Ist er der Mann, den Frank Baumann an die Weser lotsen will? Guido Carrillo vom AS Monaco.
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Ist er der Mann, den Frank Baumann an die Weser lotsen will? Guido Carrillo vom AS Monaco.

Wen holt Sportchef Baumann noch?

Stürmer-Suche bei Werder: Die Namen - die Gerüchte

Bremen - Kommt er noch? Kommt er nicht mehr? Einen Tag hat Frank Baumann noch Zeit, um den gesuchten neuen Mittelstürmer zu präsentieren. Um 18.00 Uhr schließt am Donnerstag das Transferfenster, danach geht nichts mehr.

Während die Fans längst nervös sind, lässt sich Werder-Sportchef Baumann offenbar bis auf den letzten Drücker Zeit. Dabei hätte alles ganz schnell gehen können. Davie Selke war schon im Mai der Mann der Wahl, der Ex-Bremer hätte sich laut eigener Aussage die Rückkehr von RB Leipzig zu Werder „sehr gut“ vorstellen können. Aber es scheiterte am Geld.

Eine niedrige zweistellige Millionensumme hatte Leipzig für den 22-Jährigen aufgerufen – für Werder unbezahlbar, Hertha BSC schlug zu. Und weil sich der Bremer Geldbeutel auch danach nicht aufgefüllt hat, ist die Stürmersuche zur Hängepartie geworden. Kandidaten wurden dabei in Internetforen und -portalen sowie in anderen Medien einige gehandelt – nicht hinter allen steckte auch das Fünkchen Wahrheit.

Guido Carrillo: Das Gerücht gibt es schon länger, doch am Tag vor Ende des Transferfensters fängt es richtig Feuer. Die französische Sportzeitung „L‘Equipe“ sagt: Der 26-jährige Argentinier wird wohl den AS Monaco verlassen, angeblich haben sich die Verantwortlichen eines deutschen Clubs, der nicht international spielt, nach einer Leihe erkundigt. Das könnte Werder gewesen sein. Monaco will den Spieler aber am liebsten verkaufen. Carillo ist Mittelstürmer, 1,87 Meter groß, hat vergangene Saison sieben Tore in 19 Liga-Spielen erzielt. Klingt treffend!

Paul Onuachu: 2,01 Meter groß, 23 Jahre jung, mit 42 Toren in 120 Einsätzen ziemlich torgefährlich - auch dieser Mann passt genau ins Profil. Nur eine Sache stört wieder: Er ist ziemlich teuer. Der dänische FC Midtjylland fordert angeblich eine zweistellige Millionensumme. Das konnte Werder schon bei Selke nicht bezahlen.

Divock Origi: Der hochveranlagte belgische Nationalspieler hat beim FC Liverpool unter Jürgen Klopp keine echte Perspektive, soll zumindest für eine Saison ausgeliehen werden. Wenn ein solcher Name allerdings auf dem Markt ist, horcht halb Europa auf. Auch Werder? Ja, sagt die englische Zeitung „Telegraph“. Aber auch zum Beispiel finanzstarke Clubs wie der VfL Wolfsburg und Elite-Teams wie Tottenham, Inter Mailand, Juventus Turin, und, und, und. 

Hochkaräter Divock Origi (r.) soll Liverpool verlassen. Auch Werder Bremen wird Interesse nachgesagt.

Peniel Mlapa: Bemüht sich Werder jetzt schon um Bankdrücker aus der Zweiten Liga? Mlapa hat zwar die deutschen U-Nationalmannschaften durchlaufen, schaffte aber bei keinem Club (1860 München, 1899 Hoffenheim, Gladbach, Nürnberg) so wirklich den Durchbruch. Beim VfL Bochum hat der neue Trainer Ismail Atalan den 26-Jährigen aussortiert. Laut „Bild“ soll neben Dynamo Dresden und Kaiserslautern auch Werder zuletzt Interesse gehabt haben. 

Wout Weghorst: Der 25-jährige Niederländer passt mit seinen 1,97 Meter ins Profil. Vergangene Saison erzielte er 13 Saisontore, auch in den ersten drei Spielen der neuen Saison traf der 25-Jährige schon viermal für den AZ Alkmaar. Aber ob der Deal kurzfristig klappt? Club-Manager Max Huiberts sagte kürzlich der „Bild“: „Werder hat sich nicht gemeldet.“

Robert Beric: Der Weg des Slowenen führt von Frankreich wohl eher nach Belgien als nach Deutschland. In St. Etienne kam der 26-Jährige zuletzt nicht zum Zug, jetzt soll er zum RSC Anderlecht ausgeliehen werden. Werder galt zuvor als mögliches Ziel, Berater Amir Ruznic sagte aber der „Bild“: „Alles Bullshit. Bei mir hat sich niemand gemeldet.“

Der Niederländer Wout Weghorst passt ins Profil von Werder Bremen.

