouri und er in Sachen Spielerbeobachtung unterwegs gewesen waren. Wegen eines Stürmers? Oder eines Verteidigers? Auch das gehörte zum Geheimnis.

Klar ist, dass beide Themen noch offen sind und auf Erledigung warten. Sportlich dringlicher ist dabei die Suche nach dem Stürmer, der Werder mehr Torgefahr verleiht. In diversen Spielen der Saisonvorbereitung hatte sich gezeigt, dass ein neuer Angreifer für die Zentrale ein Muss ist. Robust, spielstark, durchsetzungsfähig, torgefährlich soll er sein. Nun lässt sich fröhlich raten, wo Baumann und Nouri nach einem solchen Mann gesucht haben mögen.

Baumann und Nouri auf Beobachtungsreise

Der Plan des Hamburger Flughafens spuckt passend zum Korridor der Ankunftszeit Bukarest, Athen, Palma de Mallorca, München oder Frankfurt als mögliche Abflughäfen der beiden Bremer aus. Das macht einen aber genauso wenig schlauer wie weitere Nachfragen bei Frank Baumann. Die seit Wochen laufende Suche ist – so scheint es – zwar schon konkreter geworden, sonst wären Manager und Coach nicht gemeinsam auf Beobachtungsreise gegangen. Doch die letzte Phase ist noch nicht erreicht.

Ein Indiz dafür ist auch, dass Aron Johannsson von Frank Baumann offiziell weiterhin in der Kategorie „Kann sich beweisen“, statt „Wird nicht mehr gebraucht“ eingestuft wird. Dabei ist die zweite Möglichkeit ganz offensichtlich auch ohne Stürmer-Zukauf schon die der Wahrheit am nahekommendste. Angreifer Johannsson hatte bei der Testspiel-Niederlage gegen den FC Valencia am Samstag gerade erst wieder vor Augen geführt bekommen, dass seine Perspektive bei Werder im Grunde gar keine mehr ist.

Johannsson nicht mehr gebraucht? Das kann man „so deuten“

Obwohl Nouri wegen der Sperre von Fin Bartels noch nach einer Offensivlösung für das DFB-Pokalspiel am Samstag (20.45 Uhr) in Offenbach gegen die Würzburger Kickers suchte, suchte er nicht bei Johannsson. Der US-Nationalspieler im Wartestand durfte nicht mitwirken. Und man fragte sich: Wenn nicht jetzt, wann dann überhaupt noch? Antwort: Wahrscheinlich gar nicht mehr. Das könne man „so deuten“, meinte Baumann, wagte es aber auch nicht, den nicht mehr gebrauchten Johannsson (Vertrag bis 2019) zum Kauf anzubieten. „Wenn Aron auf uns zukommt und sagt, dass er wegmöchte, werden wir uns damit auseinandersetzen. Aber nur, wenn etwas Konkretes auf dem Tisch liegt“, so Baumann.

Konkret ist derzeit aber noch gar nichts. Einen neuen Mann für Werder gibt es noch nicht, einen neuen Club für Johannsson auch nicht. Die Räder bewegen sich zwar, aber sie laufen nicht gerade heiß. „Es gibt einfach keinen neuen Stand“, behauptet Baumann. Drei Wochen und zwei Tage bleiben bis Transferschluss, um neue Fakten zu schaffen. Für Aron Johannsson schließt dagegen am Mittwoch schon die erste Tür. Dann endet in seinem Geburtsland USA die Wechselfrist der MLS.

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