Werder Bremen hat gegen Borussia Mönchengladbach erneut ein Spektakel gezeigt - doch die Protagonisten bleiben trotz aller Euphorie auf dem Boden.
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Werder Bremen hat gegen Borussia Mönchengladbach erneut ein Spektakel gezeigt - doch die Protagonisten bleiben trotz aller Euphorie auf dem Boden.

Furioser Werder-Heimsieg gegen Gladbach

Willkommen beim SV Spektakel - Werder Bremen macht immer mehr Freude

Bremen – Klar, die Euphorie nach dem direkten Wiederaufstieg und die Vorfreude auf die Bundesliga waren riesengroß, doch bei den Verantwortlichen, Spielern und vor allem den Fans des SV Werder Bremen herrschte auch eine gewisse Unsicherheit: Würde diese Mannschaft wieder so viel Spaß machen wie in der 2. Liga oder gleich im zähen Abstiegskampf stecken bleiben? Nach acht Spieltagen darf festgehalten werden – und das aus Bremer Sicht durchaus mit Stolz: Der SV Spektakel begeistert regelmäßig ganz Fußball-Deutschland und hat sich Tabellenplatz acht mit beruhigenden zwölf Punkten mehr als verdient. Beim 5:1-Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach haben die Grün-Weißen dabei nicht zum ersten Mal in dieser Saison Geschichte geschrieben. Doch bei aller Euphorie bleiben die Protagonisten auf dem Boden.

„Natürlich können wir uns jetzt darüber freuen, aber in sechs Tagen geht’s weiter. Wir müssen an die Leistung heute anknüpfen“, blickte Marvin Ducksch schon auf Werders nächste Aufgabe am Freitagabend (20.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) bei der TSG 1899 Hoffenheim. Ausgerechnet Ducksch muss es sogar heißen, denn der Angreifer hatte endlich sein erstes Saisontor erzielt und zwei weitere vorbereitet. Aber die schon in der Aufstiegssaison von Trainer Ole Werner installierte Euphoriebremse funktioniert weiter, ohne dabei überstrapaziert zu werden. „Überragend, geil, unfassbar“, lauteten die Beschreibungen der Spieler für diesen unvergesslichen Abend. Dass die Fans von Werder Bremen auf den Rängen sogar gesanglich schon von einer Rückkehr ins internationale Geschäft träumten und „Europapokal, Europapokal“ anstimmten, konnte und wollte ihnen keiner übel nehmen. „Das dürfen sie auch. Das ist ihr gutes Recht“, meinte selbst Ducksch.

Werder Bremens Trainer Ole Werner lobt seine Spieler nach dem Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach

Wie schon nach dem 3:2-Auswärtssieg bei Borussia Dortmund platzten alle Bremer fast vor Glück. Vor ein paar Wochen war es ein in der Bundesliga historischer Schlussspurt mit drei späten Toren gewesen, der für einen grün-weißen Ausnahmezustand gesorgt hatte. Jetzt waren es die drei schnellsten Bremer Treffer zu Beginn einer Partie, die fortan in den Rekordbüchern stehen. Niclas Füllkrug (5./13.) und Ducksch (8.) hatten zugelangt. Werder Bremen agierte wie berauscht, war aber hellwach und bestens vorbereitet in die Partie gegen Borussia Mönchengladbach gegangen. „Wir haben den Gegner sehr gut analysiert und wussten, dass sie jede Situation spielerisch lösen wollen. Da haben wir unsere Chance gesehen und in den ersten 15 Minuten gnadenlos zugeschlagen“, berichtete Ducksch mit einem Leuchten in den Augen. Und Ole Werner, der sich das als Trainer alles ausgedacht hatte, bedankte sich bei seinen Spieler: „Sie hatten den Mut und das Vertrauen in ihre eigene Stärke, dass sie das in der Art und Weise auch gegen eine so spielstarke und prominent besetzte Gladbacher Mannschaft spielen können. Das war entscheidend.“

Werder Bremens Stürmer Marvin Ducksch über Gegner Borussia Mönchengladbach: „Haben den Gegner sehr gut analysiert“

Borussia Mönchengladbachs Trainer Daniel Farke wirkte konsterniert. Auch er hätte einen guten Plan gehabt, „der wurde aber nicht umgesetzt“. Dabei nahm er seine Spieler allerdings in Schutz. Keeper Yann Sommer habe sich in der Nacht vor dem Spiel übergeben und sich erst kurz vor der Partie einsatzbereit gemeldet. Zudem seien einige Nationalspieler noch müde von ihren Länderspielreisen gewesen und andere Akteure angeschlagen in die Partie gegangen. „Das sollen keine Ausreden sein“, beteuerte Farke, erreichte damit aber eher das Gegenteil.

Werder-Bremen-Trainer Ole Werner: Erste Halbzeit gegen Borussia Mönchengladbach war überragend

Ole Werner ließ diese Worte des Kollegen bei der Pressekonferenz unkommentiert stehen. Der Cheftrainer von Werder Bremen kümmert sich ohnehin lieber um seine eigene Mannschaft. Die erste Halbzeit sei überragend gewesen, „mehr oder weniger aus einem Guss“, schwärmte Ole Werner: „Die Aggressivität, die wir gegen den Ball hatten, war heute ausschlaggebend, dass wir so ins Spiel gefunden haben.“ Doch das müsse sich das Team immer wieder hart erarbeiten. „Für uns ist es wichtig, dass wir eine konstante Entwicklung in unseren Leistungen haben“, meinte der Coach und hob hervor: „Vor ein paar Wochen haben wir noch darüber gesprochen, dass wir sehr viele Gegentore bekommen. Heute haben wir zwar auch ein bisschen Glück gehabt, aber insgesamt ist es uns gelungen, uns in diesem Bereich in den letzten vier Spielen zu steigern.“ Nach zehn Gegentreffern in den ersten vier Partien gab es in den vergangenen vier nur noch drei. Aus fünf Punkten wurden auch dadurch zwölf – das ist richtig gut für einen Aufsteiger und lässt auf eine entspannte Saison hoffen. Doch da spielt Werner nicht mit: „Hochrechnungen bringen relativ wenig im Fußball, weil sie häufig in die falsche Richtung führen können.“

Werder Bremens Stürmer Niclas Füllkrug nach Sieg gegen Borussia Mönchengladbach: „Das Spiel hat sich heute jeder verdient“

Und gerade wer Spektakel liefert, erlebt auch Rückschläge. Nach Borussia Mönchengladbachs 1:4 durch Marcus Thuram (63.) gerieten die Gastgeber ein wenig ins Wanken, bis Mitchell Weiser zehn Minuten später mit dem 5:1 alles klar machte. „Die erste Halbzeit hat uns viele Körner gekostet“, erklärte Niclas Füllkrug den kurzzeitigen Kontrollverlust. Doch am Ende sei die Mannschaft clever damit umgegangen, meinte der Torjäger von Werder Bremen und ließ noch einen perfekten Schlusssatz für diesen Abend folgen: „Das Spiel hat sich heute jeder verdient.“ (kni)

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