Kubilay Kanatsizkus: Den U21-Nationalspieler der Türkei soll Werder laut türkischen Medien kürzlich beobachtet haben. In den ersten beiden Saisonspielen für Bursaspor mischte der 20-Jährige mit, zurzeit fehlt er mit einer Leistenzerrung. Die Spur ist kalt.

Georgi Milanov: Beim Champions-League-Teilnehmer ZSKA Moskau kommt der Bulgare nur noch zu Kurzeinsätzen, bulgarische Medien brachten ihn vor zwei Wochen mit Werder und dem SC Freiburg in Verbindung. Selbst wenn das stimmt, gibt es ein Problem: Milanov ist kein Mittelstürmer, sondern offensiver Mittelfeldspieler. Das Gerücht kam also aus der Ecke „verwegen“.

Wellington Silva: Ein Wandervogel. Der Brasilianer steht beim FC Arsenal unter Vertrag, wird seit Jahren laufend verliehen. Zurzeit spielt er bei Fluminense in seiner Heimat. Laut „ESPN“ hatte Werder ihn auf dem Zettel. Wirklich? Wohl nicht. Wellington Silva ist Flügelspieler und kann mit seinen 1,70 Meter auch nicht die erhoffte Kante in der Spitze sein.

Ihlas Bebou: Der 23-Jährige schaffte in der vergangenen Saison den Durchbruch bei Fortuna Düsseldorf, traf auch in der neuen Saison bereits am dritten und vierten Spieltag. Jetzt wechselt der Mann aus Togo aber offenbar für fünf Millionen Euro zu Hannover 96.

Top 20: Werders teuerste Transfers

Werder Bremen
Zuerst ausgeliehen, dann für 3,5 Millionen Euro gekauft, dann aber schon bald an Borussia Dortmund verloren: Sokratis Papastathopoulos, der vom FC Genua kam, überzeugte bei Werder als kampfstarker Abräumer. © nordphoto
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Insgesamt 65 Tore hat Hugo Almeida in 180 Spielen für Werder erzielt - eine Bilanz, die sich durchaus sehen lassen kann. Geholt hat Werder den Stürmer mit dem strammen Schuss 2007 für 3,5 Millionen Euro vom FC Porto. © nordphoto
Werder Bremen
Aron Johannsson ist ein noch nicht eingelöstes Versprechen: Für 4,2 Millionen Euro verpflichtete Werder 2015 den US-Isländer vom AZ Alkmaar. Der konnte aber noch wenig von seinem Geld wieder einspielen: Johannsson war die meiste Zeit verletzt. © nordphoto
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Anthony Ujah spielte nur die Saison 2015/2016 für Werder. In der half er aber mit elf Toren (die meisten davon in der Hinrunde) maßgeblich bei der Mission Klassenerhalt. Er kam für 4,5 Millionen Euro vom 1. FC Köln nach Bremen und wechselte dann für 11,5 Millionen Euro nach China. © nordphoto
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Für 4,5 Milllionen Euro wechselte Boubacar Sanogo 2007 vom HSV nach Bremen. Seine Bilanz nach zwei Jahren: durchwachsen. In Erinnerung bleibt aber ein tolles Hacken-Tor in der Champions League beim Sieg gegen Real Madrid (Foto). © nordphoto
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Per Mertesacker bei Werder Bremen ist eine Erfiolgsgeschichte. Bei den Grün-Weißen reifte der 2006 für 4,7 Millionen Euro von Hannover 96 gekommene Wolkenkratzer zum Innenverteidiger von internationalem Format. © nordphoto
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Einer der größten Coups von Werder-Manager Klaus Allofs. Mesut Özil kam für fünf Millionen Euro vom FC Schalke 04, mittlerweile ist er ein Weltstar. 2009 schoss er Werder mit seinem Tor (Foto) zum DFB-Pokalsieg über Bayer Leverkusen. © nordphoto
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Mehmet Ekici gehört in die Kategorie "Flop". Für fünf Millionen Euro kam er aus Bayern, konnte die Erwartungen aber nie erfüllen. 2014 ging der Deutschtürke zu Trabzonspor, 2017 zu Fenerbahce. © nordphoto
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Bei Werder legte er los wie die Feuerwehr: Serge Gnabry. Für fünf Millionen Euro eiste Werder das Supertalent 2016 vom FC Arsenal los - und verlor ihn nach nur einer Saison wieder an den FC Bayern, die ihn prompt für ein Jahr in Hoffenheim parkten. © nordphoto
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Der "Lutscher" - ein echter Leader. Werder legte 2005 fünf Millionen Euro auf den Tisch, um den verlorenen Sohn Torsten Frings vom FC Bayern zurück an die Weser zu holen. Frings wurde eine absolute Identifikationsfigur des Vereins. © nordphoto
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Was für ein Volltreffer! Für Miroslav Klose zahlte Werder 2004 fünf Millionen Euro an den 1. FC Kaiserslautern, 2006 wurde der spätere DFB-Rekord-Torschütze Bundesliga-Torschützenkönig. 2007 wechselte er zum FC Bayern. Ein Wechsel mit Beigeschmack: Der sonstige Musterprofi traf sich kurz vor dem Uefa-Pokal-Halbfinale 2007 gegen Espanyol Barcelona mit Uli Hoeneß... © nordphoto
Werder Bremen
Werder kannte Eljero Elia und ging das Risiko ein: Für 5,5 Millionen Euro holte der Verein den Lebemann von Juventus Turin. Und setzte das Geld in den Sand. Sportlich konnte der Niederländer nicht überzeugen. Dazu kommt das eine oder andere Skandälchen. © nordphoto
Werder Bremen
Er war gerne mal nachts unterwegs, sorgte auch für die eine oder andere Schlagzeile. Fehltritte konnte man ihm bei Werder aber schnell verzeihen: Der Spielmacher (gekommen 2006 für sechs Millionen Euro vom FC Porto) war Werders Top-Mann in vielen Champions-League-Jahren. 2009 wechselte er für knapp 25 Millionen Euro zu Juventus Turin. © nordphoto
Werder Bremen
"Ich verdiene so viel, ich kann dein Leben kaufen." Den Spruch hatte Marko Arnautovic mal in einer Polizeikontrolle vom Stapel gelassen. Auf dem Platz blühte der Exzentriker aber eher selten auf. 6,2 Millionen Euro hatte Werder 2010 für den Stürmer an Twente Enschede überwiesen. © nordphoto
Werder Bremen
Der bei Werder ausgebildete Max Kruse kehrte im Sommer 2016 für 7,5 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg nach Bremen zurück. Der skandalumwitterte (Ex-)Nationalspieler ist bei Werder auf dem Weg zu alter Stärke. © nordphoto
Werder Bremen
Ein sportlicher Totalflop für Werder: Wesley kam für 7,5 Millionen Euro vom FC Santo, konnte die Erwartungen aber nie erfüllen. In Erinnerung bleibt er höchstens für seinen Kamera-Jubel nach einem Tor (eines von nur zweien) gegen Freiburg (Foto). © imago
Milot Rashica
Milot Rashica wechselte im Winter 2018 von Vitesse Arnheim zum SV Werder. 7,5 Millionen Euro haben die Bremer für den Flügelflitzer an den niederändischen Club überwiesen. © Gumz
Werder Bremen
2007 für 7,8 Millionen Euro von Fluminense gekommen, sorgte Carlos Alberto in Bremen nur für Negativ-Schlagzeilen: etwa mit Partygeschichten und eine Prügelei im Training. Sportlich riss der Brasilianer gar nichts. Er kam in drei Jahren auf zwei Bundesliga-Spiele und drei Ausleihen. © nordphoto
Werder Bremen
Marko Marin kam 2009 für 8,2 Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach. Sportlich konnte sich der kleine Dribbler aber nie durchsetzen. 2012 wechselte er zum FC Chelsea - der Beginn einer Odyssee. © nordphoto
Er ist der teuerste Werder-Spieler der Geschichte: Davy Klaassen! Der Niederländer wechselte im Sommer 2018 für 13,5 Millionen, aus denen durch Bonuszahlungen bis zu 15 Millionen Euro werden können, vom FC Everton an die Weser.
Er ist der teuerste Werder-Spieler der Geschichte: Davy Klaassen! Der Niederländer wechselte im Sommer 2018 für 13,5 Millionen, aus denen durch Bonuszahlungen bis zu 15 Millionen Euro werden können, vom FC Everton an die Weser. © Carmen Frisch

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